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04.02.2014

11:55 Uhr

Nordkoreanischer Diktator

Kim Jong Un will Parlamentssitz haben

Bei der ersten Parlamentswahl seit seiner Machtübernahme will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in die Volksversammlung einziehen. Überraschungen dürfte es beim Wahlergebnis wohl nicht geben.

Zwei Exzentriker unter vielen: Kim Jong Un und Dennis Rodman Anfang Januar. Reuters, Sascha Rheker

Zwei Exzentriker unter vielen: Kim Jong Un und Dennis Rodman Anfang Januar.

SeoulNordkoreas Machthaber Kim Jong Un kandidiert für einen Sitz im Parlament. Er wurde im Wahlkreis Berg Paektu „einstimmig“ als Kandidat für die Wahl am 9. März aufgestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur KNCA am Montag berichtete. Gefeiert wurde seine Kandidatur, mit der Kim Jong Un dem Vorbild seines verstorbenen Vaters Kim Jong Il folgt, demnach mit einer Tanzveranstaltung für Armeeangestellte aus dem Wahlkreis. Der Berg Paektu wird in Nordkorea als heilig verehrt. Der Legende zufolge wurde Kim Jong Il dort geboren.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte den Wahltermin im Januar verkündet. Es ist die erste Parlamentswahl seit der Machtübernahme von Kim Jong Un Ende 2011. Eine echte Wahl haben die Nordkoreaner allerdings nicht: In jedem der 687 Wahlkreise tritt jeweils nur ein Kandidat an. Bei der letzten Wahl 2009 wurden nach offiziellen Angaben alle Bewerber mit 100 Prozent gewählt. Die Wahlbeteiligung lag offiziell bei 99,98 Prozent.

Das Parlament des autoritär regierten Landes ist zudem praktisch machtlos. Üblicherweise wird die Volksversammlung zwei Mal im Jahr für ein bis zwei Tage einberufen, um Haushaltsvorlagen und Personalentscheidungen zu bestätigen.

Die Wahl im März könnte jedoch Hinweise auf die veränderten Machtverhältnisse in Pjöngjang liefern. Ende vergangenen Jahres war der einflussreiche Onkel Kim Jong Uns, Jang Song Thaek, wegen angeblicher Umsturzpläne hingerichtet worden. Er war wie viele andere Mitglieder der nordkoreanischen Führung Mitglied der Volksversammlung. Die Neuwahl dürfte deshalb auch darüber Aufschluss geben, wer aus dem Machtapparat noch in Ungnade gefallen ist und daraufhin von den Kandidatenlisten gestrichen wurde.

Von

afp

Kommentare (2)

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pro-d

04.02.2014, 12:13 Uhr

was würden die armen Amis nur machen, wenn sie das Feindbild Nordkorea nicht hätten?

amiland muss immer einen Feind haben, wer sonst würde es denn sonst noch akzeptieren, dass so mega viel Geld für die Rüstung ausgegeben würde.

Nettie

04.02.2014, 12:19 Uhr

Ekelhaft.
Gibt es wirklich gar keine Handhabe, nicht mal den Willen, einen Ansatz dafür zu suchen, um das Volk endlich aus diesem Albtraum zu befreien?
Dieser Irrsinn kann doch nicht ewig so weitergehen?!!

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