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06.11.2013

18:37 Uhr

NSA-Enthüllungen

Greenwald-Freund klagt gegen Festnahme

Im August nahmen britische Behörden David Miranda vorübergehend am Flughafen fest – er ist der Lebensgefährte des Journalisten Glenn Greenwald, der die NSA-Affäre ins Rollen brachte. Nun wehrt sich Miranda vor Gericht.

Die Briten nahmen David Miranda (links) im August fest, den Lebensgefährten von Glenn Greenwald (rechts). Die Festnahme sei ein „unverhältnismäßiger Angriff auf das Recht zur freien Meinungsäußerung“ gewesen, sagte nun Mirandas Anwalt vor Gericht. ap

Die Briten nahmen David Miranda (links) im August fest, den Lebensgefährten von Glenn Greenwald (rechts). Die Festnahme sei ein „unverhältnismäßiger Angriff auf das Recht zur freien Meinungsäußerung“ gewesen, sagte nun Mirandas Anwalt vor Gericht.

LondonDer Lebensgefährte des US-Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald wehrt sich vor Gericht gegen seine vorübergehende Festnahme in London. David Mirandas Anwalt bestritt am Mittwoch vor einem Gericht in London die Rechtmäßigkeit der Festnahme und der Beschlagnahme von Dokumenten. Das Motiv sei nicht der Kampf gegen den Terrorismus gewesen, sondern, den Geheimdiensten Informationen aus Mirandas Besitz zu verschaffen, sagte der Anwalt Matthew Ryder.

Miranda ist der Lebensgefährte des investigativen Journalisten Greenwald, der in der britischen Zeitung „The Guardian“ in Zusammenarbeit mit dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden als Erster über die Spionagepraktiken des US-Geheimdiensts NSA berichtete. Miranda war am 18. August auf dem Weg von Deutschland in seine Heimat Brasilien bei einem Zwischenstopp in London-Heathrow neun Stunden lang auf der Grundlage von Anti-Terrorgesetzen aus dem Jahr 2000 verhört worden.

Die Behörden beschlagnahmten zudem das Handy, den Laptop sowie Speichermedien des 28-jährigen Brasilianers. Ryder sagte nun, das Vorgehen sei nicht nur illegal gewesen, weil es nicht um Anti-Terrormaßnahmen gegangen sei. Die Festnahme sei auch ein „unverhältnismäßiger Angriff auf das Recht zur freien Meinungsäußerung“ gewesen. Schließlich habe Miranda zur Zeit des Vorfalls Greenwald bei dessen journalistischer Arbeit geholfen.

Greenwald hat den „Guardian“ inzwischen verlassen und arbeitet an einem neuen Projekt für investigativen Journalismus.

Von

afp

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