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12.05.2012

18:05 Uhr

Occupy-Bewegung

„Empörte“ protestieren gegen Sparpolitik

Spanien und Großbritannien müssen Sparen. So postulieren es die konservativen Regierungen. Doch viele Menschen wehren sich dagegen und gingen heute auf die Straße. Seit bald einem Jahr halten die Proteste an.

Occupy-Demo in London. dpa

Occupy-Demo in London.

MadridÜberall auf der Welt haben Aktivisten der Occupy-Bewegung zu koordinierten Protesten unter anderem in New York, London, Paris, Madrid und Sydney aufgerufen. In Spanien etwa gingen kurz vor dem Gründungstag der „Empörten“-Bewegung in mehreren Städten auf die Straße, um gegen die Sparpolitik zu protestieren. In der Hauptstadt Madrid machten sich zahlreiche Demonstranten aus verschiedenen Stadtteilen zum zentralen Platz Puerta del Sol auf, wo für den Abend eine große Kundgebung geplant war. Auch in Barcelona versammelten sich Protestierende im Stadtzentrum.

Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy will mit rigorosen Maßnahmen im laufenden Jahr mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen. Erst Ende April kündigte sie an, etwa die Bildungsausgaben um drei Milliarden Euro kürzen zu wollen. Spanien wurde von der Finanzkrise hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt in dem Land derzeit bei 24,4 Prozent. Die „Empörten“ planen bis zum 15. Mai, dem Jahrestag ihrer Gründung, zahlreiche Proteste.

Auch in London protestierten am Samstag hunderte Menschen gegen Sparpläne der Regierung unter dem konservativen Premierminister David Cameron und die Macht der Banken. Sie versammelten sich vor der St. Paul's Cathedral, wo die „Occupy“-Bewegung bis Ende Februar ein Protestcamp hatte, das dann aber von der Polizei aufgelöst wurde. „Nieder mit dem Raubtierkapitalismus“ und „Erst das Volk, dann die Profite“ war auf Spruchbändern zu lesen.

Zudem hat die Bewegung ein Manifest veröffentlich, das „konkrete Anregungen für den globalen Wandel“ fordert. Mitglieder dutzender Occupy-Gruppen hätten sich am Entstehen beteiligt, sagte ein Sprecher von Occupy London. Das Dokument fordert ein „unbedingtes Ende der Sparpolitik, die nur einer Minderheit nutzt“.

In dem Manifest fordern die Occupy-Aktivisten freien Zugang zu Gesundheit und Bildung, eine globale Finanztransaktionssteuer, den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien und eine Reform von Finanzinstitutionen wie der Weltbank, um diese „demokratischer“ zu machen. Jeder habe ein Recht, Kultur zu genießen, heißt es unter dem Motto „Neben Brot wollen wir auch Rosen“. Darum müsse die Arbeitszeit schrittweise reduziert werden - bei gleichbleibender Bezahlung.

Die Occupy-Bewegung war im vergangenen September in New York entstanden. Ausgehend von der Gruppe „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) dehnten sich die Proteste auf zahlreiche Städte in den USA und auf andere Länder aus. Die Aktivisten prangerten dabei die Macht der internationalen Finanzmärkte und soziale Ungerechtigkeiten an

Von

afp

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

12.05.2012, 18:40 Uhr

Natürlich wurde hier die Quellenangabe (Global May Manifest Occupy) mal wieder "vergessen".
Nachtrag:

http://www.occupymedia.de/?p=2529

Interessante Diskussionsvorlage.

TomS

12.05.2012, 20:07 Uhr

hier eine deutsche übersetzung des Globalen MaiManifests: http://www.echte-demokratie-jetzt.de/2012/05/12m-manifest/

Account gelöscht!

13.05.2012, 03:48 Uhr

So lange der Steuerzahler für Schulden der Banken, die es gar nicht gibt bluten muss, so lange wird es auch den Aufstand geben. Und meine Herren, es wird täglich schlimmer Je mehr Menschen aus diesem künstlichen Traum aufwachen, der durch solche Organe wie das Handelsblatt aufrecht erhalten werden. Ich schäme mich für ein solches Blatt in den 80ern geschrieben zu haben.

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