Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.09.2014

17:42 Uhr

Obama-Rede in Estland

Ick bin ein Tallinner

Bei seiner Rede in der estnischen Hauptstadt Tallinn versichert US-Präsident Obama dem Land, dass es „nie allein stehen“ werde. Er richtet sich an Putin und will auch „zusätzliche US-Luftwaffeneinheiten“ schicken.

dpa

US-Präsident Barack Obama hat den Nato-Partnern im Baltikum den unerschütterlichen Beistand der USA versprochen. „Er ist unzerbrechlich, er ist felsenfest und er ist ewig. Und Estland wird niemals allein dastehen“, sagte Obama am Mittwoch in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Vor dem Hintergrund der schwelenden Ukrainekrise sicherte er auch den beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Litauen Bündnistreue zu: „Die Verteidigung von Tallinn, Riga und Vilnius ist genauso wichtig wie die Verteidigung von Berlin, Paris und London“. Das Baltikum grenzt an Russland.

Obama kündigte die Entsendung weiterer Soldaten der US-Luftwaffe und Flugzeuge ins Baltikum an. Diese sollen zu Übungszwecken am estnischen Militärstützpunkt Ämari stationiert werden, sagte er nach einem Treffen mit Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves. Zahlen nannte er nicht. Der Kongress in Washington muss dem Schritt allerdings noch zustimmen.

„Dies ist eine wichtige Entscheidung für unsere nationale Verteidigung und es erhöht die Präsenz unserer Verbündeten in Estland“, erklärte der estnische Regierungschef Taavi Rõivas nach seinem Treffen mit Obama. Von den rund 600 Soldaten, die das Pentagon im April nach Polen und in die baltischen Länder beorderte, sind bereits 150 in Estland stationiert.

„Ihr Besuch sendet eine starke Botschaft“, sagte Ilves an die Adresse seines Gastes. Die Sicherheitslage in der Region habe sich durch das russische Vorgehen komplett verändert.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Die ehemaligen Sowjetstaaten Estland, Lettland und Litauen sorgen sich, dass Russland nach der Intervention in der Ukraine nun auch ihre eigenen Landesgrenzen ins Visier nehmen könnte. „Ihr habt Eure Unabhängigkeit zuvor schon einmal verloren. Mit der Nato werdet ihr sie nie wieder verlieren“, versprach Obama.

Gemeinsam trafen die beiden Präsidenten mit den Staatschefs der beiden Nachbarländer Lettland und Litauen zusammen. „Die anhaltende militärische Aggression gegen die Ukraine ist nicht nur eine Bedrohung für das Überleben der Ukraine, sondern auch für unsere Sicherheit“, sagte die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite. „Die Nato muss alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der baltischen Länder zu gewährleisten und die russische Aggression in Europa zu stoppen.“

„Wir würden gerne so lange wie notwendig US-Truppen und Ausrüstung in Lettland sehen“, sagte der lettische Präsident Andris Berzins. Zudem sollten sich die baltischen Staatschefs mindestens einmal pro Jahr mit ihrem US-Amtskollegen beraten, sagte er.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Jens Muche

03.09.2014, 17:52 Uhr

Die Esten sollen sich genau überlegen, ob sie den USA gestatten einen Stützpunkt auf ihrem Territorium einzurichten. Einmal im Land, werden sie diese „Freunde“ nie wieder los.

Herr Thomas Ungläubig

03.09.2014, 17:53 Uhr

Ich weiss nicht wie ich reagieren würde, wenn mir einer vor die Haustür scheissen würde… Aber Putin lässt sich das bestimmt nicht gefallen. Die Balten, Ukrainer und die Polen sollten daran denken, dass es nichts umsonst gibt im Leben und schon gar nicht in der EU oder der NATO, siehe Südeuropa!

Herr Tenzin Konchuk

03.09.2014, 17:55 Uhr

Geschichtlich sollte er wohl viel eher Finne sein als Talliner, wenn er sich auf die Bedrohung Russlands zu EU Bündnisspartner bezieht.
Kerle Barack Obama oder Mr Präsident.
Wir sind keine NAtionalZIonisten weder NAtionalSOzialisten
weder NAZIs weder NAZarener.
Wir sind nur ein kleines fragmentales Deutsches Staatsvolk das Angst hat und du machst fast ALL/en Angst.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×