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18.03.2016

09:00 Uhr

Nordkorea

Kim Jong Un schießt wieder zwei Raketen ins Meer

Die Weltgemeinschaft droht, doch Nordkorea lässt das kalt. Wieder greift das kleine kommunistische Land zur Drohung mit Raketen. Doch die Machtdemonstration klappt wohl nicht ganz.

Was plant Nordkorea?

Kim Jong Un feuert wieder Raketen ins Meer

Was plant Nordkorea?: Kim Jong Un feuert wieder Raketen ins Meer

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SeoulUnter Missachtung von Uno-Resolutionen und neuer US-Sanktionen hat Nordkoreas Militär erneut eine Mittelstreckenrakete abgefeuert. Ein zweiter Raketentest ging möglicherweise schief.

Die erste Rakete sei nach dem Start nahe der Westküste etwa 800 Kilometer weit geflogen und vor der Ostküste ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums im benachbarten Südkorea am Freitag mit. Nordkoreas Militär habe einen zweiten nicht näher identifizierten Flugkörper gestartet, der nach 17 Kilometern vom Radar verschwunden sei. Militärs vermuteten, die Rakete könnte in der Luft explodiert sein.

Angesichts gemeinsamer Großmanöver der US-amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte werden die Raketenstarts in Seoul auch als Demonstration militärischer Stärke gewertet. Nach einem Atomtest Nordkoreas im Januar - dem vierten des Landes - und einem ebenfalls umstrittenen Trägerraketenstart im Februar nehmen die Spannungen in der Region ständig zu.

Wo der Kommunismus noch lebt

Kommunistische Regime der Gegenwart

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf.

Quelle: dpa

China

Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

Vietnam

Nachbarland Chinas, etwa so groß wie Deutschland ohne Hessen, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

Kuba

Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte Revolutionsführer Fidel Castro (89). Unter Fidels jüngerem Bruder Raúl (84) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Laos

Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, etwas kleiner als die Bundesrepublik ohne die neuen Bundesländer. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

Nordkorea

Nachbarland Chinas, etwa ein Drittel so groß wie Deutschland, 24 Millionen Einwohner. Die UN werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong Un; er „erbte“ die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il Sung war mit Hilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

Erst am Dienstag hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un für die nächste Zukunft neue Atomwaffenversuche sowie Tests von Raketen angekündigt, die mit einem Nuklearsprengkopf bestückt werden können. Dem kommunistischen Regime sind Atomversuche und Tests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik von UN-Resolutionen untersagt. Am vergangenen Donnerstag hatte Nordkoreas Militär zwei ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer gefeuert.

Beim jüngsten Test könnte eine Rakete des Typs Rodong mit einer Reichweite von 1300 Kilometern eingesetzt worden sein, vermuteten Militärs in Südkorea. Diese Raketen können potenziell Ziele in ganz Südkorea treffen und Teile Japans erreichen. Eine Rodong-Rakete hatte Nordkorea zuletzt vor etwa zwei Jahren abgefeuert.

Südkoreas Außenministerium wertete die jüngsten Raketentests als Provokation. Es kündigte an, gemeinsam mit anderen Ländern „alle erforderlichen Schritte“ zu unternehmen, damit der UN-Sicherheitsrat Gegenmaßnahmen ergreife. Das wichtigste UN-Gremium hatte jüngst die Sanktionen gegen Nordkorea erweitert. Die USA verschärften am Mittwoch dieser Woche zur Umsetzung des UN-Beschlusses ihre eigenen Sanktionen gegen das Land froren das Vermögen mehrerer Personen und Organisationen ein.

Von

afp

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