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20.03.2013

17:22 Uhr

Obama auf Nahost-Reise

USA will Israels bester Freund sein

Barack Obama hat Israel d ie unverbrüchliche Freundschaft der USA zugesichert. „Israel wird keinen besseren Freund finden“, sagte er Präsidenten Schimon Peres. Zugleich betonte Obama das Recht der Israelis auf Sicherheit.

Barack Obama wird in Israel ein herzlicher Empfang bereitet. ap

Barack Obama wird in Israel ein herzlicher Empfang bereitet.

JerusalemDer Auftakt ist herzlich: Kinder begrüßen den Staatsgast aus den Vereinigten Staaten in der Residenz von Schimon Peres. Für Barack Obama die Chance auf einen Friedensappell. „Die Kinder haben in etwa die selben Träume wie alle Kinder überall“, sagt er. „Sie wollen in Sicherheit leben, ohne dass Raketen in ihre Häuser oder Schulen einschlagen.“ Das die Realität in Nahost eine andere ist, weiß der US-Präsident: „Doch sie wollen Frieden und Freiheit vom Terrorismus.“ Dafür wollten beide Länder weiter gemeinsam arbeiten.

Es ist Obamas erster Besuch in Israel seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren. Obama nutzt den Aufenthalt, um die israelisch-amerikanische Freundschaft zu beschwören. Er will die Zweifel an seiner Verbundenheit gegenüber dem israelischen Volk aus der Welt zu schaffen. Israels Präsident Peres sichert er die unverbrüchliche Freundschaft der USA zu. „Israel wird keinen besseren Freund finden als die Vereinigten Staaten.“ Mit einer Warnung wendet sich Obama an die Feinde Israels: „Der Frieden muss ins Heilige Land kommen“, aber nicht auf Kosten des israelischen Volks.

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„Überall in dieser Region bringen die Winde des Wandels sowohl Versprechen als auch Gefahr“, sagt Obama. Das Bündnis zwischen den USA und Israel bleibe aber „für immer“ bestehen. Es sind solche Aussagen, mit denen Obama der unter vielen Israelis verbreiteten Ansicht entgegensteuern, seine Regierung stehe nicht so fest hinter Israel wie die Vorgängerregierungen. Außerdem gab es Differenzen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angesichts der festgefahrenen Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern.

Als Zeichen des Interesses der USA an der Sicherheit Israels, hatte Obama noch am Flughafen gemeinsam mit Netanjahu eine Raketenbatterie begutachtet, die Teil des israelischen Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ ist. Die USA haben mehrere Hundert Millionen Dollar in die Entwicklung des Raketenabwehrsystems investiert.

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Bei der Begrüßungszeremonie auf dem Flugplatz bedankte sich der israelische Präsident Peres in einer emotionalen Ansprache für die amerikanische Unterstützung. „Eine Welt ohne die Führung Amerikas, ohne seine moralische Stimme, wäre eine finsterere Welt“, sagte er. Auch Netanjahu, der in der Vergangenheit häufiger mit Obama aneinandergeraten war, bedachte den amerikanischen Gast mit Worten der Dankbarkeit. „Danke, dass Sie Israel während dieser Zeit historischen Wandels im Nahen Osten zur Seite stehen“, sagte der israelische Regierungschef.

Bei Obamas Nahost-Reise, die ihn auch ins Westjordanland und nach Jordanien führen wird, steht Israel im Mittelpunkt. Nach den Gesprächen mit Peres und Netanjahu besucht der US-Präsident mehrere kulturelle und religiöse Stätten in der Gegend. Am Donnerstag ist eine Rede vor israelischen Studenten geplant, in der Obama erneut die Verpflichtung der USA gegenüber der Sicherheit Israels herausstellen dürfte. Im Rahmen seiner Nahost-Reise ist auch ein Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas im Westjordanland und ein Besuch in Jordanien geplant. Am Samstag reist Obama in die USA zurück.

Während Obama in Israel ein warmer Empfang bereitet wurde, machten einige Palästinenser am Mittwoch ihrer Verärgerung über den amerikanischen Staatsgast Luft. Bei einer Protestaktion im Gazastreifen steckten Demonstranten Plakate mit dem US-Präsidenten und US-Flaggen in Brand. Sie beschuldigten die USA der Voreingenommenheit zugunsten Israels.

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