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31.07.2017

06:44 Uhr

Nordkorea-Konflikt

Japan und USA erhöhen Druck auf Kim Jong Un

Der Druck auf Pjöngjang nimmt zu: Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas haben der US-Präsident und Japans Ministerpräsident Abe weitere Maßnahmen besprochen. Eine diplomatische Lösung rückt immer mehr in die Ferne.

Reaktionen auf nordkoreanische Raketentests

Trump: „China tut gar nichts. Und könnte das Problem leicht lösen“

Reaktionen auf nordkoreanische Raketentests: Trump: „China tut gar nichts. Und könnte das Problem leicht lösen“

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SeoulDer japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat mit US-Präsident Donald Trump das weitere Vorgehen im Umgang mit Nordkorea besprochen. Trump habe zugesagt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Japan zu schützen, so Abe über ein Telefongespräch vom Montagmorgen.

Er selbst habe indes Trumps Engagement in der Sache gelobt. Der Ministerpräsident kündigte an, das Verteidigungssystem seines Landes in Gemeinschaft mit den USA zu stärken. Hintergrund ist Pjöngjangs jüngster Test vom Freitag - zum zweiten Mal in einem Monat startete das Land dabei eine ballistische Interkontinentalrakete.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte am Sonntag erklärt, ihr Land habe angesichts der neuerlichen Bedrohung keine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Sie argumentierte, nichts sei schlimmer als neue Sanktionen, die den Druck auf Pjöngjang nicht weiter erhöhten.

Eine schwache Resolution zeige dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un lediglich, dass „die internationale Gesellschaft ihn nicht herausfordern will“. Sie betonte besonders Chinas Verantwortung - die Volksrepublik müsse ihren Ansatz gegenüber Nordkorea ändern.

Trump, Nordkorea und Raketen – eine Chronik

24. April

US-Satellitenaufnahmen deuten auf erhöhte Aktivitäten rund um eine Testanlage für nukleare Operationen in Nordkorea hin. Während Japan und die USA Nordkorea von „provokanten Aktionen“ abbringen wollen, ruft China zu Zurückhaltung auf.

28. April

US-Außenminister Tillerson warnt vor „katastrophalen Konsequenzen“ und fordert eine neue Strategie: verschärfte Isolierung. China aber hofft weiterhin auf neue Gespräche.

29. April

Nordkorea testet abermals trotz internationaler Untersagungen eine ballistische Rakete - der Test schlägt laut verschiedener Berichte jedoch fehl. Unklar ist, was das geplante Ziel der Rakete war.

05. Mai

Nordkorea hält nach eigenen Angaben einen weiteren US-Bürger wegen des Vorwurfs „feindseliger Handlungen“ fest.

12. Mai

Ein mutmaßlicher Tötungskomplott US-amerikanischer und südkoreanischer Geheimdienste gegen Kim Jong-Un wurde als Kriegserklärung aufgefasst. Kurz nach einem weitern Raketentest kündigt Kim eine Massenproduktion an

28. Mai

Die Führung in Pjöngjang lässt sich von nichts und niemandem beeindrucken. Trotz zahlreicher UN-Resolutionen und ungeachtet eines Aufrufs der G7 startet Nordkorea erneut eine ballistische Rakete. Japan protestiert.

07. Juni

Fünf Raketenstarts in knapp vier Wochen - Nordkorea zeigt militärische Stärke. Die US-Militärs reagieren besorgt, denn immer stärker erscheinen US-Truppen oder gar die USA als mögliche Ziele.

13. Juni

Der seit eineinhalb Jahre in Nordkorea gefangen gehaltene US-Student Otto Warmbier wird freigelassen. Er soll versucht haben, ein Propaganda-Banner zu stehlen und war zu 15 Jahren Schwerstarbeit verurteilt worden.
Zeitgleich wird bekannt, dass Nordkorea offenbar auf den Einsatz von Drohnen setzen soll, um damit US-Raketensysteme beim südlichen Nachbarn auszuspionieren.

28. Juli

Am 28. Juli 2017 testet Nordkorea trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates eine Interkontinentalrakete, die nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern hätte und damit das Festland der USA treffen könnte. Als Reaktion verhängte der UN-Sicherheitsrat einstimmig die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang.

29. August

Pjöngjang schickt eine Hwasong-12 über den Norden Japans hinweg, die anschließend im Pazifischen Ozean landet.

3. September

Nordkorea nimmt einen Atomtest vor und behauptet, dabei habe es sich um eine Wasserstoffbombe gehandelt.

15. September

Erneut feuert das Land eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg in den Pazifik. Das Geschoss fliegt rund 3700 Kilometer, die Strecke war bisher unerreicht.

29. November

Nordkorea testet nach eigenen Angaben erfolgreich einen neuen Raketentyp - die Hwasong-15. Diese soll laut Pjöngjang fähig sein, einen schweren Nuklearsprengkopf zu tragen und das gesamte US-Festland erreichen können.

Der Kommandeur der US-Luftwaffe im Pazifik, Terrence J. O'Shaughnessy, sagte, Nordkorea sei die größte Bedrohung für die regionale Stabilität vor Ort. Während Worst-Case-Szenarios geplant würden, bliebe eine diplomatische Lösung aber oberste Priorität.

US-Botschafterin Haley: USA wollen keine UN-Sondersitzung wegen Nordkorea

US-Botschafterin Haley

USA wollen keine UN-Sondersitzung wegen Nordkorea

Keine UN-Sitzung, aber steigender Druck: Die US-Botschafterin Nikki Haley sieht neue Sanktionen gegenüber Nordkorea als falschen Ansatz. Die internationale Gemeinschaft müsse Machthaber Kim Jong Un herausfordern.

Am Sonntag reagierten die USA und Südkorea unter anderem mit einem gemeinsamen Manöver auf Nordkoreas Test. Über die Koreanische Halbinsel hinweg ließen die Vereinigten Staaten im Weiteren zwei Überschall-Langstreckenbomber fliegen.

Nordkoreas Atomprogramm

Kim Jong Un lässt erneut Rakete abfeuern

Nordkoreas Atomprogramm:  Ist die Interkontinentalrakete bald einsatzbereit?

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Von

ap

Kommentare (4)

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Herr Günther Schemutat

31.07.2017, 08:54 Uhr

Warum China hier sperrt und das Problem Nordkorea nicht sehen will ist auf dem ersten Blick unverständlich. Aber China ist nicht Amerika oder die Europäischen Staaten ; die weltweit Kolonien hatten und haben und China keine fremde Länder überfällt und so groß ist , dass sie alles im eigenen Land können.

Um den Druck gegen NK zu erhöhen , müsste man Mittelstreckenraken mit Atomköpfen in der Zahl von 200 aufstellen die in Minuten ihre Ziele erreichen.

Das bringt große Unruhe zusätzlich eine 100 % Sanktion bis NK wieder gesprächsbereit ist. Noch kann man NK bewegen , bald nicht mehr .

Es zeigt weiterhin das ein Mensch und seine Anhänger ein ganzes Volk unterdrücken können ohne Widerstand. Das ist bedrückend.

Herr Tomas Maidan

31.07.2017, 09:20 Uhr

Nord-Korea ist das einzige Politikfeld, auf dem Trump bisher etwas erreicht hat. Eine massive Erhöhung der Kriegswahrscheinlichkeit.

Herr Peter Spiegel

31.07.2017, 09:25 Uhr

Herr Trump wird auch hier einen Erfolg feiern, N-Korea wird durch diesen Giganten der Freiheit in seine Schranken verwiesen.

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