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19.11.2014

12:42 Uhr

Nordkorea und Südkorea

Vereinigung würde 500 Milliarden Dollar kosten

Mindestens 500 Milliarden Dollar würde die koreanische Wiedereinigung kosten, so die südkoreanische Finanzaufsicht. Zudem würde es 20 Jahre dauern, bis sich Nordkorea dem Lebensstandard Südkoreas angenähert hätte.

Das BIP je Einwohner liegt in Nordkorea derzeit bei 1251 Euro – Kuba oder Tunesien etwa erreichen derzeit 10.000 Euro. dpa

Das BIP je Einwohner liegt in Nordkorea derzeit bei 1251 Euro – Kuba oder Tunesien etwa erreichen derzeit 10.000 Euro.

SeoulEine Vereinigung von Nord- und Südkorea würde nach Einschätzung südkoreanischer Experten wegen der erheblichen Unterschiede im Lebensstandard mindestens 500 Milliarden Dollar (fast 400 Milliarden Euro) kosten.

Wie der Chef der südkoreanischen Finanzaufsicht (FSC), Shin Je Yoon, am Mittwoch mitteilte, würde es 20 Jahre dauern, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner in Nordkorea von derzeit 1251 Euro auf 10.000 Euro anzuheben – dem derzeitigen Niveau von Kuba oder Tunesien.

Der Weltbank zufolge lag das südkoreanische Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Jahr 2013 bei 26.000 Dollar. Südkoreas nominales Bruttoinlandsprodukt betrug nach FSC-Angaben das 40-fache desjenigen von Nordkorea. Zum Vergleich: Bei der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war das BIP in der Bundesrepublik nur etwa zehn Mal so hoch wie das der DDR.

Shin Je Yoon sagte, für die Finanzierung der koreanischen Einheit kämen staatliche Finanzeinrichtungen und private südkoreanische Banken sowie internationale Organisationen wie die Weltbank in Frage. Einen wichtigen Beitrag könnten außerdem die Steuern auf Entwicklungsprojekte im Norden leisten.

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Die Kosten der koreanischen Wiedervereinigung zu berechnen, ist ein schwieriges Unterfangen. Das Ergebnis hängt unter anderem davon ab, welches Szenario und welche Schätzungen zugrunde gelegt werden. Das südkoreanische Finanzministerium war im vergangenen Jahr auf 800 Milliarden Dollar gekommen.

Nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 unterzeichneten die USA und Nordkorea lediglich ein Waffenstillstandsabkommen, aber keinen Friedensvertrag. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea zählt zu jenen mit der stärksten Militärpräsenz weltweit.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Carsten Härtl

19.11.2014, 16:59 Uhr

"Die Kosten der koreanischen Wiedervereinigung zu berechnen, ist ein schwieriges Unterfangen." heißt es zurecht angesichts der rein spekulativen Zahlenspiele. Was etwa sagt das schon, wenn das vom Norden angegebene BIP pro Kopf "nur" 40 mal kleiner ist als das im Süden? Nichts, denn vom Wahrheitsgehalt dieser Zahl abgesehen, macht es keinen Sinn, platt in USD umzurechnen. In tatsächlicher Kaufkraft sind es dort schon knapp 34.000 und nicht 26.00 USD, im Norden ist die Kaufkraft faktisch nahe null. Und wie sieht es mit den öffentlichen Kassen aus, mit den privaten Ersparnissen, mit dem Umschulungsbedarf im Norden etc.? Dann die Infrastruktur: hier Weltspitze, dort stehengeblieben auf dem Stadium Zeit kurz nach dem Koreakrieg. Nach einigen Jahren Leben im Süden und gelegentlichen Kurzbesuchen im Norden schätze ich den Abstand der Länder eher auf 1:100 als 1:40.

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