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20.12.2014

14:55 Uhr

Nordkorea

Hackerangriff kostet Sony bis zu 500 Millionen Dollar

US-Präsident Obama will Nordkorea für die Cyber-Attacke auf Sony bestrafen. Pjöngjang hingegen weist jetzt jegliche Verantwortung für die teure Absage der Satire von sich – und macht einen überraschenden Vorschlag.

Hintergrund der Attacke war die geplante Veröffentlichung der Komödie „The Interview“, in der es um ein Attentat auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un geht. ap

Hintergrund der Attacke war die geplante Veröffentlichung der Komödie „The Interview“, in der es um ein Attentat auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un geht.

Seoul/ New YorkDer massive Hackerangriff auf den Filmkonzern Sony könnte das Unternehmen nach Einschätzung von Experten mehrere hundert Millionen Dollar kosten. Insgesamt sei mit einem finanziellen Schaden von bis zu 500 Millionen Dollar (409 Millionen Euro) zu rechnen, sagte Hemanshu Nigam von der Beraterfirma SSP Blue der Nachrichtenagentur AFP. Die Entscheidung, den Kinostart der Nordkorea-Satire „The Interview“ nach Terrordrohungen abzusagen, habe die Kosten immens in die Höhe getrieben.

Das FBI hat Nordkorea erstmals direkt für den Hackerangriff verantwortlich gemacht. Es gebe genügend Informationen, die diesen Rückschluss erlaubten, teilte die US-Bundespolizei am Freitag in Washington mit. Nach Angaben der US-Bundespolizei FBI wurden bei dem Datendiebstahl Programme eingesetzt, wie sie auch im März 2013 von nordkoreanischen Angreifern bei Attacken auf südkoreanische Banken und Medien verwendet worden seien. Die Ermittler hätten zudem Verbindungen zu Computerschädlingen gefunden, die in Nordkorea entwickelt worden seien. Obama zufolge gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung anderer Nationen.

„Wir sind zutiefst besorgt über die destruktive Natur dieser Attacke auf eine Einrichtung im privaten Sektor“, erklärte das FBI. Die mit dem Angriff verbundene Erpressung mache diesen Schritt Nordkoreas besonders unakzeptabel.

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Selbst James Bond war nicht sicher: Hacker konnten bei Sony große Mengen wertvoller Daten stehlen, darunter das Skript zum neuen 007-Film. Der Cyberangriff ist kein Einzelfall – wie Firmen sich schützen können.

In seiner letzten Pressekonferenz vor dem Weihnachtsurlaub sagte Präsident Barack Obama am Freitag, das Land werde Nordkorea angemessen bestrafen. Welche Optionen dafür erwogen werden, sagte er nicht. Der Cyberangriff habe „eine Menge Schaden“ angerichtet, betonte Obama weiter. Seine Regierung werde auf den Cyberangriff Nordkoreas „proportional“ reagieren „an einem Ort, zu einer Zeit und in einer Art, die wir bestimmen“.

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