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11.04.2017

15:03 Uhr

Nordkorea droht USA mit Atomangriff

Trump und Kim Jong-Un weichen keinen Meter zurück

Nachdem die USA einen Flugzeugträgerverband in Richtung Nordkorea geschickt haben, hat das Regime in Pjöngjang mit einem Atomangriff auf die USA gedroht. US-Präsident Donald Trump bleibt aber auf Konfrontationskurs.

Der US-Präsident verschärft in Sachen Nordkorea den Ton. AP

Donald Trump

Der US-Präsident verschärft in Sachen Nordkorea den Ton.

PjöngjangNordkorea und die USA verschärfen ihren Konfrontationskurs. Die Führung in Pjöngjang drohte nach der Entsendung eines US-Flugzeugträgerverbands in Richtung Nordkorea mit einem Atomangriff auf die USA, sollte es Anzeichen für einen amerikanischen Erstschlag geben.

„Unsere starke Revolutionsarmee beobachtet aufmerksam jede Bewegung feindlicher Elemente. Dabei haben unsere Atomstreitkräfte die US-Invasionsstützpunkte nicht nur in Südkorea und im Pazifik im Visier, sondern auch auf dem amerikanischen Festland“, hieß es am Dienstag in der amtlichen Zeitung „Rodong Sinmun“. Auch Russland warnte die USA vor einem Eingreifen. Deren Präsident Donald Trump reagierte umgehend: „Nordkorea sucht Ärger“, schrieb er bei Twitter. Es wäre großartig, wenn China den USA helfen würde, das Problem zu lösen. Wenn nicht, „werden wir das Problem ohne sie lösen“. Die erhöhten Spannungen belasteten auch die Aktienmärkte in Fernost und Europa.

Gründe für die Nervosität sind die Entsendung des US-Flottenverbandes sowie die Tagung der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang und der bevorstehende 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung. Nordkoreas Führung nahm solche Jahrestage oft zum Anlass für demonstrative Tests seiner atomaren Sprengsätze. Im vergangenen Jahr war dies zweimal der Fall. Der amtierende Präsident Südkoreas, Hwang Kyo Ahn, sagte, er rechne mit "weiteren Provokationen" des Nordens und nannte einen Atomtest denkbar. Auf Satellitenbildern waren erhöhte Aktivitäten auf dem Atom-Testgelände Punggye Ri zu erkennen.

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Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (1998 bis 2015)

Nordkoreas fünfter Atomtest

Nordkorea hat am Freitag seinen fünften Atomtest gemeldet. Der neue Nukleartest zeigt die Entschlossenheit der Führung in Pjöngjang, das international geächtete und von der UN verbotene Atomprogramm weiter zu verfolgen. Das ultimative Ziel: kleine und leichte Atomwaffen herzustellen, die auf Raketen passen, die das Festland des großen Feindes USA erreichen könnten. Das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm seit 1998 im Überblick. (Quelle: AP)

31. August 1998

Nordkorea startet eine mehrstufige Rakete über Japan, die im Pazifik niedergeht. Internationale Experten schätzen die Reichweite auf etwa 2500 Kilometer – die Entfernung zwischen Nordkorea und den USA beträgt gut 10.000 Kilometer.

Juli bis Oktober 2006

5. Juli: Nordkorea feuert eine dreistufige Rakete mit einer potenziellen Reichweite von 6700 Kilometer ab. Doch diese versagt nach dem Start, wie Regierungsbeamte aus den USA und Südkorea berichten. Nordkorea hat diesen Test niemals bestätigt.
9. Oktober: Nordkorea sieht „extreme“ Bedrohungen durch einen Nuklearangriff der USA und unternimmt daraufhin seinen ersten Atomwaffentest.
15. Oktober 2006: Der UN-Sicherheitsrat verurteilt diesen Test in einer Resolution. Zugleich verhängt er Sanktionen über Nordkorea und verbietet dem Land Aktivitäten, die mit seinem Nuklearwaffenprogramm in Verbindung stehen.

Februar bis Juli 2007

13. Februar: Nordkorea stimmt zu, seine größten Nukleareinrichtungen zu deaktivieren. Im Gegenzug kann das wirtschaftlich angeschlagene Land mit Energielieferungen und anderen Vergünstigungen rechnen.
14. Juli: Nordkorea fährt seinen Kernreaktor Nyongbyon herunter und baut ihn später ab.

11. Oktober 2008

Die USA nehmen Nordkorea von der Liste der Terror-Unterstützerstaaten. Zuvor stimmt Pjöngjang zu, die Demontage seiner Plutoniumanlage wieder aufzunehmen und US-Inspektoren Zutritt zu gewähren.

