Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.04.2013

21:50 Uhr

Nordkorea

USA fürchten Fortschritte bei Atombombe

Nordkorea könnte eine Test-Bombe mit hoch-angereichertem Uran gezündet haben. Die USA sehen zwar keine Hinweise darauf, dass Nordkorea seine Kriegsdrohungen umsetzen könnte - doch sie verstärken ihre Militärpräsenz.

Südkorea droht mit Gegenschlag

Video: Südkorea droht mit Gegenschlag

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

US-Regierungsbeamte fürchten nach einem Bericht der „Washington Post“, dass Nordkorea Fortschritte beim Bau von Atombomben macht. Wie die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtet, könnte Pjöngjang bei seinem jüngsten Nuklearversuch im Februar eine Atombombe mit hoch-angereichertem Uran gezündet haben.

Dies würde bedeuten, dass das Regime zur Urananreicherung fähig ist. Es könne zudem auf eine Zusammenarbeit mit dem Iran hindeuten, berichtete das Blatt am Montag. Allerdings handele es sich zunächst lediglich um Mutmaßungen von Experten, eindeutige Hinweise gebe nicht, betont das Blatt.

Nordkoreas Drohungen in jüngster Zeit

23. Dezember 2010

„Die revolutionären Streitkräfte der Volksrepublik (Nordkorea) werden vollständig vorbereitet sein, nötigenfalls zu jeder Zeit einen Heiligen Krieg der Gerechtigkeit im koreanischen Stil auf der Basis der atomaren Abschreckung zu starten.“ (Minister der Streitkräfte, Kim Yong Chun)

23. März 2011

„Unserer Truppen sind bereit, jederzeit auf die Festen der psychologischen Kriegsführung zu zielen und zu schießen und in reale Kampfaktionen überzugehen, wenn wir das wollen.“ (Warnung eines Befehlshabers der Streitkräfte gegen anti-nordkoreanische Flugblattaktionen aus Südkorea)

23. April 2012

„Sie (die Truppen) werden die rattenähnliche Gruppe und die Stützpunkte der Provokationen in drei bis vier Minuten in Asche legen.“ (Nordkoreas Streitkräfte drohen mit „Spezialaktionen“ gegen die südkoreanische Hauptstadt Seoul.)

05. März 2013

„Wenn die Übungen nach dem 11. März in ihre Hauptphase treten, wird der Waffenstillstandsvertrag, der nur dem Namen nach bestanden hat, beendet sein.“ (Reaktion der Streitkräfte auf südkoreanisch-amerikanische Militärübungen)

07. März 2013

„Weil die USA einen Atomkrieg entfachen wollen, werden wir unser Recht auf einen nuklearen Präventivschlag gegen das Hauptquartier der Aggressoren wahrnehmen.“ (Ein Sprecher des Außenministeriums)

27. März 2013

„In der Situation, in der jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann, ist die Nord-Süd-Kommunikation nicht mehr nötig.“ (Delegationsleiter für die Militärgespräche mit Südkorea kündigt Kappung der militärischen Telefonleitung zum Süden an.)

29. März 2013

„Es ist angesichts der bestehenden Lage an der Zeit, eine Rechnung mit den US-Imperialisten zu begleichen.“ (Machthaber Kim Jong Un laut Staatsmedien)

30. März 2013

Nordkorea erklärt Südkorea den Krieg. „Von diesem Moment an werden die Nord-Süd-Beziehungen in einen Kriegszustand versetzt und alle Angelegenheiten zwischen beiden werden gemäß den Vorschriften für Kriegszeiten erledigt.“ (Regierungserklärung)

Bei bisherigen Versuchen habe das kommunistische Land dagegen vermutlich Plutonium aus alten Beständen verwendet, hieß es. Die Vermutung, dass diesmal hoch-angereichertes Uran verwendet wurde, würden durch außergewöhnliche Maßnahmen Nordkoreas genährt, die Auswirkungen des jüngsten Tests zu verschleiern. So gebe es etwa nur sehr geringe radioaktive Spuren in der Atmosphäre.

Pjöngjang verschärft seit Wochen seine militärischen Drohungen gegen Südkorea und die USA. Südkorea hat dem Nachbarn für den Fall eines Angriffs mit entschlossenen Reaktionen gedroht. Sollte es "irgendeine Provokation" des Nordens geben, sei mit einer "starken und sofortigen Vergeltung" zu rechnen, erklärte Präsidentin Park Geun Hye am Montag in Seoul. In Nordkorea wurde indes der Wirtschaftsfunktionär Pak Pong Ju zum neuen Regierungschef ernannt.

Sie nehme die jüngsten Drohungen der kommunistischen Führung in Pjöngjang "sehr ernst", sagte Park bei einem Treffen mit ranghohen Vertretern der Streitkräfte und Verteidigungsminister Kim Kwan Jin. Kim warnte, dass Südkorea im Fall einer Attacke präventiv die Atomanlagen und Raketenstellungen Pjöngjangs angreifen werde. Sein Land werde nach dem Prinzip der "sogenannten aktiven Abschreckung" vorgehen, sagte er.

Der kommunistische Nordkorea erklärte am Samstag den Kriegszustand mit dem Süden und drohte mit einem Atomkrieg. "Alle Angelegenheiten zwischen beiden Ländern werden nach dem Kriegsprotokoll behandelt", erklärte Pjöngjang per amtlicher Nachrichtenagentur KCNA. Jede militärische Provokation werde einen "umfassenden Konflikt und einen Atomkrieg" nach sich ziehen. Die beiden Länder befinden sich formal ohnehin im Kriegszustand, der Korea-Krieg endete im Jahr 1953 nur mit einer Waffenruhe.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

btw

01.04.2013, 16:07 Uhr

Wie bekommt man einen Elefanten in einen Kühlschrank?...

Moltke

01.04.2013, 16:21 Uhr

Es ist schon beeindruckend, wenn man diesen Pickel-Fettel stets in lehmbewehrten Unterständen martialisch durch den Feldstecher, die Natur beobachten sieht. Und mit diesem militärischen Equipment wollen diese Trottel einen (nuklearen) Krieg anzetteln? Die sind doch im ersten Schusswechsel erledigt, diese Spinner!

Paulus

01.04.2013, 16:28 Uhr

Brav Moltke: fein aus den Traumtagebüchern abgeschrieben.
Und so unideologisch.
Wo lernt man so brav hinterherzudenken?
Oder versprechen Sie sich davon gar einen "pour le merite" für Ihre feinsinnigen wirken wollenden Einsichten?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×