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30.03.2014

17:50 Uhr

Nukleare Abschreckung

Nordkorea droht mit „neuer Form“ von Atomtest

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm tritt seit langem auf der Stelle. Jetzt verschärft das Regime seine Rhetorik wieder: Die Drohung mit einer „neuen Form“ eines Atomtests richtet sich gegen die USA.

Nach dem Verschießen Dutzender Kurzstreckenraketen an der Ostküste in den vergangenen Wochen hatte das nordkoreanische Militär am Mittwoch auch zwei Rodong-Mittelstreckenraketen mit einer potenziellen Reichweite von bis zu 1300 Kilometern in Richtung offenes Meer abgefeuert. dapd

Nach dem Verschießen Dutzender Kurzstreckenraketen an der Ostküste in den vergangenen Wochen hatte das nordkoreanische Militär am Mittwoch auch zwei Rodong-Mittelstreckenraketen mit einer potenziellen Reichweite von bis zu 1300 Kilometern in Richtung offenes Meer abgefeuert.

SeoulNach der Verurteilung seiner jüngsten Raketenversuche durch den Weltsicherheitsrat hat Nordkorea mit einem Atomversuch gedroht. Das Land schließe eine „neue Form von Atomtest zur Stärkung der nuklearen Abschreckung“ nicht aus, hieß es am Sonntag in einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.

Den USA warf Nordkorea vor, „Kriegsübungen“ zu veranstalten und den UN-Sicherheitsrat zu manipulieren. Washington trage im Falle einer Katastrophe auf der koreanischen Halbinsel die Verantwortung, hieß es.

Nordkorea hatte in den vergangenen acht Jahren bereits drei unterirdische Atomtests unternommen, den bisher letzten im Februar 2013. Was eine „neue Form“ eines vierter Kernwaffentests aussehen könnte, ließ das kommunistische Regime in Pjöngjang offen.

Südkorea warnte Pjöngjang vor einem neuen Atomtest. „Nordkorea sollte sich darüber im Klaren sein, dass es den Preis dafür zahlen wird, wenn es die Forderungen seiner Nachbarn und der internationalen Gemeinschaft ignoriert“, erklärte das Außenministerium in Seoul.

Nach dem Verschießen Dutzender Kurzstreckenraketen an der Ostküste in den vergangenen Wochen hatte das nordkoreanische Militär am Mittwoch auch zwei Rodong-Mittelstreckenraketen mit einer potenziellen Reichweite bis 1300 Kilometer in Richtung offenes Meer abgefeuert. Dies wurde in Südkorea als Reaktion auf die Frühjahrsübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte angesehen, die noch bis zum 18. April andauern. Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea angesichts der jährlichen Manöver gar mit einem Atomangriff gedroht.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats hatten der Führung in Pjöngjang zuletzt vorgeworfen, mit den Raketentests gegen seine Resolutionen zu verstoßen. Im Rat wurde demnach vereinbart, über eine geeignete Reaktion zu beraten.

Die Übungen der nordkoreanischen Volksarmee würden sich gegen die USA richten und „eine erweiterte atomare Abschreckung“ einbeziehen, um weit entfernte Ziele treffen zu können, hieß es am Sonntag aus Pjöngjang. Die Raketentests dienten der Selbstverteidigung. Die USA befürchten, dass Nordkorea bei technischen Fortschritten Atomsprengköpfe auf Langstreckenraketen montieren könnte. Nach Einschätzung von Experten ist das Land jedoch noch nicht soweit.

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm tritt seit längerem auf der Stelle. Die USA und Südkorea verlangen vor allem konkrete Abrüstungsschritte von Nordkorea, bevor eine neue Runde multilateraler Verhandlungen stattfinden könnte.

Von

dpa

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