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04.11.2013

16:36 Uhr

Nordkorea meldet

„U-Jagdboot Nummer 233 sank im Kampfdienst“

Ein nordkoreanisches Kriegsschiff ist bei einem Manöver verunglückt und gesunken. Dabei sollen mindestens 19 Soldaten getötet worden sein. Die Hintergründe sind nebulös.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un beim Besuch des Soldatenfriedhofs, auf dem die Opfer des Schiffunglücks begraben sind. dpa

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un beim Besuch des Soldatenfriedhofs, auf dem die Opfer des Schiffunglücks begraben sind.

SeoulBeim Untergang eines nordkoreanischen Kriegsschiffs sind den staatlichen Medien des abgeschotteten Staates zufolge mindestens 19 Soldaten ums Leben gekommen. „U-Jagdboot Nummer 233 sank Mitte Oktober während der Ausübung des Kampfdienstes“, meldete die Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Eine Totenzahl wurde nicht ausdrücklich genannt.

Das Staatsmedium veröffentlichte jedoch Fotos, auf denen Staatschef Kim Jong Un Blumen an einem Denkmal mit mindestens 19 Gräbern niederlegte. Die südkoreanische Zeitung „Chosen Ilbo“ berichtet unter Berufung auf Militärkreise, das Unglück habe sich während eines Manövers ereignet. Darin seien zwei Schiffen verwickelt gewesen, es habe Dutzende Tote gegeben.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Die streng kontrollierten nordkoreanischen Staatsmedien berichten selten von Unglücken. Nordkoreas Marine wird für das Versenken eines südkoreanischen Kriegsschiffs im Jahr 2010 verantwortlich gemacht. Die Schäden an dem Schiff deuteten darauf hin, dass es einen sehr starken Einschlag von außen gegeben habe. Der südkoreanische militärische Geheimdienst geht davon aus, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Bei dem Vorfall waren 46 Seeleute ums Leben gekommen, 58 wurden gerettet. Das kommunistische Nordkorea hatte jegliche Verantwortung für den Untergang des Schiffes unweit der zwischen beiden Staaten umstrittenen Seegrenze zurückgewiesen. In dem Gebiet war es in den vergangenen zehn Jahren zu zwei folgenschweren Seegefechten gekommen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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hanji

04.11.2013, 17:13 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

r-tiroch@t-online.de

04.11.2013, 19:14 Uhr

Jagdboot versank im Kampfdienst? ja mit wem haben die denn da so ernsthaft gekämft?

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