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09.12.2014

11:17 Uhr

Obama bei „The Colbert Report“

US-Präsident witzelt über seine Ohren

Mit viel Humor plaudert Barack Obama im US-Fernsehen über seine miesen Umfragewerte, die verlorene Kongresswahl und die Kritik an seiner Gesundheitsreform. Er verriet auch, womit ihn seine Familie ärgert.

US-Präsident Barack Obama plaudert mit Stephen Colbert über Sticheleien in der Familie. ap

US-Präsident Barack Obama plaudert mit Stephen Colbert über Sticheleien in der Familie.

WashingtonTrotz mieser Umfragewerte und einer verlorenen Kongresswahl hat US-Präsident Barack Obama seinen Humor anscheinend nicht verloren. Bei einem Live-Auftritt in der beliebten Politsatire-Sendung „The Colbert Report“ am Montag ulkte Obama über die Kritik an seiner Gesundheitsreform, seine gesunkene Popularität – und seine großen Ohren.

Er bekannte zugleich, dass er seinen Job nach wie vor liebe. Aber auf die Frage, ob er ein großer oder der größte Präsident sei, antwortete er weise: „Dazu sage ich nichts.“

Es war das erste Mal, das sich Obama als Chef der Nation live Talkshowmaster Stephen Colbert stellte. Colbert ist ein ausgesprochener Liberaler, der in der Show des Senders Comedy Central aber einen äußerst konservativen TV-Journalisten verkörpert.

Was Barack Obama zu sagen hat...

zur Lage

„Wir stehen weiterhin einer terroristischen Bedrohung gegenüber.“

zu den Machtverhältnissen

„Wir können nicht jede Spur des Bösen von der Welt tilgen, und kleine Gruppen von Killern haben die Möglichkeit, großen Schaden anzurichten.“

zu den Terroristen

„Wenn sie ungebremst bleiben, könnten diese Terroristen eine wachsende Bedrohung über diese Region hinaus darstellen – inklusive der Vereinigten Staaten. Obwohl wir noch keine spezielle Verschwörung gegen unser Heimatland entdeckt haben, haben IS-Anführer Amerika und unsere Verbündeten bedroht.“

zu Luftangriffen

„Diese Treffer haben amerikanisches Personal und Einrichtungen geschützt, IS-Kämpfer getötet, Waffen zerstört und den irakischen und kurdischen Kräften Raum gegeben, um Schlüsselgebiete zurückzugewinnen.“

zur Strategie

„Unser Ziel ist klar: Wir werden IS durch eine umfassende und anhaltende Strategie zur Terrorismusbekämpfung zersetzen und letztlich zerstören.“

zu Syrien

„Ich habe klargemacht, dass wir Terroristen, die unser Land bedrohen, jagen werden, wo auch immer sie sind. Das heißt, dass ich nicht zögern werde, in Syrien sowie im Irak gegen IS vorzugehen.“

zum Irak

„Wir werden uns nicht in einen weiteren Bodenkrieg im Irak ziehen lassen.“

zu Assad

„Im Kampf gegen IS können wir uns nicht auf ein Assad-Regime verlassen, das sein Volk terrorisiert; ein Regime, das seine verlorene Rechtmäßigkeit niemals wiedererlangen wird.“

zu den Partnern

„In Zusammenarbeit mit unseren Partnern werden wir unsere Bemühungen verdoppeln, ihre Finanzierung abzuschneiden, unsere Geheimdienstinformationen zu verbessern, unsere Abwehr zu verstärken, ihre verzerrte Ideologie zu kontern und den Fluss ausländischer Kämpfer in und aus dem Nahen Osten einzudämmen.“

zu amerikanischer Führung

„Das ist amerikanische Führung in ihrer besten Form: Wir halten zu den Menschen, die für ihre eigene Freiheit kämpfen“

Bei seinem Auftritt schlüpfte Obama vorübergehend in die Rolle des Gastgebers. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Präsident in einer Comedy-Show auftauche, stellte er fest. Das sei unter seiner Würde – aber über seinen Umfragewerten.

Und wie können die Republikaner ihr Ziel erreichen, die Gesundheitsreform rückgängig zu machen? Die einzige Möglichkeit, Obamacare zu killen, sei es, ihr eine Krankenversicherung zu verweigern, spöttelte Obama. Er ließ zugleich wissen, dass seine Frau und seine beiden Töchter schon dafür sorgten, dass er auf dem Teppich bleibe.

„Michelle, Malia und Sasha machen es mir nicht leicht (...). Sie geben mir keine Fanfaren. Sie hänseln mich gnadenlos wegen meiner großen Ohren.“

Von

dpa

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