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19.04.2016

17:51 Uhr

Obama reist nach Amman

Die schwierige Mission des US-Präsidenten

Saudi-Arabien, London und Hannover: Barack Obama tritt am Mittwoch eine lange Reise an. Die Verhandlungsthemen sind brisant. Wird der US-Präsident den hohen Erwartungen in seinem letzten Amtsjahr gerecht?

Das Verhältnis zwischen Amman und Washington ist schwierig. (Archivbild) AP

Obama in Saudi-Arabien

Das Verhältnis zwischen Amman und Washington ist schwierig. (Archivbild)

WashingtonBegleitet von massiver Kritik an seiner Nahostpolitik wird US-Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch am Golf erwartet. Er nimmt in Saudi-Arabien an einem Gipfel teil, von dort aus fliegt er am Donnerstag weiter nach London. Am Sonntag wird Obama in Hannover erwartet, am Montag reist er zurück in die USA.

Was die unterschiedlichen Reiseziele ein, sind die brisanten Verhandlungsthemen und schwierigen Umstände. So wird Saudi-Arabien von den USA zunehmend kritisch gesehen, gleichzeitig gilt das Land aber als kaum verzichtbarer Alliierter und entscheidende Regionalmacht als Gegengewicht zum Iran, der wiederum selbst als Gesprächsthema auf der Agenda ist.

Saudi-Arabien und der Iran sind Erzfeinde. Sie ringen in mehreren Stellvertreterkonflikten um die regionale Vorherrschaft. Das Atomabkommen der internationalen Gemeinschaft mit Teheran lehnt Riad rundweg ab. Washington erwartet, dass Saudi-Arabien mehr regionale Verantwortung übernimmt.

Konfliktstoff bergen auch anhaltende Mahnungen, die absolutistisch regierte Monarchie Saudi-Arabien möge die Menschenrechte einhalten. Außerdem haben die beiden Partner grundverschiedene Vorstellungen von einem Verhältnis zu Israel und den Palästinensern. Nicht zuletzt: In Saudi-Arabien haben Al-Kaida und Osama bin Laden ihre Wurzeln.

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Dass die USA wegen selber erschlossenen Öls nicht mehr auf das der Saudis angewiesen sind, erschwert das Verhältnis zusätzlich.

Es ist der vierte Besuch Obamas in Saudi-Arabien. Er trifft zunächst König Salman. Am Donnerstag nimmt er an einem Gipfel des Golf-Kooperationsrates teil. Wesentliche Punkte: die regionale Stabilität und der Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). Das Weiße Haus wird für seine Nahost- und namentlich für seine Syrien-Politik seit langem scharf kritisiert.

Obama ist nur noch wenige Monate im Amt. Viele Gesprächspartner am Golf werden ihm bereits über die Schulter schauen: Wer folgt auf den für viele zu zurückhaltenden Präsidenten?

Am späten Donnerstagabend trifft Obama in London ein. Der Anfang 2017 aus dem Amt scheidende Präsident möchte noch einmal die besondere Beziehung zelebrieren, die die USA und Großbritannien seit langem verbindet. Obama wolle den Briten persönlich für ihre unerschütterliche Partnerschaft danken, hieß es.

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