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28.11.2014

16:00 Uhr

Nordkorea

Regime bezeichnet USA als „Tundra der Menschenrechte“

Nordkorea regiert nach der UN-Resolution zu Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land auf die Vorfälle in Ferguson – die USA würden Menschenrechte mit Füßen treten und seien die „Tundra der Menschenrechte“.

Bereits am Dienstag hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un die USA attackiert. Reuters

Bereits am Dienstag hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un die USA attackiert.

SeoulEineinhalb Wochen nach der Verabschiedung einer UN-Resolution zu Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea hat die kommunistische Staatsführung erneut die USA attackiert. „Die große Ironie ist, dass die USA versuchen, andere Länder an ihrem falschen Verständnis von Menschenrechten zu messen, obwohl sie selbst die Menschenrechte mit Füßen treten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang am Freitag der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Der Beamte bezog sich insbesondere auf die tödlichen Schüsse auf einen schwarzen Jugendlichen in der US-Stadt Ferguson. Der Schütze, ein weißer Polizist, wurde von einer Jury von jeglicher Schuld freigesprochen. "Das ist ein eindeutiger Beleg für die tatsächlichen Verhältnisse in den USA, einer Tundra der Menschenrechte, wo extreme Rassendiskriminierung offen zutage tritt."

Der Ministeriumsvertreter griff auch US-Präsident Barack Obama persönlich an. Dieser versuche, rassistische Diskriminierung zu „rechtfertigen“. Obama hatte Verständnis für die Proteste geäußert, gleichzeitig aber die Ausschreitungen und Plünderungen in Ferguson verurteilt.

Nordkoreas Verbündete

China

Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

Iran

Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

Russland

Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

Kuba

Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Bereits am Dienstag hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un die USA attackiert. Nach dem Besuch eines Museums über Kriegsverbrechen der US-Truppen während des Koreakriegs bezeichnete er die US-Soldaten als „Kannibalen“.

Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung hatte am Dienstag vergangener Woche eine Resolution verabschiedet, die Nordkorea vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen könnte. Der Sicherheitsrat wird in dem Text aufgerufen, das in Den Haag ansässige Tribunal mit einem Verfahren gegen Pjöngjang zu beauftragen. Die Resolution muss im Dezember noch das Plenum der UN-Vollversammlung passieren, was aber als Formalität gilt. Im Sicherheitsrat könnten dann aber Russland und China ihr Vetorecht nutzen.

Grundlage der Resolution ist ein UN-Bericht, der detailliert das System von Nordkoreas Gefangenenlagern mit Folter, standrechtlichen Hinrichtungen und Vergewaltigungen beschreibt.

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afp

Kommentare (3)

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Herr Dr. Michael Gross

28.11.2014, 16:26 Uhr

Die USA haben im 21. Jahrhundert sieben Länder ganz oder teilweise zerstört und wurde dabei von der "westlichen Zivilisation" und den westlichen Bilderbergmedien unterstützt.

Bankster-Marionette Obama wurde aufgrund seines Versprechens gewählt, das Folterzentrum der US Army in Guantanamo aufzulösen – ein Versprechen, das er auch sechs Jahre später noch nicht eingelöst hat.

Bankster-Marionette Obama wurde im ersten Monat seiner Amtszeit mit dem Nobelpreis ausgezeichnet und führte weiter Krieg in Afghanistan, Ägypten, Libyen und in jüngster Zeit in Syrien und der Ukraine!

Das sollte jeder im Kopf haben, der "Amerika" beurteilt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben heute nur noch wenig mit Demokratie zu tun.

Die Oligarchie, die unter der dünnen Fassade von "Demokratie" die politische Kontrolle übernommen hat, hat das industrielle und soziale Gefüge der Vereinigten Staaten ruiniert.

Diese Oligarchen stehen hinter dem Transatlantischen Handels- und Investitionsabkommen und der Deregulierung von Banken, damit sie die Erde weiter ausplündern können.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/dr-paul-craig-roberts/washington-ruehrt-die-kriegstrommel.html;jsessionid=91DA96E06F5470A25D8F4135002756B6

Herr Dr. Michael Gross

28.11.2014, 16:27 Uhr

USA und Menschenrechte?

Töten die USA Menschen weltweit ohne Gerichtsverfahren?

Sie fliegen hoch in der Luft, im afghanischen, pakistanischen, jemenitischen und somalischen Luftraum, und sie haben sehr gute Kameras an Bord, mit denen sie sehr dicht heranzoomen können an ihre Ziele - und dann wird oftmals gefeuert, auf Menschen!

Ein Gerichtsverfahren vorher? Gibt es nicht!

Hunderte Menschen haben die Amerikaner in den vergangenen Jahren auf diese Weise getötet!

Dieser Drohnenmord der USA ist global, und er wird auch von Deutschland aus mitgesteuert.

Die Hightech-Drohnen funken ihre Daten zum Beispiel nach Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Dort werten Militärs die Videobilder aus, und von einem anderen US-Stützpunkt in Stuttgart wiederum kommen Anweisungen, auf die hin die Morde ausgelöst werden.

Wo bleiben die Menschenrechte?

Hat nicht jeder ein Recht darauf, in einem ordentlichen Verfahren angeklagt zu werden, Beweise vorzubringen für seine Unschuld, also alle möglichen Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe in einem ordentlichen Verfahren?

Warum dürfen die Amerikaner weltweit Menschen ohne Gerichtsverfahren töten?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/26/us-drohnen-toeten-1-147-zivilisten-bei-der-jagd-auf-41-terroristen/

Herr Johann Brädt

28.11.2014, 17:14 Uhr

@"Dr." Michael Gross
achso, Diktatur und Terror sind besser als Pragmatismus. Einer muss sich ja die Finger schmutzig machen, wenn Länder wie Russland und China (prosperierende Demokratien) UN Mandate blockieren.

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