Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2014

05:04 Uhr

Obamas Rede an die Nation

Der Mindestlohn muss steigen

Der US-Präsident blickt zuversichtlich in die Zukunft, zufrieden ist Obama aber nicht: Die Ungleichheit habe zugenommen, Aufstiegschancen stagnieren. Er kündigte die Anhebung des Mindestlohns an - notfalls im Alleingang.

Kampfansage an seine Gegner: US-Präsident Obama will den Mindestlohn anheben. ap

Kampfansage an seine Gegner: US-Präsident Obama will den Mindestlohn anheben.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat den Amerikanern mehr soziale Gerechtigkeit versprochen. Den Kongress rief er auf, ihn bei der Umsetzung zu unterstützen. Sollten die Senatoren und Abgeordneten jedoch nicht mitziehen, werde er seine Reformen im Alleingang durchsetzen, sagte er am Dienstagabend in seiner Rede zur Lage der Nation, die als wichtigste Rede des Jahres für einen US-Präsidenten gilt.

Das Vertrauen der Menschen in ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten habe schwere Rückschläge erlitten. „Die Ungleichheit hat sich vertieft, die Aufstiegsmöglichkeiten stagnieren“, sagte er und weiter: „Die kalte harte Tatsache ist, dass zu viele Amerikaner sogar mitten im Aufschwung mehr denn je arbeiten, nur um irgendwie hinzukommen.“ Zu viele Menschen hätten zudem überhaupt keine Arbeit. Trotzdem sei die Nation noch immer in ihrem Glauben vereint, dass man vorankomme, wenn man hart arbeite und Verantwortung übernehme.

Den Kongress forderte der Präsident auf, seine Vorschläge zur Förderung des Wachstums und zur Stärkung der Mittelklasse aufzunehmen. Notfalls werde er jedoch auch über den Kongress hinweg agieren. Lagerdenken und gegenseitige Blockade seien nicht im Sinne des amerikanischen Volkes, sagte er mit Blick auf den Shutdown im vergangenen Jahr, als Demokraten und Republikaner sich nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten.

Er wolle mit konkreten und praktischen Maßnahmen den Amerikanern neue Aufstiegschancen und der Mittelschicht neue Chancen eröffnen. Das wolle er zusammen mit dem Kongress erreichen. "Aber Amerika steht nicht still und auch ich werde nicht stillstehen", sagte Obama. Wenn er für mehr amerikanische Familien auch ohne den Kongress neue Möglichkeiten schaffen könne, dann werde er dies tun.

Obamas sechste Rede

„Der Präsident wird seine Visionen vorstellen“

Obamas sechste Rede: „Der Präsident wird seine Visionen vorstellen“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Außerdem kündigte er die Anhebung des Mindestlohns bei neuen Verträgen für Regierungsangestellte von 7,25 Dollar auf 10,10 Dollar an. Obama will gleichzeitig einmal mehr die Erhöhung des landesweiten Mindestlohns auf diesen Betrag fordern.

Er blicke aber mit Zuversicht in die Zukunft. Die Arbeitslosigkeit sei so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr, sagte Obama. Der Immobilienmarkt befinde sich auf dem Weg der Besserung. "Und zum ersten Mal in mehr als einem Jahrzehnt haben Wirtschaftsführer in aller Welt erklärt, dass China nicht mehr der Ort Nummer eins in der Welt für Investitionen sei, sondern Amerika", fügte er hinzu. "Nach fünf Jahren Mumm und entschlossenen Anstrengungen sind die Vereinigten Staaten in einer besseren Position für das 21. Jahrhundert als jede andere Nation der Erde." 2014 könne für die US-Wirtschaft zu einem "Jahr des Durchbruchs" werden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.01.2014, 08:02 Uhr

Wir haben nichtmal einen Mindestlohn, und glauben bei Einführung das Abendland gehe unter!
Ansonsten sind die Probleme mit der Einkommensverteilung bei uns die gleichen - nur von den Machthabern ignoriert!
Die Arbeitnehmer die den Reichtum schaffen, bekommen nichts von Ihrem Ergebnis ab,der Niedriglohnsektor boomt - die Reichen werden immer reicher!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×