Februar bis Juni 2009

15. Februar: Nordkorea erklärt, das Recht zur Entwicklung eines Weltraumprogramms zu haben.
5. April: Nordkorea schickt eine Langstreckenrakete mit einem Satelliten ins All. Pjöngjang spricht von einem Erfolg, doch das US-Luft- und Wertraumverteidigungskommando (NORAD) sagt, der Satellit habe den Orbit nicht erreicht.
14. April: Nordkorea verlässt die Abrüstungsgespräche, an denen sechs Länder beteiligt sind und kündigt an, seine Nuklearanlagen wieder hochzufahren. Das Land reagiert damit auf die internationalen Proteste gegen seinen Raketenstart.
25. Mai: Nordkorea unternimmt seinen zweiten Atomwaffentest.
13. Juni: Nordkorea sagt, es werde zusätzlich zu seinem Plutonium-Programm mit der Anreicherung von Uran beginnen.

11. Mai 2010

Nordkorea erklärt, erfolgreich eine Kernschmelze herbeigeführt zu haben. Das führt zu Spekulationen, das Land könne an einer größeren Waffe bauen. Internationale Experten bezweifeln aber die Behauptungen aus Pjöngjang.

Februar bis Dezember 2012

29. Februar: Nordkorea kündigt ein Moratorium für Nuklear- und Raketentests an. Hintergrund ist ein Pakt mit den USA über Lebensmittelhilfe.
13. April: Nordkorea startet eine Langstreckenrakete, die allerdings kurz nach dem Start versagt. Die USA kündigen daraufhin an, dass ein geplanter Lebensmitteldeal nicht stattfinden werde.
12. Dezember: Nordkorea schickt eine Langstreckenrakete mit einem Satelliten ins All. Das US-Kommando NORAD sagt, es scheine, dass diesmal ein Objekt den Orbit erreicht habe.

13. Februar 2013

Nordkorea unternimmt seinen dritten Atomtest.

Die USA befürchten, dass das Land schon bald in der Lage sein könnte, Langstreckenraketen mit Atomwaffen zu bestücken und damit US-Territorium anzugreifen. Die Regierung in Washington machte deutlich, dass sie auch eine Militäraktion in Betracht zieht, um dies zu verhindern. Offenkundig war der jüngste Raketenangriff auf die syrische Luftwaffe auch ein Fingerzeig an Nordkorea, dass Trump notfalls schnell und entschlossen handeln würde. Am Sonntag beorderte er den vom Flugzeugträger "Carl Vinson" geführten Flottenverband von Singapur aus in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel, um Nordkorea von seinem Atomprogramm abzubringen. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern wird es aber wohl noch länger als eine Woche dauern, bis der Flottenverband das Gebiet erreicht.

Das nordkoreanische Außenministerium warnte in martialischen Tönen, die „rücksichtslosen Aktionen für eine Invasion haben eine ernste Phase erreicht“. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA zitierte einen Ministeriumssprecher mit der Drohung: „Wir betteln niemals um Frieden, sondern werden härteste Gegenschläge gegen die Provokateure unternehmen, um uns mit machtvoller Waffengewalt zu verteidigen.“

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.


Kommentare (12)

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Herr Vinci Queri

11.04.2017, 15:24 Uhr

>> Trump und Kim Jong-Un weichen keinen Meter zurück >>

Den Russen hat Trump mit seiner Ballerei ( war eigentlich die BLAMAGE, rein militärisch gesehen, mit der Trefferquote weit unter 50 % ) indirekt eine GEHÖRIGE ORFEIGE verpasst. Und die Russen belabern den Vorfall, ohne entsprechend darauf zu reagieren. Sie können eigentlich ihre ZWEITE BACKE vorbereiten, um eine drauf zu bekommen. So macht man es mit Feiglingen.

Beim Kim wird es anders laufen.

Ballert Trump los, kriegen seine Schiffchen einen Seitenschlag und versinken samt der atomaren Sprengköpfen !

Herr Tomas Maidan

11.04.2017, 15:42 Uhr

Alle, die Trump unterstützt haben, sind verantwortlich für das, was dieser Kerl nun tun wird.

Herr Tomas Maidan

11.04.2017, 16:03 Uhr

Eigentlich ist es eine Riesenschweinerei für die Menschen in Südkorea, Japan und China, die alle nicht Trump gewählt haben und die jetzt keine Chance mehr haben, ihn aufzuhalten. Der Kerl ist ein agressiver Dummkopf der schlimmsten Sorte, der alles unternehmen wird, um seinen Kleinstadt-idioten in den USA zu gefallen - und keine Demokratie kann etwas gegen ihn tun!

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