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09.04.2015

20:12 Uhr

Nordkorea

Nichts zu essen, aber mehr Atomwaffen

Die UN ruft zu Spenden für hungernde Nordkoreaner auf. Pjöngjang bezeichnet die Lösung der Ernährungsprobleme als eine Aufgabe für 2015. Trotzdem soll weiterhin Geld für neue Atomwaffen ausgegeben werden.

Nordkorea will sein Nahrungsproblem lösen – vor allem aber weitere Atomwaffen bauen. dpa

Sitzung des Parlaments in Pjöngjang

Nordkorea will sein Nahrungsproblem lösen – vor allem aber weitere Atomwaffen bauen.

Seoul/New YorkUngeachtet großer Versorgungsprobleme und seiner maroden Industrie will Nordkorea weiter Atomwaffen bauen. Wichtig sei es, die strategische Linie der Partei umzusetzen, gleichzeitig den wirtschaftlichen Aufbau und den Ausbau einer Nuklearstreitmacht voranzutreiben, hieß es am Donnerstag in einem Bericht von Premierminister Pak Pong Ju bei einer Sitzung des Parlaments in Pjöngjang. Machthaber Kim Jong Un fehlte nach Berichten südkoreanischer Medien bei der Sitzung.

Als Hauptaufgabe für dieses Jahr nannte es Pak zugleich vor der Obersten Volksversammlung, „das Nahrungsproblem für die Menschen durch Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei zu lösen“. Zudem müsse die Stromerzeugung und die Metallindustrie gefördert werden, wurde er von den nordkoreanischen Staatsmedien zitiert.

Die Vereinten Nationen hatten am Mittwoch an die internationale Gemeinschaft appelliert, für die Versorgung hungernder Nordkoreaner zu spenden. Es sollten rund 111 Millionen Dollar zusammenkommen. Das Geld solle die Kosten von Projekten in Bereichen wie Ernährung, Landwirtschaft und Gesundheit decken. Millionen Menschen bräuchten fortlaufend Unterstützung.

Nach UN-Angaben gilt die Lebensmittelversorgung von 70 Prozent der 24,6 Millionen Nordkoreaner nicht als gesichert und ausgewogen.

Wie im vergangenen Jahr sollen auch dieses Jahr 15,9 Prozent des Staatshaushalts für die Verteidigung ausgegeben werden, berichtete Pak auf der Sitzung. 2014 sei „ein Jahr glänzender Siege gewesen“.

Warum der seit Ende 2011 herrschende Kim Jong Un an der Sitzung nicht teilnahm, war zunächst unklar. Auf Bildern des nordkoreanischen Staatsfernsehen sei zu erkennen gewesen, dass Kim am rechten Handgelenk verletzt sei, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Die im Ausland auch als Scheinparlament bezeichnete Oberste Volksversammlung ist nominell das höchste Machtorgan. Sie tritt aber normalerweise nur ein- oder zweimal jährlich zusammen. Dabei werden weitgehend Beschlüsse der Staatsführung ratifiziert, wie etwa Budgetvorlagen und Personalentscheidungen.

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Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Teito Klein

09.04.2015, 21:05 Uhr

Die UN ruft zu Spenden für hungernde Nordkoreaner auf.
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Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass Kim Jong-un an Hunger leidet.
Er sieht eher "überfressen" aus.
Und die gemeine Bevölkerung interessiert ihn nicht.
Lieber rüstet er gegen seine Erzfeinde USA und Südkorea auf.
Für die Bevölkerung gibt es Gras und Baumrinde.

Herr Holger Narrog

10.04.2015, 08:22 Uhr

Herr Klein, Nordkorea ist ein ökosozialistisches Musterland...Nordkorea ist Klimavorbild mit dem geringsten Pro - Kopf CO2 Ausstoss weltweit allenfalls von Simbabwe unterboten. Die Bevölkerung lebt von genfreiem Biofutter und die Partei sorgt sich erfolgreich darum, dass diese nicht unter Überernährung leidet.

Insofern sollten die Augen der Journalisten und Politiker beim Gedanken an Nordkorea leuchten.

Herr Thomas Melber

10.04.2015, 08:37 Uhr

Zwar ein höheres Niveau, aber: in den USA leben viele Familien von food stamps.

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