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30.06.2011

04:54 Uhr

Obama-Berater

Al-Kaida-Führung schwer getroffen

Seit Obamas Amtsantritt haben die USA die Führung der Terrororganisation Al Kaida hart getroffen. Aber auch assoziierte Organsisationen wurden deutlich geschwächt.

Durch Aktionen wie die Tötung Osama bin Ladens ist die Al-Kaid-Führung deutlich reduziert worden. Quelle: dpa

Durch Aktionen wie die Tötung Osama bin Ladens ist die Al-Kaid-Führung deutlich reduziert worden.

WashingtonDie USA haben seit Amtsantritt von Präsident Barack Obama nach Angaben eines ranghohen Sicherheitsberaters entscheidende Fortschritte im Kampf gegen Islamisten gemacht. Es sei in den vergangenen zwei Jahren gelungen, etwa die Hälfte der Al-Kaida-Führungsspitze zu töten, sagte Obamas Anti-Terrorberater John Brennan am Mittwoch in einer Rede zur US-Terrorismusstrategie in Washington.

Erstmals sei absehbar, dass es in den kommenden Jahren gelingen könne, die gesamte Al-Kaida-Spitze auszulöschen, sagte Brennan. Neben spektakulären Spezialeinsätzen, wie den zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Mai sei es gelungen, auch den Mittelbau der Organisation erheblich zu schwächen.

Auch mit Al-Kaida eng verbundene Extremistengruppen wie Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, die pakistanischen Taliban oder den Kaida-Ableger in Ostafrika seien durch gezielte Operationen von US-Spezialeinheiten deutlich geschwächt, sagte Brennan.

Trotz dieser Erfolge im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida bleibt dieses weiterhin die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten, so John Brennan. Es sei nicht auszuschließen, dass - nach dem Tod von Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden - der neue Terroristenführer Aiman al-Sawahiri neue Angriffe plane, „um zu zeigen, dass die Al-Kaida noch von Bedeutung sei“, wurde Brennan vom US-Sender CNN zitiert.

Brennan betonte, dass die USA weiterhin eine Strategie von Drohnen-Angriffen und gezielter Einsätze gegen Terroristen verfolge, um langen Kriegen aus dem Weg zu gehen. „Die Al-Kaida versucht, uns finanziell auszubluten, indem sie uns in lange und teure Kriege verwickelt, in denen auch noch anti-amerikanische Gefühle entflammen“, sagte der Berater des US-Präsidenten. Daher würden die USA künftig vielmehr „gezielten, klinischen Druck“ auf Gruppen ausüben, die eine Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellten, deutete Brennan die Möglichkeit weiterer Kommando-Operationen gegen Terroristen an. US-Präsident Barack Obama hatte erst am Mittwoch betont, dass der Krieg in Afghanistan erreicht habe, dass die Al-Kaida mittlerweile „große Schwierigkeiten“ habe zu operieren und zu kommunizieren.

Kommentare (3)

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Walter

30.06.2011, 09:25 Uhr

Der Kampf gegen CIAda soll Fortschritte machen ?????
Das Karnikel wird wohl bald wieder aus dem Hut geholt, wenn Anschläge für False Flag Operations gebraucht werden.

GoodbyAmerica

30.06.2011, 10:27 Uhr

die Amerikaner mit ihrem "Die hard"-Weltbild begreifen nicht, dass Al-Kaida nicht die Ursache für Unfrieden, sondern die Folge einer verfehlten Nahostpolitik ist.
Solange sich Israel durch ihre starke Wahl-Lobby in den USA in einer Position der Stärke wähnt und dementsprechend keinen Zoll abgibt, wird auch der Hass der Muslime auf den großen Beschützer Amerika anhalten.
Und Hass lässt sich militärisch nicht besiegen, sondern nur weiter anstacheln - Hydra lässt grüßen.
Ausserdem geht den Amis allmählich das Geld aus. Und dann sind da noch die ehrgeizigen Chinesen, die ein neues Imperium anstreben...

Torsten_Steinberg

30.06.2011, 11:02 Uhr

Soll das jetzt eine Erfolgsmeldung sein oder ein Eingeständnis des Versagens? Die Hälfte der Al-Kaida-Führung hat den vorrangig von den USA gegen sie geführten Krieg bis heute überlebt und kann sich in der Gewissheit wiegen, dass die Weltmacht Nr. 1 nicht in der Lage sein wird, noch einmal die gleichen Unsummen Geldes, die Zeit und Verluste an Menschenleben aufzubringen, um auch diese zweite Hälfte zu eliminieren. Gleichzeitig dürfte es den USA gelungen sein, durch die Art der Kriegsführung und ihre Arroganz, die sich um die Integrität von Staaten und international verbriefte Menschenrechte einen feuchten Kehricht schert, unterhalb der Führungsebene von Al-Kaida ein Becken von Bitterkeit und Wut bis über den Rand zu füllen, so dass anti-amerikanisches Ressentiment, aus dem das gegen die USA gerichtete, terroristische Potential sich nähert, ein vielfaches bedrohlicher sein dürfte als vor den Anschlägen vom 11. September. Leider ist es nicht einmal Obama gelungen, in der Auseinandersetzung mit islamischen Kapitalismuskritikern, deren radikalster und gewaltbereiter Zweig die Al-Kaida sind, der Dialektik des Krieges zu entkommen. Und ein Irrweg ist es, selbst zu glauben und andere glauben machen zu wollen, dass Schläge gegen diese Terroristen so klinisch ausgeführt werden könnten, dass man nicht zwangsläufig immer noch tiefer in diesen Krieg verstrickt wird. Das Nobelpreiskommittee wird sich schon oft gefragt haben, wie sie auf den Trichter gekommen sind, Obama allein aufgrund vollmundiger Ankündigungen den Friedensnobelpreis verliehen zu haben. Seine Politik unterscheidet sich doch nur noch in Nuancen von der seines Vorgängers.

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