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11.09.2014

03:53 Uhr

Obamas Kampf gegen Extremisten

USA greifen IS auch in Syrien an

Die USA weiten ihre Militäroffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Syrien aus. Zudem sollen moderate syrische Rebellen ausgebildet und ausgerüstet sowie mehr Soldaten in den Irak entsendet werden.

Anti-Terror-Feldzug

Obama will IS-Extremisten aus der Luft angreifen

Anti-Terror-Feldzug: Obama will IS-Extremisten aus der Luft angreifen

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WashingtonIm Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiten die USA ihre Luftangriffe vom Irak auf Syrien aus. Er werde nicht zögern, in beiden Ländern gegen die Dschihadisten vorzugehen, sagte Präsident Barack Obama am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner Rede an die Nation. Außerdem sollen die moderaten syrischen Rebellen vom US-Militär ausgebildet und ausgerüstet werden. Obama rief den Kongress dazu auf, diese Maßnahme zu genehmigen.

Gleichzeitig kündigte Obama die Entsendung von 475 weiteren Soldaten in den Irak an. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten. Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1500. Einen Einsatz von Soldaten mit einem Kampfauftrag schloss Obama aus.

Was Barack Obama zu sagen hat...

zur Lage

„Wir stehen weiterhin einer terroristischen Bedrohung gegenüber.“

zu den Machtverhältnissen

„Wir können nicht jede Spur des Bösen von der Welt tilgen, und kleine Gruppen von Killern haben die Möglichkeit, großen Schaden anzurichten.“

zu den Terroristen

„Wenn sie ungebremst bleiben, könnten diese Terroristen eine wachsende Bedrohung über diese Region hinaus darstellen – inklusive der Vereinigten Staaten. Obwohl wir noch keine spezielle Verschwörung gegen unser Heimatland entdeckt haben, haben IS-Anführer Amerika und unsere Verbündeten bedroht.“

zu Luftangriffen

„Diese Treffer haben amerikanisches Personal und Einrichtungen geschützt, IS-Kämpfer getötet, Waffen zerstört und den irakischen und kurdischen Kräften Raum gegeben, um Schlüsselgebiete zurückzugewinnen.“

zur Strategie

„Unser Ziel ist klar: Wir werden IS durch eine umfassende und anhaltende Strategie zur Terrorismusbekämpfung zersetzen und letztlich zerstören.“

zu Syrien

„Ich habe klargemacht, dass wir Terroristen, die unser Land bedrohen, jagen werden, wo auch immer sie sind. Das heißt, dass ich nicht zögern werde, in Syrien sowie im Irak gegen IS vorzugehen.“

zum Irak

„Wir werden uns nicht in einen weiteren Bodenkrieg im Irak ziehen lassen.“

zu Assad

„Im Kampf gegen IS können wir uns nicht auf ein Assad-Regime verlassen, das sein Volk terrorisiert; ein Regime, das seine verlorene Rechtmäßigkeit niemals wiedererlangen wird.“

zu den Partnern

„In Zusammenarbeit mit unseren Partnern werden wir unsere Bemühungen verdoppeln, ihre Finanzierung abzuschneiden, unsere Geheimdienstinformationen zu verbessern, unsere Abwehr zu verstärken, ihre verzerrte Ideologie zu kontern und den Fluss ausländischer Kämpfer in und aus dem Nahen Osten einzudämmen.“

zu amerikanischer Führung

„Das ist amerikanische Führung in ihrer besten Form: Wir halten zu den Menschen, die für ihre eigene Freiheit kämpfen“

Um die Rebellen stärker zu unterstützen, müsste ein entsprechendes Gesetz erweitert werden, das die Befugnisse der US-Streitkräfte regelt. Hintergrund ist laut Experten, dass streng gesehen Ausbilder als uniformierte US-Militärangehörige in die Kategorie von Bodentruppen fallen, auch wenn sie keine Kampfeinsätze leisten. Unklar ist, ob die US-Soldaten das Training direkt in Syrien oder in anderen Ländern durchführen sollen. Der „New York Times“ zufolge hat Saudi-Arabien bereits angedeutet, Standorte für die Ausbildung zur Verfügung zu stellen.

