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28.05.2014

19:14 Uhr

Obama-Rede zur Außenpolitik

Die Weltpolizei ist Geschichte

Barack Obama wendet sich gegen seine Kritiker: Die USA seien weltweit so stark wie schon lange nicht mehr – und weiterhin die einzig wahre Supermacht. Doch die Weltpolizei bei globalen Krisen will er nicht mehr sein.

US-Präsident Barack Obama in West Point. ap

US-Präsident Barack Obama in West Point.

West PointUS-Präsident Barack Obama pocht auf Amerikas weltweiten Führungsanspruch, will aber nur noch bei direkter Gefahr für die USA das Militär in Marsch setzen. „Amerika muss auf der Weltbühne immer führen. Wenn wir es nicht tun, tut es kein anderer“, sagte er am Mittwoch in einer außenpolitischen Grundsatzrede in West Point (New York). „Isolation ist keine Option.“ Die Streitkräfte seien dabei „das Rückgrat“. Doch könnten Militäraktionen „nicht die einzige, oder gar die primäre, Komponente unserer Führerschaft sein“.

In seiner Ansprache vor Absolventen der Offiziersakademie kündigte Obama auch eine neue Strategie im Kampf gegen den Terrorismus an. Amerika und seine Alliierten müssten darauf reagieren, dass die Bedrohung heute meist von dezentral organisierten Gruppen und Extremisten ausgehe, die regionale Ziele hätten. „Eine Strategie, die bedeutet, in jedes Land einzumarschieren, das Terrornetzwerke beherbergt, ist naiv und unhaltbar.“ Stattdessen sollte mit den betroffenen Ländern zusammengearbeitet werden.

Seine Absicht sei, den Einfluss der USA zu vergrößern, „ohne Truppen zu senden“, sagte Obama. Ziel sei ein Netzwerk aus Verbündeten im Anti-Terror-Kampf - von Südasien bis Afrika. Er kündigte an, betroffene Länder mit insgesamt fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) für Training und Ausbildung unterstützen.

Die USA werden weiter mit Drohnenschlägen und Geheimdienstoperationen gegen Terroristen vorgehen, wie er sagte. Aber diese müssten öffentlich besser erklärt werden und sich stets an Amerikas moralischen Werten orientieren. Sonst entstehe zu großes Misstrauen im Ausland und in der Bevölkerung daheim, meinte Obama. „Wir dürfen uns nicht mehr Feinde schaffen, als wir auf dem Schlachtfeld beseitigen.“

Entschieden lehnte Obama künftige unilaterale US-Militäroperationen der USA bei Krisen in der Welt ab. Wenn Probleme keine direkte Bedrohung für die USA seien, dann müsse die Schwelle für den Einsatz von Soldaten künftig höher liegen. „Unter solchen Umständen sollten wir es nicht alleine machen.“ Stattdessen sollten Alliierte und Partner für gemeinsame Aktionen mobilisiert werden.

Kommentare (7)

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28.05.2014, 17:49 Uhr

Am effektivsten bekämpft er den Terror, indem er die NSA und die anderen Geheimdienste auflöst. Denn der Terror geht von denen aus.

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28.05.2014, 17:56 Uhr

Nachtrag:

Heute um 22.45 läuft im ZDF eine Dokumentation darüber, wie stark die Amerikaner unesere Freiheit unterminieren

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28.05.2014, 18:12 Uhr

Nur Milliarden gegen den Terror? Das wird GEGEN den US-militärisch-geheimdienstlichen Komplex bei weitem nicht reichen - da ist alleine der Etat der zig US-Geheimdienste höher, von Navy, Airforce und Army gar nicht zu reden. Die will Obama mit ein paar läppischen Milliarden konfrontieren?

Mein Vorschlag an "Obama": sparen Sie lieber die vielen Millarden und stellen Sie die Unterstützung Ihrer Al-CIAda-Terrorbanden in Libyen, Syrien und sonstwo im islamischen Raum ein. Dann erledigt sich der "Terror" nämlich von selber (oder die Saudis müssen ihn alleine finanzieren) und Sie sparen eine Menge Geld und schlechte Presse (damit meine ich nicht die Systempresse und ihre "veröffentlichte Meinung", die ist ja immer gut zu Obama - sondern die tatsächliche öffentliche Meinung).

PS: es würde mich nicht wundern, wenn angesichts des Unwillens der deutschen Bevölkerung die Kriegshetze seiner gesteuerten Medien mitzutragen, der nächste "islamische" Terror-Angriff in Deutschland stattfindet.

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