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03.12.2011

16:22 Uhr

Norwegischer Attentäter

Breivik zweifelt psychiatrisches Gutachten an

In einem psychiatrischen Gutachten wird der norwegische Attentäter Breivik für geisteskrank erklärt. Dieser jedoch wehrt sich dagegen - und wirft den Psychologen „nicht genügend Ahnung von politischen Ideologien“ vor.

Anders Behring Breivik sagt, sein psychiatrisches Gutachten enthalte „Fehler“ und „Lügen“. AFP

Anders Behring Breivik sagt, sein psychiatrisches Gutachten enthalte „Fehler“ und „Lügen“.

OsloDer norwegische Attentäter Anders Behring Breivik verwahrt sich nach Angaben seines Anwalts gegen das psychiatrische Gutachten, in dem ihm Unzurechnungsfähigkeit bescheinigt wird. Odd Ivar Groen sagte der Zeitung „Verdens Gang“, nach Ansicht seines Mandanten enthält das Gutachten „Fehler“ und „Lügen“, seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Die Meinung der Gutachter, wonach er geisteskrank sei, teile Behring Breivik nicht. Er sei der Ansicht, dass die Gutachter „nicht genügend Ahnung von politischen Ideologien“ hätten. Sie hielten einige seiner Erklärungen für absonderlich, doch in seinen Augen seien sie das nicht.

Der 32-Jährige hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel von Oslo eine Autobombe gezündet und damit acht Menschen getötet. Anschließend eröffnete er in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya das Feuer und erschoss 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer. Er wurde am selben Tag festgenommen und sitzt seither in einem Hochsicherheitsgefängnis nahe Oslo in bereits mehrfach verlängerter Untersuchungshaft.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, sie werde Behring Breiviks Einweisung in eine psychiatrische Klinik beantragen, sollte die von den Gutachtern festgestellte strafrechtliche Unzurechnungsfähigkeit zur Tatzeit abschließend bestätigt werden. Eine gerichtsmedizinische Kommission soll das Gutachten auf seine wissenschaftliche Korrektheit hin überprüfen und bis Jahresende mitteilten, ob sie sich der Diagnose anschließt.

Der Prozess gegen Behring Breivik sollte eigentlich am 16. April kommenden Jahres beginnen. Sollte er lebenslänglich in eine geschlossene Klinik eingewiesen werden, müsste ein Richter alle drei Jahre über seinen Verbleib entscheiden. Sollte Behring Breivik von seiner Psychose geheilt werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn er als Gefahr für die Gesellschaft angesehen wird, käme er ins Gefängnis, wenn nicht, könnte er auf freien Fuß kommen.

Behring Breivik sieht sich auf einem Kreuzzug gegen eine „muslimische Invasion“ und die Multikulturalität in Europa. Die Taten vom 22. Juli gibt er zu. Er bekennt sich jedoch nicht schuldig, weil es um eine „schreckliche, aber notwendige Kriegshandlung“ gegangen sei. Der Attentäter verfasste ein mehr als 1500 Seiten umfassendes Manifest, in dem er dem Kommunismus den Kampf ansagt, sich mit Israel solidarisiert und eine „konservative Revolution“ fordert.

Von

afp

Kommentare (5)

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eigentlich_logisch

03.12.2011, 17:38 Uhr

Welcher Geisteskranke glaubt schon selber, geisteskrank zu sein? Eher hält er alle anderen für geisteskrank.

Anonym

03.12.2011, 21:39 Uhr

Wieso muss ein Massenmöreder immer Geisteskrank sein? Ihr hat nur eine andere Vorstellung wie die meisten anderen Menschen und dann ist er Geisteskrank? Ich finden dieser Mensch ist voll zurechenungsfähig. Deshalb gehört ihm ein Prozess gemacht wie jedem anderen auch. Das Urteil sollte wenn es diese noch geben würde Todesstrafe mit sofortiger Vollstrechung. Das mit der Geisteskrankheit ist wieder son ein Ding wo sich die Psycholgen als all Heiler herfor tun möcheten. Er kommt jetzt in eine Geschlossene und in 10-15 Jahren, da die Psychologen ja auch Erfolge vorweisen müssen, als geheilt wieder frei. Und kurze Zeit später macht er wieder das selbe! Eigentlich sollte man die ganzen Psychiater/inen wenn ein Serientäter nach seiner Freilassung rückfällig wird für Beihilefe Verklagen!

christoph

03.12.2011, 21:45 Uhr

Ich frage mich, ob die Gutmenschenpsychiater oder Väter, die heute die gängige Praxis Mörder oder Vergewaltiger für psychisch unzurechnungsfähig zu erklären und nach wenigen Jahren wieder freizulassen befürworten,wohl umdenken würden ,falls es mal eines ihrer Kind treffen würde.

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