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26.02.2015

03:16 Uhr

Nordkorea

Reederei umschifft beinahe Sanktionen

Nachdem auf einem Schiff Militärgerät entdeckt wurde, verhängte die Uno gegen die nordkoreanische Reederei Ocean Maritime Management Sanktionen. Diese wollte sie mit einem simplen Trick umgehen - und fiel auf.

Auf dem nordkoreanischen Schiff Chong Chon Gang lag im Juli 2013 Militärgerät aus Kuba. Das hat der Reederei Scherereien eingebrockt. Reuters

Frachtschiff Chong Chon Gang

Auf dem nordkoreanischen Schiff Chong Chon Gang lag im Juli 2013 Militärgerät aus Kuba. Das hat der Reederei Scherereien eingebrockt.

New YorkEine nordkoreanische Reederei wollte die meisten ihrer Schiffe umbenennen, um deren Ursprungsort zu verschleiern und so UN-Sanktionen zu umgehen.

Das geht aus einem neuen Bericht von UN-Experten hervor, die die Umsetzung der Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang überwachen. Demnach wollte sich die in der nordkoreanischen Hauptstadt ansässige Reederei Ocean Maritime Management der Praxis bedienen.

Im vergangenen Jahr verhängte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen das Unternehmen, nachdem 2013 in Panama ein Frachter beschlagnahmt worden war, der nicht deklariertes Militärgerät aus Kuba geladen hatte. An Bord der „Chong Chon Gang“ fanden die Behörden unter Zuckersäcken Raketenteile, Komponenten für Radarsysteme und andere Waffen.

Damit verstieß Nordkorea damals laut UN-Experten über ein Waffenembargo, das wegen dessen Nuklear- und Raketenprogramms gegen das Land verhängt worden war. Am Donnerstag tritt der UN-Sicherheitsrat zu Beratungen über den neuen Report der Experten zusammen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

26.02.2015, 12:10 Uhr

Der Flaggentrick
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Nordkorea umgeht nach Einschätzung von UN-Experten internationale Strafmaßnahmen, indem es Schiffe umbenennt und unter neuer Flagge fahren lässt. Eine Kommission von Spezialisten berichtete dem UN-Sicherheitsrat in New York außerdem, dass nordkoreanische Diplomaten, Funktionäre und Handelsvertreter eine Schlüsselrolle beim Waffenhandel spielten, der gegen Resolutionen des Sicherheitsrats verstoße.

13 der 14 für OMM im Einsatz befindlichen Schiffe wurden den UN-Experten zufolge mittlerweile umbenannt und ihre Rechtstitel auf andere Firmen übertragen. In dem Bericht heißt es weiter, OMM sei es gelungen, trotz UN-Sanktionen über Strohfirmen und Mittelsmänner in mindestens zehn Ländern aktiv zu sein: Ägypten, Brasilien, China, Griechenland, Japan, Malaysia, Peru, Russland, Singapur und Thailand.

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