Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2012

13:57 Uhr

Notfallpläne

China plant für Euro-Austritt Griechenlands

Die chinesische Regierung erörtert Maßnahmen für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Kreisen zufolge wurden Ministerien und Behörden aufgefordert, Notfallpläne auszuarbeiten, um den Yuan stabil zu halten.

Chinas Premier Wen Jiabao. Die Regierung will sich vor Turbulenzen schützen. dpa

Chinas Premier Wen Jiabao. Die Regierung will sich vor Turbulenzen schützen.

PekingChina trifft Vorbereitungen für den Fall eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone. „Die Regierung hat jedes Ministerium aufgefordert, Maßnahmen für den Fall eines Abschieds von Griechenland von der Währungsunion zu analysieren und so schnell wie möglich eigene Vorschläge zu präsentieren“, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Es ist sehr dringend.“ Die Regierung habe staatliche Behörden wie die Zentralbank, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie die Bankenaufsicht angewiesen, Notfallpläne zu erörtern.

Mehreren Personen zufolge sollen beispielsweise Schritte vorbereitet werden, um die heimische Währung Yuan stabil zu halten. Denkbar sei auch, einen stärkere Kontrolle des grenzübergreifenden Kapitalverkehrs. Auch soll eine Strategie erörtert werden, wie die heimische Wirtschaft gestärkt und vor möglichen Turbulenzen geschützt werden könne.

Angesichts der politischen Wirren in Athen kursieren längst auch in der Euro-Zone Planspiele für eine Zukunft ohne Griechenland. Regierungen und Unternehmen befassen sich ernsthaft mit den Folgen für die Währungsunion. Eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder forderte die Regierungen auf, nationale Notfallpläne für diesen Fall auszuarbeiten, hieß es vor wenigen Tagen in Brüssel. Auch Unternehmen treffen Vorkehrungen. Der Handelskonzern Metro spielt angesichts Szenarien eines Scheiterns der Gemeinschaftswährung durch.

China bekräftigte gleichzeitig seine Unterstützung für die Euro-Zone im Kampf gegen die Schuldenkrise. Auch künftig werde in Staatsanleihen und andere Vermögensanlagen der Währungsunion investiert, kündigte Zentralbank-Chef Zhou Xiaochuan in der Zeitung „Chinese Business News“ (Montagausgabe) an. Auch werde China weiter das Engagement des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Investitionen in Infrastruktur-Projekte und Privatisierungsprogramme unterstützen. „Voraussetzung ist sicherlich, dass wir in diesen Ländern Reformen sehen, und dass sich diese Investitionen auszahlen“, sagte Zhou.



 

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×