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12.06.2017

00:06 Uhr

Nur jeder 13. Migrant aus Deutschland zurückgeführt

EU-Länder halten sich nicht an Dublin-Verfahren

Deutschland hat um die Übernahme von 72.321 Migranten gebeten. Einem Bericht zufolge sind aber nur knapp über 5000 von anderen EU-Staaten zurückgenommen worden. Das Dublin-Verfahren wirkt wie ein Vorschlag, keine Regel.

Flüchtlinge wollen in die EU einreisen: Nach dem Dublin-Verfahren müssen Migranten ihre Asylverfahren in dem Land durchlaufen, in das sie zuerst eingereist sind. dpa

Flüchtlinge

Flüchtlinge wollen in die EU einreisen: Nach dem Dublin-Verfahren müssen Migranten ihre Asylverfahren in dem Land durchlaufen, in das sie zuerst eingereist sind.

BerlinDie EU-Mitglieder halten sich nicht konsequent an das Dublin-Verfahren, das klare Regeln für Asylverfahren für Migranten festlegt. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Montag), die sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag beruft, nehmen die EU-Staaten nur jeden 13. Migranten aus Deutschland zurück, für deren Asylverfahren sie eigentlich zuständig wären. Nach dem Dublin-Verfahren müssen Migranten ihre Asylverfahren in dem EU-Land durchlaufen, in das sie zuerst eingereist sind.

Nach dem Bericht hat der Bund von Anfang 2016 bis Ende März diesen Jahres andere EU-Länder um Übernahme von 72.321 Migranten ersucht. Tatsächlich zurückgeführt wurden aber nur 5321 (7,3 Prozent) der betroffenen Personen. Umgekehrt stellten andere EU-Länder für 39.251 Migranten Übernahmeersuchen an Deutschland. Aufgenommen wurden davon 14.566 (37,1 Prozent) Betroffene.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

12.06.2017, 09:15 Uhr

Mit dem Gastarbeiteranwerbestopp 1975 wurde die Einwanderung nach Deutschland drastisch reduziert. Benachbarte europäische Staaten handelten ähnlich. Daraufhin haben Ende der 70er Jahre linke Schlechtmenschen den Asylparagraphen im GG in ein Masseneinwanderungsinstrument verwandelt.

Dies war nicht im Sinne der Regierungen vor Fr. Merkel. Sie trauten sich allerdings nicht direkt gegen die Schlechtmenschen vorzugehen. So führte man die "sicheren Drittländer" als Einwanderungsbremse ein und hat dieses System dann in Form der Dublin Verträge in der EU geregelt. Nutzniesser sind die mitteleuropäischen Staaten, Betroffene die Staaten mit Aussengrenze.

Fr. Merkel hat dann in ihren Umvolkungsvisionen und ihren Willkommensbotschaften an den Rest der Welt den Dublin Vertrag seines Sinnes beraubt.

Sachlich wäre geboten die Umvolkung formal zu regeln und den Menschen in den Ausgangsländern Visas zu geben dass diese direkt in die Sozialhilfe einreisen können. Das aktuelle Spiel mit Willkommenskultur einerseits, Dublin, Rückführungen die dann doch nicht stattfinden andererseits, ist ein Spiel das dem Wahlkampf in Deutschland und der Empfindlichkeit der wählenden Urbevölkerung geschuldet ist.



Herr Georg Mayer

12.06.2017, 18:25 Uhr

Auch wenn ich ihre Wortwahl mißfällt will ich ihnen Antworten.
Abgesehen davon das die Dublinverträge einer der großer Fehler der EU waren, ist es sicher nicht Ziel von Merkel "das Volk auszutauschen " oder was auch immer. Damals hätte man eine Quotenregelung einführen sollen.
Merkel wollte damals nur das Flüchtlingsleid unter anderem an der ungarischen Grenze beenden.
Wenn das Leiden so groß ist das man auch den Tod in kauf nimmt kann man sie durch schlechte Behandlung abwehren.

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