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31.07.2013

15:20 Uhr

NSA-Affäre

Snowdens Vater rät zu Aufenthalt in Russland

In einem ersten Interview im russischen Staatsfernsehen spricht der Vater des US-Geheimdienstenthüllers Snowden seinem Sohn Mut zu. Und er dankt Kremlchef Putin, dass er den Verfolgten vor den US-Behörden schützt.

Edward Snowden hofft nun doch auf Asyl in Russland. AFP

Edward Snowden hofft nun doch auf Asyl in Russland.

MoskauDer Vater des von den USA gejagten Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden rät seinem Sohn aus Sicherheitsgründen zum weiteren Aufenthalt in Russland. „Wenn ich er wäre, würde ich in Russland bleiben“, sagte Lon Snowden in einer am Mittwoch ausgestrahlten Sendung des russischen Staatsfernsehens. Zudem dankte er Kremlchef Wladimir Putin dafür, seinem Sohn Schutz vor den US-Behörden zu gewähren. Russland zeige Entschlossenheit, Mut und Stärke gegenüber den USA, sagte der Vater weiter. Er sei stolz auf seinen Sohn, betonte Lon Snowden.

Der 30 Jahre alte IT-Experte Edward Snowden hält sich seit dem 23. Juni im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Der US-Bürger hatte die umstrittenen US-Ausspäh-Aktionen des Geheimdienstes NSA enthüllt. Der russische Anwalt Anatoli Kutscherena sicherte in der Fernsehsendung zu, dass Moskau den Verfolgten niemals ausliefern werde. Kutscherena unterstützt Snowden bei dessen Antrag auf vorläufiges Asyl in Russland.

Russland glaube nicht an ein gerechtes Gerichtsverfahren gegen Snowden in den USA, sagte Kutscherena. Der kremlnahe Jurist teilte außerdem mit, dass er dem 52 Jahre alten Vater Snowdens eine Einladung ausstelle, damit Snwoden senior bald nach Moskau reisen könne. Einen Termin gebe es noch nicht.

Brief an Russland: USA pochen nicht auf Snowdens Auslieferung

Brief an Russland

USA pochen nicht auf Snowdens Auslieferung

Russland will den Whistleblower Edward Snowden nicht an die USA übergeben. Diese sprechen nun offenbar gar nicht mehr von Auslieferung. Snowden sitzt trotzdem noch am Flughafen fest - wegen der „russischen Bürokratie“.

Snowdens Vater hatte zuvor der US-Zeitung „Washington Post“ gesagt, dass ihm der Geheimdienst FBI vor einigen Wochen eine Reise zu seinem Sohn angeboten habe. Er wolle sich aber durch die US-Behörden nicht als „emotionales Werkzeug“ zum Druck auf seinen Sohn missbrauchen lassen. „Wenn er den Rest seines Lebens in Russland verbringen möchte, dann bin ich einverstanden“, sagte Lon Snowden. Er betonte, er habe kein Vertrauen in die US-Justiz.

Edward Snowden hatte bei der Migrationsbehörde in Moskau Asyl beantragt, weil er in den USA um Leib und Leben fürchte. Eine von den USA geforderte Auslieferung Snowdens lehnt Russland kategorisch ab - auch weil es dafür kein Abkommen gebe. Das Außenministerium in Moskau teilte zudem mit, dass die US-Behörden bisher nicht einmal einen entsprechenden Antrag gestellt hätten.

Zuletzt hatte US-Justizminister Eric Holder in einem Brief zugesichert, dass Snowden weder Todesstrafe noch Folter befürchten müsse. Das Schreiben beinhaltete lediglich eine Aufforderung zur Rückkehr, verbunden mit dem Angebot, Snowden dafür ein vorläufiges US-Dokument auszustellen. Snowdens Reisepass hatten die US-Behörden annulliert, nachdem er von Hongkong nach Moskau geflogen war.

Russland wirft den USA vor, wegen dieser Passangelegenheit Snowdens Aufenthalt in Russland selbst verschuldet zu haben. Der Fall belastet auch die russisch-amerikanischen Beziehungen. Wegen des Aufenthalts des von den USA als Verräter gesuchten US-Bürgers steht ein für Anfang September in Moskau geplanter Besuch von US-Präsident Barack Obama infrage. Experten erwarten, dass Obama möglicherweise nur zum G20-Gipfel nach St. Petersburg reisen wird, um sich dort dann auch mit Putin zu treffen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.08.2013, 03:58 Uhr

Snowdens Vater rät zu Aufenthalt in Russland
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Das würde ich auch!
Das Urteil gegen Bradley Manning sollte ihm eine Warnung sein!

"Ein US-Militärgericht hat Bradley Manning in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen. Den schwerwiegendsten Vorwurf der Feindesunterstützung ließ das Gericht jedoch fallen."

Wenn er in die USA zurückkehren würde, blühte ihm ähnliches.
Edward Snowden würde dann zu lebenslänglich plus 154 Jahren "verurteilt". Obama hat es klar ausgedrückt. "Verräter müssen "vernichtet" werden!"

"Dennoch lautete das Urteil: Schuldig, unter anderem der Spionage in sechs Fällen.
Darüber hinaus verurteilte Richterin Denise Lind den 25-jährigen Obergefreiten für fünffachen Diebstahl, Computerkriminalität und weitere militärische Regelverletzungen."

Es ist also "Spionage" wenn man die Wahrheit veröffendlicht!
Und seit wann ist "copy and paste" Computerkriminalität?
Dann wärenen ja viele unserer sogenannten "Doktoren" kriminel!

Abbaya

09.09.2013, 07:08 Uhr

Der mit Vorschusslorbeeren ausgezeichnete Friedensnobelpreisträger wurde demaskiert, das ist der allein ausschlaggebende Grund für das ganze Theater; welches sich eigentlich um diese Person dreht.

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