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06.08.2014

02:47 Uhr

NSA-Mitarbeiter

Die Angst vor Snowden II

Die US-Geheimdienste befürchten einen weiteren Whistleblower in ihrem Haus. Veröffentlichungen auf „The Intercept“, eine von Journalist Greenwald gegründete Website, deuten darauf hin. Im Mittelpunkt: die US-Terrorliste.

Das Logo der NSA wird durch eine Lupe vergrößert: Der US-Geheimdienst vermutet einen weiteren Whistleblower. dpa

Das Logo der NSA wird durch eine Lupe vergrößert: Der US-Geheimdienst vermutet einen weiteren Whistleblower.

WashingtonNach dem früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden fürchten die US-Geheimdienste einen weiteren Enthüller in ihren Reihen. Der Nachrichtensender CNN berichtete am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass die jüngsten Veröffentlichungen auf der Enthüllungswebsite „The Intercept“ auf eine neue undichte Stelle hindeuten würden. Die vom US-Journalisten Glenn Greenwald gegründete Website macht derzeit Details zu den Datenbanken öffentlich, in denen die US-Behörden Terrorverdächtige führen.

Ende Juli hatte „The Intercept“ die teils vagen und willkürlichen Kriterien enthüllt, nach denen Menschen auf die US-Terrorliste gelangen können. Am Dienstag legte die Website nach und veröffentliche Informationen über das Ausmaß der Datenbanken. „The Intercept“ beruft sich dabei auf ein Geheimdienstpapier vom August 2013 - also nachdem Snowden seine Arbeitsstelle in Hawaii als IT-Spezialist für den Geheimdienst NSA bereits verlassen hatte.

Nach eigenen Angaben erhielt die Enthüllungswebsite das Dokument zu den Terrorlisten von einer nicht näher identifizierten „Geheimdienstquelle“. Dagegen hatte „The Intercept“ in der Vergangenheit immer kenntlich gemacht, wenn ein Bericht auf Snowden-Dokumenten basierte.

Der frühere NSA-Mitarbeiter hatte nach seiner Flucht Ende Mai nach Hongkong brisante Geheimdienstpapiere an Greenwald übergeben, der diese an verschiedenen Medien weiterleitete und seit Anfang des Jahres auch auf „The Intercept“ publizierte. Snowden erhielt vergangenen Sommer in Russland politisches Asyl.

Die am Dienstag auf „The Intercept“ veröffentlichten vertraulichen Dokumente zeigen, dass die USA mindestens 680.000 Menschen auf einer TSDB (Terrorist Screening Database) genannten Liste als „bekannte oder mutmaßliche Terroristen“ führen. Davon seien 280.000 Menschen aber gar keiner als Terrororganisation eingestuften Gruppierung wie Al-Kaida, Hisbollah oder den Taliban zugehörig. Medienberichte, wonach alleine in den vergangenen fünf Jahren 1,5 Millionen Menschen auf die Terrorliste gesetzt worden seien, sind laut „The Intercept“ aber nicht korrekt. Die Daten seien falsch interpretiert worden.

Kommentare (3)

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Herr peter Spirat

06.08.2014, 11:10 Uhr

Respekt, offensichtlich gibt es doch noch Amis, die ein Gewissen haben.

Vielleicht hift denen auch die Erkenntnis, dass die USA seit 1945 keinen Krieg mehr gewonnen haben. Und das bei diesem Wahnsinn an Rüstungsausgaben. schon traurig aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist ein STASI-Land geworden.

Herr Teito Klein

06.08.2014, 12:45 Uhr

Edward Snowden reloaded
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Jetzt gibt es also einen zweiten "Edward Snowden".

Ende Juli hatte „The Intercept“ die teils vagen und willkürlichen Kriterien enthüllt, nach denen Menschen auf die amerikanische Terrorliste gelangen können.

Diese stammen vom September 2013. Da hatte Snowden das Land schon verlassen, also kann er nicht der Whistleblower sein.
Jetzt ist der Geheimdienst sichtlich nervös, wurden doch weitere "Staatsgeheimnisse" verraten.

Lässt Warlord Obama diesen "Verräter" und "Staatsfeind" jetzt auch weltweit jagen? (Wanted dead or alive).

Die am Dienstag auf „The Intercept“ veröffentlichten vertraulichen Dokumente zeigen, dass Amerika mindestens 680.000 Menschen auf einer TSDB (Terrorist Screening Database) genannten Liste als „bekannte oder mutmaßliche Terroristen“ führt. Davon seien 280.000 Menschen aber gar keiner als Terrororganisation eingestuften Gruppierung wie Al-Kaida, Hisbollah oder den Taliban zugehörig.

Da kann man mal sehen, wie leicht man in den USA auf die Terrorliste kommen kann. Und es wird auch nicht geprüft, das ist nicht erforderlich. Hier reicht schon eine vage Vermutung.

Die Zahl der Namen auf dieser Liste habe sich seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama Anfang 2009 mehr als verzehnfacht und liege bei 47.000, berichtete „The Intercept“. Vor den Anschlägen vom 11. September 2011 hätten gerade einmal 16 Menschen auf der No-Fly-Liste gestanden.

Herr Teito Klein

06.08.2014, 12:51 Uhr

@ Herr Spirat.
Die USA sind kein Stasi-Land!
Sie sind viel schlimmer.
Die NSA hört Jeden und Alle ab. Und sie hat die technischen Möglichkeiten dazu.
Mielke wäre froh gewesen, hätte er auch nur einen Bruchteil dieser Möglichkeiten gehabt.

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