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31.10.2011

06:58 Uhr

Occupy Wall Street

Lagerkoller in Lower Manhattan

VonNils Rüdel

Raue Zeiten für Occupy Wall Street in Amerika: Die Polizei verliert vielerorts die Geduld, im Hauptquartier der Protestler gibt es Streit über die Richtung. Der größte Feind aber nähert sich unaufhaltsam: der Winter.

Auch in Portland im US-Bundesstaat Maine hat der Winter die Protestierer bereits erreicht. dapd

Auch in Portland im US-Bundesstaat Maine hat der Winter die Protestierer bereits erreicht.

New YorkDie Aktion dauerte nur ein paar Minuten. Doch für New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg war es ein wichtiger taktischer Sieg im Kalten Krieg gegen die Dauercamper von Occupy Wall Street. Unter Polizeischutz liefen am Freitag Feuerwehrleute auf dem besetzen Zuccotti Park in Lower Manhattan auf und nahmen den Protestlern ihre Generatoren und Dieselkanister weg.

Bloomberg sagt, er sorge nur dafür, „dass jedermann sicher ist“. Die Demonstranten sagen, man wolle ihnen nach und nach die Lebensgrundlage entziehen. Denn auf dem Platz, den die Aktivisten zu einer kleinen Stadt mit Bücherei, Krankenversorgung und Kantine ausgebaut haben, sind die Generatoren enorm wichtig. Sie liefern Strom für Laptops und Handys, aber vor allem für Heizungen und Küche.

Und warmes Essen und heißen Tee brauchen die Demonstranten dringend, denn ihr größter Feind ist der herannahende Winter. Einen Tag nach der Räumaktion, am Samstag, fiel der erste Schnee – selten für Ende Oktober. „Es werden nun bald wahrscheinlich weniger Leute hier sein“, sagt Jason, einer der Sprecher. „Aber wir werden auf jeden Fall dableiben“. Und so harrten viele Aktivisten  in ihren Zelten aus und griffen zu einer Notlösung: Sie strampeln jetzt auf pedalbetriebenen Generatoren.

Doch nicht nur der Winter bedroht die Harmonie im Hauptquartier der Occupy-Bewegung. Auch die Stimmung wird frostiger.

„Eine Menge Spannung im Moment hier auf dem Platz“, sagt die rundliche Frau mit der großen Sonnenbrille, die am Rande des Lagers für zwei Dollar Buttons mit der Aufschrift „I am the 99 %“ verkauft. Weiter ausführen will sie es nicht, denn sie reagiert selbst recht dünnhäutig auf die Frage eines Kunden, ob ihre Einnahmen vollständig in die allgemeine Kasse fließen. „Allein die Frage, unverschämt“, schimpft die Frau.

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