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03.09.2012

17:06 Uhr

Obamas Parteitag

Yes, we can – again?

VonNils Rüdel, Astrid Dörner

Ab Dienstag lassen die Demokraten auf dem Parteitag ihren Präsidenten hochleben. Doch Barack Obama ist längst nicht mehr der unverbrauchte Hoffnungsträger von einst. Wie kann er neue Begeisterung für sich wecken? 

Ohne Euphorie

Der Parteitag der Demokraten beginnt

Ohne Euphorie: Der Parteitag der Demokraten beginnt

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CharlotteBarack Obama und Mitt Romney mögen in den meisten Umfragen gleichauf liegen. Doch auf mindestens einem Gebiet hat der US-Präsident seinem Herausforderer etwas voraus: Er zieht auf dem Parteitag mehr Gegendemonstranten an.

Während sich vergangene Woche bei den Republikanern im Hurrikan-verwehten Tampa nur eine Handvoll Protestler von Occupy Wall Street vollregnen ließen, kann die Bewegung am Sonntag in Charlotte, North Carolina, gut 800 Menschen mobilisieren. Ausgerechnet bei den Demokraten, die hier ab Dienstag Obama drei Tage lang ihren Präsidentschaftskandidaten feiern wollen.

Bei Sonne und 32 Grad ziehen die Demonstranten am Nachmittag in Sprechchören, pfeifend und trommelnd die Straßen. Protestieren gegen soziale Ungleichheit und Diskriminierung, und vor dem Glasturm der Bank of America wetterten sie gegen die Macht der Finanzindustrie. Doch zwischen den vielen bunten Anti-Banken-Schildern und Anti-Kriegs-Plakaten ist oft auch sinngemäß das zu lesen: Obama hat uns im Stich gelassen.

„Eine bessere Welt ist möglich“, prangt in blauen Großbuchstaben auf dem Plakat einer Mittfünfzigerin, die im Frazier Park nördlich der Innenstadt der Demo zusieht. Um fünf Uhr ist sie am Morgen aufgestanden, um dabei zu sein, gemeinsam mit ihrer Tochter, die arbeitlos ist und ohne Krankenversicherung. Vor vier Jahren haben sie Obama gewählt, alle beide. „Heute sind wir ganz schön enttäuscht“, sagt die Mutter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Er hat sich von den Republikanern an der Nase herumführen lassen“.

Eine bessere Welt ist möglich – es war dieses Versprechen, das Obama vor vier Jahren seinen historischen Wahlsieg bescherte. In dieser Woche in Charlotte, wo ihn seine Partei erneut zum Kandidaten ausrufen wird, muss er nun vor maximalem Publikum erklären, warum das noch nicht so ganz hingehauen hat: Die Mittelschicht bröckelt ab, die Jobkrise wird Monat für Monat schlimmer, und die meisten Amerikaner haben sehen das Land in die falsche Richtung taumeln.

Kommentare (3)

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Edelzwicker

03.09.2012, 20:19 Uhr

Yes, we can – again?
But should we?

ahmet.oeztop

03.09.2012, 21:28 Uhr

Obama for America!

Account gelöscht!

04.09.2012, 06:29 Uhr

Der grosse Schuldenkoenig und Endlos-Gelddrucker Obama mit seinem Bubble-King Bernanke. Hoffentlich bald nicht mehr. Aber ob die Alternative besser ist? Auch wird immer wieder ueber Bush geschimpft, was nicht unberechtigt ist. Man uebersieht aber dabei, dass letztlich schon der Zigarrenfreund Clinton die Weichen fuer das nachfolgende Chaos durch seine bankenfreundlichen Gesetze stellte. Egal wie, wir werden wohl weitere 4 Jahre US-Regierung irgendwie ueberstehen muessen. Romney gaebe aber Hoffnung, weil er bisher als Praesident noch nichts falsch machen konnte - was aber wenig Sicherheit gibt, dass er es nicht doch tut ;-)

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