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09.07.2015

12:36 Uhr

Nordkorea

Kim Jong Un hat 70 Funktionäre aus dem Weg geräumt

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un räumt in der alten Führungsriege auf. Bislang ließ er bereits 70 Funktionäre hinrichten. Das Gewaltpotenzial des jungen Herrschers übersteigt sogar das seines Vaters.

Klein, dick und freundlich? Letzteres dürfte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht sein. Der junge Herrscher hat bereits 70 Funktionäre hinrichten lassen. Reuters

Kim Jon Un

Klein, dick und freundlich? Letzteres dürfte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht sein. Der junge Herrscher hat bereits 70 Funktionäre hinrichten lassen.

SeoulNordkoreas junger Diktator Kim Jong Un hat südkoreanischen Angaben zufolge seit seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren rund 70 Funktionäre seines Landes hinrichten lassen. Das sagte der südkoreanische Außenminister Yun Byung Se am Donnerstag auf einem Forum in Seoul. Kims Gangart sei härter als der Führungsstil seines Vaters Kim Jong Il, der während seiner ersten Jahre an der Macht rund zehn Menschen exekutieren ließ. Kim hatte das Amt Ende 2011 angetreten, nachdem sein Vater gestorben war.

Yun sagte, Kims „Terrorherrschaft“ sorge in beträchtlichem Maße dafür, dass Nordkoreaner, die im Ausland arbeiteten, in den Süden der koreanischen Halbinsel überliefen. Woher die Informationen stammten, sagte er nicht. Ein Mitarbeiter des südkoreanischen Geheimdienstes bestätigte, dass der jüngere Kim knapp 70 Funktionäre hinrichten lassen habe.

Der nordkoreanische Machthaber hat wichtige Mitglieder der alten Garde seines Vaters aus der Führungsriege in Pjöngjang entfernen lassen. Die spektakulärste Exekution war diejenige seines Onkels Jang Song Thaek wegen angeblichen Landesverrats im Jahr 2013. Er galt als zweitmächtigster Mann Nordkoreas. Im Mai enthüllte der südkoreanische Geheimdienst Informationen, wonach Kim auch die Hinrichtung seines Verteidigungschefs Hyon Yong Chol mit einem Flugabwehrgeschütz befohlen habe – weil dieser sich über den jungen Regenten beschwert, schlecht über ihn geredet und während eines Treffens geschlafen habe.

Laut Expertenmeinung versucht Kim seine Führungsposition durch solche Exekutionen zu festigen. Die Kim-Dynastie regiert seit 1948 über Nordkorea. Das Land ist so gut wie vollkommen abgeschottet von der Außenwelt, wodurch auch Informationen der Geheimdienste nahezu niemals zu bestätigen sind.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Alex Lehmann

09.07.2015, 14:30 Uhr

Quellenangaben der Informationen wären nicht schlecht, sonst glaubt man das inzwischen nicht mehr!

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