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28.01.2015

07:14 Uhr

Nordkorea

Kim Jong Un traut sich

Zum ersten Mal seit seiner Machtübernahme will Nordkoreas Diktator angeblich sein Land verlassen. Kim Jong Un will nach Moskau reisen und im Mai den 70. Jahrestag des Sieges über Hitlerdeutschland feiern.

Seit seiner Machtübernahme hat er das Land noch nie verlassen: Kim Jong Un. dpa

Seit seiner Machtübernahme hat er das Land noch nie verlassen: Kim Jong Un.

SeoulNordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Medienberichten einen Besuch in Russland im Mai zugesagt. Moskau hatte Kim im Dezember zur Teilnahme an der Feier des 70. Jahrestags des Sieges über Hitlerdeutschland am 9. Mai eingeladen. Etwa 20 Staats- und Regierungschefs einschließlich des nordkoreanischen Herrschers hätten bestätigt, nach Russland fahren zu wollen, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch unter Berufung auf das Präsidentenbüro in Moskau. Es wäre Kims erste Auslandsreise seit seiner Machtübernahme.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Der Kreml erwähnte jedoch laut Yonhap den nordkoreanischen Machthaber nicht mit Namen. Auch gebe es in Regierungskreisen in Seoul Zweifel, ob Kim wirklich zu einem Besuch in Moskau bereit sei. Es sei auch möglich, dass Nordkoreas protokollarisches Staatsoberhaupt, Kim Yong Nam, als „Repräsentant der Außenbeziehungen des Landes“ nach Russland reisen werde.

Kim Jong Uns Vater, Kim Jong Il, hatte 2011 kurz vor seinem Tod noch einmal Russland besucht. Im selben Jahr gab es auch Gespräche über den Bau einer Gasleitung durch Nord- nach Südkorea. Russland stellte dem verarmten Nachbarland Medien zufolge für den geplanten Gastransit nach Südkorea rund 100 Millionen Dollar im Jahr in Aussicht.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr M. M.

28.01.2015, 09:59 Uhr

Die Selbstwahrnehmung solcher Diktatoren ist schon grotesk.

Herr Lung Wong

28.01.2015, 10:55 Uhr

Wo sind denn hier die moskaubezahlten Putin-Jünger geblieben? Wer den kleinen dicken Westentaschenhitler einlädt, dem kann man auch mit Propaganda nicht mehr helfen. Übrigens, deutsch Kopftuchspitzenpolitikerinnen zu Besuch bei Massenmördern im Iran ist ähnlich Aussagekräftig und wäre auch einen Artikel wert.

Herr Lung Wong

28.01.2015, 10:56 Uhr

Wo sind denn hier die moskaubezahlten Putin-Jünger geblieben? Wer den kleinen dicken Westentaschenhitler einlädt, dem kann man auch mit Propaganda nicht mehr helfen. Übrigens, deutsche Kopftuchspitzenpolitikerinnen zu Besuch bei Massenmördern im Iran ist ähnlich aussagekräftig und wäre auch einen Artikel wert.

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