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13.04.2012

19:54 Uhr

Nordkorea

Nach Raketen-Flopp wächst Sorge vor Atomtests

Das nordkoreanische Regime ignoriert alle Warnungen und erlebt mit seiner Weltraumrakete ein Fiasko. Nicht nur beim Nachbarn China wachsen die Sorgen, dass Nordkorea einen neuen Atomtest unternimmt.

Internationale Kritik an Raketenstart

Video: Internationale Kritik an Raketenstart

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Seoul/PekingBlamage für Nordkoreas neue Führung: Der groß angekündigte und international kritisierte Raketenstart endet mit einer Bruchlandung. Das Regime in Pjöngjang räumte das Scheitern am Freitag bereits wenige Stunden nach dem Absturz ins Gelbe Meer ein. Angeblich sollte ein Satellit ins All geschossen werden. Die USA und andere Länder sahen in dem Start den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Der Weltsicherheitsrat sollte am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Chinesische Experten rechnen als nächstes mit einem Atomtest Nordkoreas.

Uno verurteilt Raketenstart

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Raketenstart als Verstoß gegen zwei Resolutionen des Gremiums. Mitglieder der Sicherheitsrats hätten sich darauf verständigt, Beratungen „über eine angemessene Reaktion“ fortzusetzen, teilte der Sicherheitsrat am Freitag nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit.

Staatliche nordkoreanische Medien meldeten, der Satellit Kwangmyongsong-3 sei um 07.38 Uhr Ortszeit von der Station Sohae in Tongchnag-ri an der Westküste abgefeuert worden. Der Satellit in der Trägerrakete Unha-3 habe aber nicht die vorgesehene Erdumlaufbahn erreicht.

Südkoreas Verteidigungsministerium teilte mit, die mehrstufige Rakete sei schon kurz nach dem Abheben in der Luft explodiert. „Wissenschaftler, Techniker und Experten“ untersuchten die Gründe des Fehlschlags.

Nach Angaben der US-Streitkräfte stürzte die Rakete kurz darauf etwa 165 Kilometer westlich der südkoreanischen Küste ins Gelbe Meer.

Raketenstart Nordkoreas gescheitert

Video: Raketenstart Nordkoreas gescheitert

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Die USA, Südkorea, Japan und die EU verurteilten den Start als Provokation und Bedrohung für die regionale Sicherheit. Nordkorea verfolge das „klare Ziel“, eine Atommacht werden zu wollen, sagte der Professor für strategische Forschung an der Parteihochschule in Peking, Zhang Liangui, der Nachrichtenagentur dpa. Das Scheitern des Raketenstarts werde die Pläne für den nuklearen Test nicht umwerfen.

Der UN-Sicherheitsrat wollte sich noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Konflikt beschäftigen, hieß es aus diplomatischen Kreisen in New York. Es sei eine formelle Verurteilung Nordkoreas zu erwarten. Der Außenminister der Vetomacht Russland, Sergej Lawrow, schloss neue Sanktionen gegen Nordkorea aus. Er „bedauerte“ zugleich das Vorgehen des Regimes.

Das mächtigste UN-Gremium hatte Nordkorea mehrfach kritisiert und 2006 und 2009 mit Sanktionen belegt. In der Resolution 1874 wird Nordkorea aufgerufen, jegliche Starts „unter Verwendung ballistischer Raketentechnologie“ zu unterlassen.

Nordkorea war 2009 nach internationaler Kritik an einem Raketenstart aus den Mehrparteiengesprächen über sein Atomprogramm ausgestiegen. Wenige Monate später hatte das Land einen zweiten Kernwaffentest unternommen.

Kommentare (1)

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black

14.04.2012, 11:46 Uhr

ich muss mal etwas gehässig sein:
was für ein Gesichtsverlust; blamabel...für die kleine dicke Nudel an der Führungsspitze; Nordkorea hat m.E.n. ein regelrechtes Minderwertigkeitskomplexproblem. Wie der Vater, so der Sohn...wahrscheinlich waren die als Generalsbefehlshaber für alles Mögliche ihres Landes noch nichtmal über eine Eskaladierwand ihrer Armee gekommen.
Deshalb brauchen solche Leute Raketen und wahrscheinlich auch große Autos, denn sonst wird ja alles sehr sehr klein bei denen sein. Ich sagte jabereits: Miderwertigkeitskomplexe ganz gross ... PS: sagten die Kommunisten ( eigentlich ist Nordkorea ja laut der Definition hierfür kein kommunistisches Land ) nicht immer: Schwerter zu Pflugscharen?

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