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22.01.2015

04:04 Uhr

Obama ausgebootet

Republikaner laden Netanjahu ein

Der israelische Ministerpräsident kommt in die USA. Statt Staatsbesuch steht aber eher Staatsaffäre an: An Obama und Kerry vorbei haben die Republikaner Netanjahu eingeladen - zu einer Rede über brisante Themen.

Kontakte am offiziellen Protokoll vorbei: Republikanerführer John Boehner (l.) und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Archivfoto von 2011). ap

Kontakte am offiziellen Protokoll vorbei: Republikanerführer John Boehner (l.) und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Archivfoto von 2011).

Washington/Tel AvivZwischen Israel und den USA droht ein schwerer Streit. Grund ist eine geplante Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor dem US-Kongress. Die Einladung sprach der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, aus - ohne das Weiße Haus informiert zu haben. Themen der Rede: Die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm und den radikalen Islam.

Die israelische Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete am Mittwoch, Netanjahu habe die Einladung des Republikaners angenommen. Weißes Haus und Außenminister John Kerry äußerten sich deutlich verärgert.

„Es ist ungewöhnlich, von dieser Einladung vom Büro des Sprechers zu hören“, meinte Kerry, der bei seinen Ausführungen vor Journalisten sichtlich erregt wirkte. Drastischer drückte sich Josh Earnest aus, der Sprecher des Weißen Hauses.

„Das typische Protokoll wäre es, dass der Führer eines Landes den Führer eines anderen Landes informiert, wenn er dorthin fährt“, meinte Ernest. So würde zumindest Obama es halten. Alles andere sei eine „Abkehr vom Protokoll“ - ein deutlicher Rüffel an den Republikanerführer Boehner und an die Adresse Netanjahus.

Laut „Jediot Achronot“ könnte ein Auftritt Netanjahus vor dem Kongress seine Chancen bei den am 17. März anstehenden Wahlen erhöhen. Die Zeitung „Haaretz“ schreibt, es habe wochenlange Kontakte zwischen Republikanern und dem israelischen Botschafter in Washington gegeben. Das Weiße Haus sei dabei vollkommen umgangen worden.

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