Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2012

19:59 Uhr

Nordkorea

Weltraum-Feuerwerk zum Jahrestag

VonMartin Kölling

Nordkorea will in diesen Tagen einen angeblich zivilen Satelliten in den Weltraum schießen, doch die meisten Staaten befürchten einen Nuklear-Test. Es könnte das erste Ausrufezeichen des neuen Führers Kim Jung-un werden.

Kim Won Ho zeigt den Journalisten ein Modell des nordkoreanischen Satelliten, der in den Weltraum geschossen werden soll. dapd

Kim Won Ho zeigt den Journalisten ein Modell des nordkoreanischen Satelliten, der in den Weltraum geschossen werden soll.

Nordkorea liebt es, den Westen zu provozieren. Doch für die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il-sung am 15. April hat sich die Führung in Pjöngjang selbst überboten. Begleitet von einer beispiellosen PR-Offensive plant der Norden ein verbotenes Weltraum-Feuerwerk.

Zwischen dem 12. und 16. April wolle man einen zivilen Satelliten in den Weltraum schicken, hatten die Machthaber im März angekündigt. Und während der Westen den Raketenstart noch als Verstoß gegen UN-Resolutionen anprangerte und neue Sanktionen androhte, ließ das Regime am Sonntag erstmals ausländische Journalisten in das Raketenzentrum Tongchangdong im Nordwesten des Landes. „Weder die USA noch China erlauben Zugang auf diesem Niveau“, behauptete Jang Myong-jin, der Leiter des Raketenzentrums.

Die Filme der Reporter zeigten Ingenieure auf dem Gerüst herumwimmeln, das die dreistufige Rakete Unha-3 (Galaxie 3) hält. Oben in der Spitze soll der Erdbeobachtungssatellit Kwangmyongsong-3 (Heller Stern 3) thronen, den die Rakete in südlicher Richtung über die Weiten des Pazifik in eine polare Erdumlaufbahn befördern soll.

Ein lebensgroßes Modell des Satelliten, das der Welt gezeigt wurde, sah sehr schlicht aus. Der rund einen Meter hohe Quader schien nicht einmal Steuerdüsen zu besitzen, die ihn auf der Umlaufbahn stabilisieren könnten. Der Satellit sei auf Studentenniveau, lästerte daher ein japanischer Weltraumexperte. Und genau dies lässt viele Staaten schäumen.

Die USA, Japan und Südkorea werfen dem Norden unverhohlen vor, de facto eine nukleare Langstreckenrakete zu testen. Und um genau dies zu verhindern, hatte der UN-Sicherheitsrat dem Norden den Test von ballistischen Raketen und damit auch von Weltraumraketen verboten. Die Reaktionen sind dementsprechend harsch.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Harald

11.04.2012, 20:27 Uhr

Es scheint, als könnten die USA es kaum abwarten ihr neues Raketenarsenal an irgendwem zu testen. (...) Bevor man hier die Koreaner zum Bösen kürt sollte man bedenken, das einzig und alleine die USA bisher Atomwaffen (...) auf ein fremdes Land geworfen und unsägliches Leid über diese Bevölkerung gebracht hat. Es ist völlig unverständlich, das die Menschen die Propaganda der USA noch glauben, das diese die "netten", aber die Anderen die bösen sind! PFUI!
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

deutscher

12.04.2012, 08:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion editiert?
Meinungsfreiheit ADE!!!!
Pfuideibel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×