Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.02.2016

15:48 Uhr

Nordkorea

Raketentest zwingt japanische Airlines zur Routenänderung

Pjöngjang will eine Langstreckenrakete abfeuern – und die beiden größten japanischen Airlines ändern vorsichtshalber ihre Flugrouten. Ein Seegebiet vor den Philippinen soll beinah den gesamten Februar gemieden werden.

Die zwei größten japanischen Fluggesellschaften ändern wegen eines nordkoreanischen Raketentest ihre Routen. dpa

Nordkorea will Langstreckenrakete testen

Die zwei größten japanischen Fluggesellschaften ändern wegen eines nordkoreanischen Raketentest ihre Routen.

TokioWegen eines drohenden nordkoreanischen Raketentests wollen die beiden größten japanischen Fluggesellschaften mehrere Flugrouten ändern. All Nippon Airways und Japan Airlines kündigten am Freitag an, dass sie im Zeitraum zwischen dem 8. und dem 25. Februar, in dem der Test stattfinden soll, ein Seegebiet vor den Philippinen vermeiden wollen, wo die Trümmer der Rakete niedergehen dürften. Betroffen sind fünf Flugrouten.

Nordkorea hat angekündigt, demnächst eine Langstreckenrakete abzufeuern. Nach Darstellung der Regierung in Pjöngjang soll sie einen Satelliten in den Orbit befördern. Sie betont zudem, ihr Weltraumprogramm sei rein wissenschaftlicher Natur. Die Staatengemeinschaft betrachtet den Raketenstart aber als Test einer ballistischen Rakete, was Nordkorea laut einer Resolution des UN-Sicherheitsrats verboten ist.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtete unter Berufung auf einen Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, US-Satellitenbilder legten nahe, dass Nordkorea begonnen habe, die Rakete mit Treibstoff zu befüllen. Demnach war seit Donnerstag vermehrte Bewegung an der Abschussrampe und einem Treibstofflager auf der Raketenbasis Sohae zu beobachten.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×