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06.05.2016

09:13 Uhr

Nordkorea und Herr Kim

Des Diktators geheimnisvoller Parteikongress

VonMartin Kölling

Nordkoreas Führer Kim Jong Un eröffnet den Parteikongress mit einem Loblied auf sich selbst. Doch welche Themen ansonsten auf der Tagesliste stehen, darum ranken sich Gerüchte. Einige sind beängstigend.

Nordkoreanerin am Parteitag

„Kim Jong Un wird unser Land zur Nummer eins in der Welt machen“

Nordkoreanerin am Parteitag: „Kim Jong Un wird unser Land zur Nummer eins in der Welt machen“

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TokioDer erste Parteikongress von Nordkoreas Arbeiterpartei seit 36 Jahren hat am Freitag in Pjöngjang begonnen. Seit Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Hunderte von Slogans sollten das Volk in Stimmung bringen, um vier Jahre nach dem Machtantritt des jungen Führers Kim Jong Un nun den Beginn seiner Ära zu demonstrieren.

Die Propaganda gipfelte am Donnerstag in einem musikalischen Höhepunkt. Das Präsidium der Volksversammlung zeichnete das Lied „Wir sind die Glücklichsten auf der Welt“ mit den nach dem Großvater und Vater des gegenwärtigen Führers benannten Kim-Il-Sung- und dem Kim-Jong-Il-Preisen aus.

In Nordkorea hat Kim Jong Un den Parteikongress eröffnet AP

Parteikongress eröffnet

In Nordkorea hat Kim Jong Un den Parteikongress eröffnet

Doch mehr, als dass der Kongress das Loblied von Marschall Kim singen wird, ist nicht bekannt. Selbst das genaue Datum des Kongresses gab das verschlossene Regime erst vorige Woche bekannt. Bis dahin hieß es nur, der Kongress solle Anfang Mai beginnen. Dementsprechend gespannt warten Korea-Experten in aller Welt darauf, was genau auf Kims Kongress passieren wird.

Ob personalpolitisch Weichen gestellt werden, ist eine der wichtigen Fragen. Wird Kims jüngere, vermutlich 29 Jahre alte Schwester Kim Yo-jong vom Rang einer stellvertretenden Direktorin im Zentralkomitee auf einen Posten mit Ministerrang befördert und damit die Macht der Dynastie gestärkt? Wird eine neue, jüngere Garde an Kadern die Macht übernehmen?

Darüber hinaus wird gerätselt, ob Kim auch wirtschaftspolitisch Reformakzente setzen wird, um die siechende Wirtschaft zu beleben. Er hatte die Militär-zuerst-Politik seines Vaters Kim Jong-Il abgeändert und eine Doppelstrategie ausgegeben. Die Entwicklung der Wirtschaft und des Atomwaffenarsenals sollen Hand in Hand gehen.

Die Versprechen von Kim Jong Un: Schöner Schein in Nordkorea

Die Versprechen von Kim Jong Un

Schöner Schein in Nordkorea

Deutsche Autos, französischen Rotwein, japanische Kameras: In Nordkorea bildet sich eine Schicht von Neureichen. Das Regime will Aufbruchsstimmung erzeugen. Doch die ist nur Fassade – das Land steht vor einer Krise.

Es hatte auch weitere Reformen gegeben, die den wild sprießenden freieren Märkten mehr Platz zur Entfaltung einräumten. Lebensmittel werden schon lange auf freien Märkten gehandelt. Inzwischen gibt es sogar einen regen Immobilienmarkt in der Hauptstadt.

Selbst eine neue Arbeiterklasse entsteht außerhalb der Planwirtschaft, meint Korea-Experte Andrei Lankov von der Kookmin-Universität. Seine Schätzung: Schon jetzt machen private Aktivitäten 25 bis 50 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Ganz genau weiß das niemand.

Kommentare (36)

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06.05.2016, 09:37 Uhr

Auf den ersten Blick, dachte ich es wäre die deutschen Abnicker mit Merkel
aber so schlecht ist der Kim auch wieder nicht.

Frau Annette Bollmohr

06.05.2016, 09:39 Uhr

Widerlich, weil absolut menschenverachtend, dieses Schmierentheater.

Quasi das "Kontrastprogramm" dazu:

Ihr Artikel gestern (05.05.16) "Weshalb ein linker Muslim bald London regieren dürfte" (http://www.handelsblatt.com/politik/international/buergermeisterwahl-weshalb-ein-linker-muslim-bald-london-regieren-duerfte/13521186.html; Kommentarfunktion dazu ist leider nicht freigeschaltet; auch interessant: der Beitrag dazu gestern Abend im "heute-journal"):

Das ist eine wirklich gute, weil zuversichtlich stimmende Nachricht.

Bitte mehr davon!

Lothar dM

06.05.2016, 09:48 Uhr

Erinnert irgendwie an den letzten CDU-Parteitag! Klatschen und Abnicken, lol.

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