Kommentare (3)

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Herr Fred Meisenkaiser

11.09.2014, 10:17 Uhr

Assad hat die Gefahr eben schon längst erkannt, deshalb standen ihnen die Russen bei! Die haben auch ihren dortigen Stützpunkt verstärkt, wie hier zu lesen war. Aber die Kriegslust der USA macht eben blind!

Herr Heino Ewerth

12.09.2014, 10:28 Uhr

Wofür gibt es eigentlich noch den Weltsicherheitsrat? Als reine Alibi Funktion?

Die von Präsident Obama angekündigte Ausweitung von Luftschlägen über irakisches Territorium hinaus schert sich wenig um Respekt gegenüber der Souveränität von Staaten.
Warum gibt es dieses Vorgehen der US-Administration, das trotz angekündigter Anti-Terror-Bündnisse erneut unilaterale Züge trägt?

Weshalb werden die Vereinten Nationen nicht wenigstens angerufen? Natürlich lässt sich im UN-Sicherheitsrat nicht ohne weiteres rechtfertigen, dass die Souveränität Syriens grob missachtet wird, wenn die US-Luftwaffe ohne Kontakt und Konsens mit der Regierung in Damaskus über syrischem Territorium operiert und dort Stellungen der IS-Dschihadisten beschießt.

Gemessen am ohnehin zerrütteten Zustand der internationalen Beziehungen, wirkt diese Ankündigung Barack Obamas nicht sonderlich konstruktiv und hilfreich.
Man kann dem Kampf gegen den dschihadistischen Aufmarsch schwerlich einen legitimen Anstrich geben, wenn dadurch die Existenz eines Staates und UN-Mitglieds grob missachtet ist.

Es wird Recht gebrochen, um militärische Gewalt ausüben und deren Wirkung verstärken zu können.

Frau Annette Bollmohr

12.09.2014, 10:43 Uhr

Sie reden totalen Stuss.

Der Aufstieg der Islamisten ist in erster Linie Folge von Assads menschenverachtender Politik, die von Russland aus zynischem Machtkalkül tatkräftig unterstützt wurde (und – via UN-Sicherheitsrat - wird).

Die USA und Obama sind sogar dermaßen wenig kriegslustig, dass die von ihnen ergriffene Initiative, um der bedrängten Zivilbevölkerung zu Hilfe zu kommen , fast (aber hoffentlich noch nicht) zu spät kommt!!!

Und überhaupt, was auch immer die Motivation der US-Politik sowie der islamistischen Terroristen sein mag:
Man muss froh sein, dass überhaupt jemand endlich, endlich etwas tut, damit die Menschen in der Region nicht weiterhin fast hilflos bewaffneten Schwerstverbrechern ausgeliefert sind!

Das jetzige späte Handeln der USA ist – diesmal jedenfalls – keineswegs auf eigennützige Motive oder gar „Kriegslust“ zurückzuführen, sondern darin zeigt sich, dass ein Lernprozess stattgefunden hat und man jetzt bereit ist, aus den dabei gewonnenen Einsichten die richtigen Konsequenzen zu ziehen, also seiner Verantwortung nachzukommen.

Wenn es sonst keiner tut, müssen das eben (leider immer noch) die USA machen!

Jetzt ist allein Konzentration darauf gefragt, mithilfe welcher konkreten Vorgehensweise die aktuelle Lage am schnellsten in den Griff zu bekommen ist, zu schützen, und danach erst kann und muss man natürlich über die Ursachen der aktuellen Entwicklung nachdenken und daraus die richtigen Konsequenzen ziehen!!

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