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13.02.2017

02:15 Uhr

Nordkoreas Raketentest

USA beantragen Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Nordkorea hat den erneuten ballistischen Raketentest bestätigt. Staatschef Kim Jong Un sei beim Start anwesend gewesen. Die USA kündigen eine entschlossene Reaktion an - und richten sich an den UN-Sicherheitsrat.

TV-Berichte in Südkorea über den neuen Raketentest des Nachbarn. Reuters, Sascha Rheker

Nordkorea

TV-Berichte in Südkorea über den neuen Raketentest des Nachbarn.

SeoulAls Reaktion auf den jüngsten Raketenest Nordkoreas haben die USA, Japan und Südkorea eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Man gehe davon aus, dass die Sitzung noch am Montag stattfinde, teilte die US-Vertretung bei den Vereinten Nationen (UN) mit.

Zuvor hatte Nordkorea den Raketentest am Wochenende und damit einen erneuten Verstoß gegen UN-Resolutionen bestätigt. Dabei habe es sich um die Erprobung eines neuen Geschosses mit mittlerer bis längerer Reichweite gehandelt, das mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

Der Test der Rakete vom Typ Pukguksong-2 am Sonntag sei erfolgreich gewesen. Machthaber Kim Jong Un habe ihn persönlich überwacht. Die Rakete sei zum Schutz der Nachbarländer in einem steilen Winkel gestartet worden. Sie wurde im Westen des abgeschotteten Landes abgefeuert und stürzte nach rund 500 Kilometern östlich der Küste ins Japanische Meer. Südkoreanischen Militärvertretern zufolge erreichte sie eine Höhe von 550 Kilometern.

Der Test wurde international verurteilt. Die USA kündigten eine entschlossene Reaktion wie womöglich weitere Sanktionen an. Eine Eskalation solle aber vermieden werden, sagte ein Regierungsvertreter. Man habe mit einer solchen Provokation nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump gerechnet.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

Beobachter werteten Nordkoreas Aktion als Versuch einer Machtprobe mit dem neuen US-Präsidenten, der am Wochenende Japans Ministerpräsident Shinzo Abe zu Gast hatte. Abe verurteilte den Raketentest scharf. Trump erklärte, die USA stünden zu „100 Prozent“ hinter Japan.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warf Nordkorea vor, auch 2017 seine Völkerrechtsbrüche fortzusetzen. Er forderte die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, "zur Vernunft zu kommen und alle Sicherheitsratsresolutionen in vollem Umfang zu respektieren." Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests absolviert - soviel wie nie zuvor - und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) verstoßen.

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