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08.08.2014

20:02 Uhr

Obama vor den Trümmern seiner Irak-Politik

Mit dem Rücken zur Wand

VonAxel Postinett

Der Druck auf US-Präsident Barack Obama wächst. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, fordern seine Kritiker und verlangen nun einen massiven Militärschlag in Irak. Wieder einmal.

Barack Obama beim Telefonat mit König Abdullah von Jordanien: Die Irak-Krise dominiert die US-Politik. AFP

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San FranciscoAdam Kinzinger weiß, wovon er redet. Mit einem KC-135 Stratotanker hat er selbst Einsätze über Irak und Afghanistan geflogen. Heute ist der 36-jährige aus Illinois bereits Abgeordneter für die republikanische Partei im Kongress. Und er hat eine klare Meinung zu dem, was da gerade passiert. „Das ist nicht genug, um IS zu zerstören“, erklärte Kinzinger auf dem TV-Sender Fox News zu den jüngsten Luftschlägen, „Obama ist ein sehr vorsichtig Mann, was mögliche Fehler angeht und ich glaube, er steckt gerade nur mal den großen Zeh ins Wasser, um die Temperatur zu testen.“ Mit anderen Worten: Da kommt noch mehr, wenn die Stimmung in den USA es zulässt.

Es ist ein heikles Thema. Der US-Präsident Barack Obama hatte am späten Donnerstag „gezielte“ Luftschläge gegen die als IS bekannt gewordene islamistische Terrorarmee genehmigt. Gleichzeitig hatte er die Rückkehr amerikanischer Bodentruppen kategorisch ausgeschlossen.

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Am Freitag erschütterten dann die ersten Einschläge laser-gesteuerten Bomben aus F-18-Kampfjets Artilleriestellungen, von denen aus die Terroristen die irakische Stadt Erbil sturmreif schießen wollen. Hier gibt es ein US-Generalkonsulat und Militärberater. Wenn die IS die Stadt einnehmen sollte werden sie nicht lange überleben. Die Jets waren vom Flugzeugträger George H.W. Bush aufgestiegen. Benannt ist er ausgerechnet nach dem Präsidenten, der seinerzeit den ersten Angriff auf den Irak befehligte.

Seitdem sind die USA gespalten. Politiker wie der ehemalige Vize-Präsident Dick Cheney verteidigen heute noch wutentbrannt in riesigen Meinungsbeiträgen, etwa im Wall Street Journal, die damalige Politik als „einzig richtige“ Entscheidung. Er „bedauere gar nichts“.

Ex-Präsidenten wie Bill Clinton halten vehement dagegen: „Herr Cheney ist seit sechs Jahren ziemlich geschickt darin, die Regierung anzugreifen, weil sie angeblich nicht die richtigen Schritte ergreift, um den Mist aufzuräumen, den er angerichtet hat. Das ist ziemlich unerhört“, wies Clinton den früheren CEO des Öl-Giganten Halliburton zurück, der an den Irakkrieg Milliarden verdient hatte.

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