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10.06.2013

10:59 Uhr

NSA-Maulwurf

Snowden legt sein Schicksal in Chinas Hand

Die PRISM-Enthüllung macht den Amerikaner Edward Snowden zum Gejagten. Der 29-Jährige versteckt sich in Hongkong, weil er dort viel Engagement für Meinungsfreiheit sieht. Peking könnte seine Auslieferung verhindern.

Überwachungs-Skandal

„Das ist die Wahrheit“

Überwachungs-Skandal: „Das ist die Wahrheit“

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Hongkong/PekingDie Flucht von Edward Snowden nach Hongkong ist ein gewagtes Spiel. Das Schicksal des Amerikaners, der die massiven Internet-Schnüffeleien der US-Regierung enthüllt hat, liegt jetzt nicht nur in der Verfügungsgewalt der Behörden von Hongkong, sondern letztendlich in der Hand Chinas. Die ehemalige britische Kronkolonie ist seit der Rückgabe an die Volksrepublik 1997 eine autonom regierte chinesische Sonderverwaltungsregion (SAR).

Schon seit 1998 hat Hongkong - anders als China - ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Politische Fälle sind davon ausgeschlossen. Auch kann die Regierung in Peking eine Auslieferung ablehnen, wenn sie Chinas „Verteidigung, Außenpolitik oder wichtige öffentliche Interessen oder Politik“ schädigen. Eigentlich sucht der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter auch Asyl. Nur ist Hongkong nicht unbedingt als Zufluchtsort für politisch Verfolgte bekannt. Er selbst würde Island bevorzugen.

Nach dem harmonisch wirkenden Gipfel zwischen US-Präsident Barack Obama und Chinas Präsident Xi Jinping am Wochenende in Kalifornien steht der 29-jährige Snowden jetzt mitten zwischen beiden Großmächten. Seit seinen Enthüllungen verblasste die Rolle Chinas als böser Hacker, während sich jetzt ausgerechnet die demokratischen USA als Schnüffler und Datensammler im Internet rechtfertigen müssen.

Wer seit wann beim Schnüffelprogramm PRISM mitmacht

Microsoft

11. September 2007

Yahoo

12. März 2008

Google

14. Januar 2009

Facebook

3. Juni 2009

Paltalk

7. Dezember 2009

YouTube

12. März 2008

Skype

6. Februar 2011

AOL

31. März 2011

Apple

Oktober 2012

Dropbox

„Coming soon“

Wie sich Peking verhalten wird, ist auch wegen der Sonderrolle Hongkongs schwer vorherzusagen. Seit seiner Ankunft vor drei Wochen hält sich Snowden in einem Hotel in der Metropole versteckt. Wie er der britischen Zeitung „Guardian“ sagte, will er sich keineswegs in die Hände chinesischer Sicherheitsorgane begeben. Ganz im Gegenteil: Er habe die Wirtschaftsmetropole gewählt, weil die Menschen dort besonders engagiert für Meinungsfreiheit und politische Rechte einträten.

Kommentare (14)

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kraehendienst

10.06.2013, 11:18 Uhr

Mutig! Klasse! Solche Menschen braucht die Welt, um diese vor der neuen, totalitäten Weltordnung zu bewahren!! Ein neu auferstandener Wikileaks, der auch technische Leaks und hier noch dazu Wissensleaks offenlegte.

Account gelöscht!

10.06.2013, 11:29 Uhr

Man muss sich fragen warum die Identität an die Öffentlichkeit gelang.
Letztendlich kann man Produkte wie eBrief,Cloud und Emailserver ausserhalb der eigenen vier Wände nicht ansatzweise empfehlen;man läuft ja Gefahr, das alles in irgendeiner Form durchleuchtet wird. Und wie man als Firma Cloud nutzt, ist mir in Anbetracht der Wirtschaftsspionageaktivitäten der USA sowieso unbegreiflich. Überwachungs pur bis der Arzt kommt; und der kommt nicht.

yoski

10.06.2013, 11:51 Uhr

Schon schlecht wenn der CIA weiss wo man sich versteckt. Wenn man fluechtet am besten durch Kuba, die tauschen mit der NSA/CIA garantiert keine Daten aus.

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