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13.06.2013

00:41 Uhr

NSA-Chef vor US-Kongress

Überwachungsprogramme sollen Terror stoppen

NSA-Chef Alexander verteidigt die Spähprogramme vor dem US-Kongress. Er rechtfertigt deren Existenz mit der Abwehr vor Terrorgefahren. Gleichzeitig mahnte er zur besseren Kontrolle von Fremdfirmen.

NSA-Chef Keith B. Alexander verteidigte die umstrittenen Überwachungsprogramme vor dem US-Kongress. ap

NSA-Chef Keith B. Alexander verteidigte die umstrittenen Überwachungsprogramme vor dem US-Kongress.

WashingtonDer US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hat die Rechtmäßigkeit seiner umstrittenen Überwachungsprogramme verteidigt und eine bessere Kontrolle von Fremdfirmen gefordert. Er sei ernsthaft besorgt, dass ein externes Unternehmen Zugang zu zentralen Bereichen des NSA-Netzwerks gehabt habe, sagte er am Mittwoch bei einer Anhörung im Senat in Washington.

Die Programme seien "strikten Richtlinien" unterworfen und stünden unter "rigoroser Aufsicht", sagte der NSA-Chef. "Wir operieren in einer Weise, die sicherstellt, dass wir das Vertrauen der amerikanischen Bevölkerung behalten."

Seiner Einschätzung nach spielen die Programme eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Terrorgefahren. Auf diese Weise seien "dutzende" Anschläge in den USA und im Ausland vereitelt worden, sagte Alexander.

Als Beispiel für die Wirksamkeit der Überwachung nannte der NSA-Chef einen verhinderten Anschlag auf das New Yorker U-Bahn-System im Jahr 2009. Erst durch die Auswertung von Internetdaten durch das Prism-Programm seien die Geheimdienste den Plänen auf die Spur gekommen. Der NSA-Chef betonte, dass sich seine Behörde der Einhaltung des Rechts und dem Schutz der Privatsphäre "zutiefst verpflichtet" fühle.

Außerdem sprach sich Alexander für umfassende Transparenz im Datenskandal aus. Er wolle der Öffentlichkeit so viele Details wie möglich über die Überwachungsprogramme der NSA präsentieren. Zugleich verteidigte er die Arbeit seines Dienstes, die Enthüllungen untergrüben die Fähigkeiten der NSA und die Sicherheit würde gefährdet.

Die britische Zeitung "Guardian" und die "Washington Post" hatten in der vergangenen Woche die Existenz des Spähprogramms Prism aufgedeckt, bei dem die NSA die Nutzerdaten großer Internetkonzerne wie Google, Facebook und Microsoft auswertet. Die Unternehmen bestreiten allerdings einen direkten Zugriff des Geheimdienstes auf ihre Server. Der "Guardian" veröffentlichte auch einen geheimen Gerichtsbeschluss, der es der NSA erlaubt, wahllos Daten über die Handyverbindungen von Millionen Menschen in den USA zu sammeln.

Der externe Techniker Edward Snowden hatte vergangene Woche Details des Überwachungsprogramms „PRISM“ an mehrere Medien weitergegeben. Alexander erklärte, man könne derzeit nicht alle Stellen für Computer-Systemadministratoren mit eigenem Personal besetzen. Aber man müsse sich künftig noch genauer hinsehen, wer solche Posten bekomme.

Der NSA-Chef betonte laut dem zu Beginn der Anhörung verteilten Redetext, dass sich die Regierungsbehörden der Einhaltung des Rechts und dem Schutz der Privatsphäre "zutiefst verpflichtet" fühlten. Wegen der geheimen Natur der Arbeit der NSA würden dies aber nur wenige Menschen außerhalb der zuständigen Stellen in Regierung, Parlament und Justiz zur Kenntnis nehmen können.

Die Quelle hinter den Enthüllungen ist der 29-jährige Computertechniker Edward Snowden, der als Mitarbeiter einer externen Beratungsfirma bei der NSA eingesetzt war. Der in Hongkong untergetauchte Snowden wollte mit der Weitergabe der geheimen Informationen nach eigenen Angaben die Öffentlichkeit über die "massive Überwachungsmaschine" der US-Regierung informieren.

Kommentare (17)

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Ben

12.06.2013, 22:59 Uhr

They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety deserve neither liberty nor safety.
Benjamin Franklin

Wenn die Amerikaner sich ihrer Geschichte bewusst werden,könnte es für gewisse Personen unangenehm werden.

FightTheNewWorldOrder

12.06.2013, 23:29 Uhr

Wir müssen endlich alle apathischen Menschen um uns herum aufwecken, bevor uns the NEW WORLD ORDER im totalitären Alptraum begrüsst.
Natürlich ist die große Mehrheit eh schon irreparabel verdummt, denn wie könnte man Sachen wie freiwilliges Trinken von Aspartam erklären? Ich lasse mir meine Freiheit nicht von Coke Zero Impfopfern Zombies nehmen.

Account gelöscht!

12.06.2013, 23:52 Uhr

@FightTheNewWorldOrder

"Ich lasse mir meine Freiheit nicht von Coke Zero Impfopfern Zombies nehmen."

Das machen Sie ganz prima!
Und lassen Sie sich nicht beirren: Wer Coke Zero trinkt, der schreckt auch nicht davor zurück, uns alle in einen "totalitären Albtraum" zu versetzen. (Coke Light-Trinker sind dagegen nicht ganz so schlimm.)

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