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01.04.2016

18:22 Uhr

Nukleargipfel

Obama warnt vor Gefahren des Atomterrorismus

Es ist ein Alptraum für Regierungen und Behörden rund um die Welt: Atommaterial in Händen von Terroristen. Tausende Tonnen sind verfügbar. Zum Auftakt des Nukleargipfels warnt Barack Obama vor Atomterrorismus.

Belgien bekümmert die US-Nuklearexperten schon länger: Seit Jahren versuchen sie, die Regierung in Brüssel dazu zu bewegen, ihre Nuklearbestände zu reduzieren. dpa

Atomkraftwerk in Tihange

Belgien bekümmert die US-Nuklearexperten schon länger: Seit Jahren versuchen sie, die Regierung in Brüssel dazu zu bewegen, ihre Nuklearbestände zu reduzieren.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat zum Auftakt des Gipfels für nukleare Sicherheit vor den Gefahren eines atomaren Terrorismus gewarnt. „Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten ihre Hände an dieses Material bekommen, würden sie so viele Menschen töten wie möglich“, sagt er. Obama verwies auf das Interesse der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an radioaktivem Material.

Der US-Präsident mahnte am Freitag in Washington ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: „Keine Nation kann das alleine lösen.“ Er dankte einer Reihe von Staaten für ihre Anstrengungen und Erfolge, ihre Bestände hoch angereicherten Urans zu reduzieren oder abzubauen. Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern sind in Washington. Der Gipfel endet am Abend (Ortszeit).

Zuvor hatte sich Obama mit der sogenannten P5+1-Gruppe getroffen, die den Atomvertrag mit dem Iran ausgehandelt hatte. Obama dankte allen beteiligten Nationen, darunter auch Deutschland. „Wir sehen dank dieses Vertrages bereits jetzt echte Fortschritte“, sagte er. „Für Iran wird es eine Zeit dauern, wieder vollständig in die Weltwirtschaft integriert zu sein, aber das Land beginnt bereits die Vorteile aus dem Vertrag zu sehen“, sagte Obama.

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Nordkoreas Drohgebärden, der Atomvertrag mit dem Iran und die Sorge vor gestohlenem radioaktivem Material sind nur einige Themen des Nukleargipfels in Washington. Nach den Attacken in Europa geht es auch um den IS.

Bei dem Treffen anwesend waren die Präsidenten Chinas und Frankreichs sowie der EU, außerdem Großbritanniens Premier und der russische Botschafter. Deutschland wurde von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vertreten.

In Krankenhäusern, in Forschungseinrichtungen, in der Industrie: Rund um den Globus wird radioaktives Material verwendet, in der Summe viele tausend Tonnen. „Jedes Bestrahlungsgerät liefert genug Nuklearmaterial“, stellt ein Bericht in Washington kühl fest: Aus den gleichen Isotopen, die lebensrettende Krebsbehandlungen ermöglichten, könnten Terroristen eine schmutzige Bombe bauen.

Dies ist nur eines der extrem heiklen Themen des Gipfels für nukleare Sicherheit. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Terroristen eine schmutzige Bombe detonieren lassen, ist viel höher als eine improvisierte Atombombe, weil es einfach so viel Nuklearmaterial gibt“, sagt Andrew Bieniawski von der Nuclear Threat Initiative.

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