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27.04.2016

16:17 Uhr

Nordkorea

Kim Jong Un beruft seine Partei zusammen

Kim Jong Un sorgt mit seinen Raketentests immer wieder für Empörung. Nun hat Nordkoreas Staatschef den ersten Kongress seiner regierenden Arbeiterpartei seit 36 Jahren einberufen. Experten sind besorgt.

Der nordkoreanische Diktator, Kim Jong Un, sorgt mit seinen Raketen- und Atomwaffentests international für Aufregung. Reuters

Waffentests im Blick

Der nordkoreanische Diktator, Kim Jong Un, sorgt mit seinen Raketen- und Atomwaffentests international für Aufregung.

SeoulNordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat für den 6. Mai den ersten Kongress seiner regierenden Arbeiterpartei seit 36 Jahren einberufen. Dies meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch.

Angesichts des Konflikts mit Südkorea wird das Treffen international genau beobachtet. Südkoreanische Experten erwarten, dass Kim den Konvent nutzt, um seinen Führungszirkel neu aufzustellen, politische Linien aufzuzeigen und seine autoritäre Herrschaft zu stärken.

Kim hat seit seiner Machtübernahme 2011 mit Atom- und Raketentests sowie mit Kriegsdrohungen gegen Südkorea und die USA international Besorgnis ausgelöst. Die nordkoreanische Führung erklärt dazu, das Land werde vom Süden bedroht. Wirtschaftlich ist Nordkorea schwer angeschlagen, international ist es isoliert, seit auch sein langjähriger Partner China Sanktionen unterstützt.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Der jüngste Parteikongress hatte 1980 stattgefunden. Damals hatte Kims Vater Kim Jong Il offiziell eine Reihe neuer Ämter übertragen bekommen, was damals die Machtübernahme vom Staatsgründer Kim Il Sung einleitete.

Was bei dem jetzt angesetzten Konvent entschieden werden soll, meldeten die Staatsmedien nicht. Das Treffen war bereits in einem früheren KCNA-Bericht angekündigt worden. Damals hieß es, es gehe um die Aufgabe, eine blühende Nation zu schaffen.

Von

ap

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