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12.04.2015

09:13 Uhr

Obama und Castro

„Der Kalte Krieg ist vorbei“

Ein historischer Handschlag und ein 80-minütiger Dialog: Beim Amerika-Gipfel in Panama stellen US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raul Castro die Zeichen auf Entspannung. Schon bald könnten Taten folgen.

In Panama-Stadt kam es zum ersten ersten Treffen zweier Präsidenten der beiden Länder seit 50 Jahren - und das den Mienen der beiden Staatsmänner nach zu urteilen in guter Atmosphäre. Reuters

Raul Castro (l.) und Barack Obama

In Panama-Stadt kam es zum ersten ersten Treffen zweier Präsidenten der beiden Länder seit 50 Jahren - und das den Mienen der beiden Staatsmänner nach zu urteilen in guter Atmosphäre.

Panama-StadtErstmals seit fast 60 Jahren sind die Staatsoberhäupter der USA und Kubas zu einem offiziellen Treffen zusammengekommen. US-Präsident Barack Obama sprach anschließend von einer historischen Begegnung. „Der Kalte Krieg ist vorbei. Kuba ist keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten“, sagte er am Samstag vor Journalisten beim Amerika-Gipfel in Panama. Er habe kein Interesse daran, „Schlachten zu schlagen, die begonnen haben, bevor ich geboren bin“.

Gemeinsam mit Kubas Staatschef Raul Castro verständigte er sich in dem bis vor wenigen Monaten praktisch noch unvorstellbaren 80-minütigen Treffen darauf, die Verbesserung der Beziehungen weiter voranzutreiben. Obama betonte aber auch, dass er auf Demokratie und die Einhaltung von Menschenrechten dringen werde.

Obama und Castro

Hand drauf

Obama und Castro: Hand drauf

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„Es wird natürlich weiterhin tiefe und bedeutende Differenzen zwischen unseren beiden Regierungen geben“, räumte Obama ein. Castro sagte, er sei zu Gesprächen über Menschenrechte bereit. Aber es werde Punkte geben, in denen man nicht übereinstimmen werde. „Wir können über alles reden, aber wir müssen geduldig sein, sehr geduldig“, sagte der 83-Jährige.

Insgesamt überwog aber eindeutig das Bemühen um eine Normalisierung des Verhältnisses der einstigen Erzrivalen. So entschuldigte sich Castro während des Gipfels für eine Reihe von rhetorischen Breitseiten gegen die USA wegen derer Versuche, der kommunistischen Herrschaft auf Kuba im Kalten Krieg ein Ende zu bereiten. Obama trage keine Schuld an dieser Politik der Vergangenheit. Er sei „ein ehrlicher Mann“.

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Symbolisch unterstrichen wurde die im Dezember begonnene Annäherung bereits am Freitagabend mit einem Handschlag der beiden Präsidenten. Vor Beginn ihres Treffens am Samstag wiederholten sie die Geste vor den anwesenden Journalisten. Die Stimmung selbst war anschließend nach Angaben von Obama-Mitarbeitern freundlich, aber geschäftsmäßig.

Das bislang letzte Mal, dass die Spitzen der beiden Länder ein substanzielles Treffen abhielten, war 1956. Damals war Dwight Eisenhower US-Präsident und Fulgencio Batista der von den USA gestützte Diktator in Havanna. Am 1. Januar 1959 stürzten Fidel und Raul Castro Batista. In der Folge verschlechterten sich die US-kubanischen Beziehungen rapide.

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