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07.01.2010

12:46 Uhr

OECD-Aufnahme

Chile hängt Nachbarn ab

Mit Chile ist das erste südamerikanische Land in die OECD aufgenommen worden. Der Andenstaat hängt seine Nachbarn damit deutlich ab – ist doch der Beitritt das Gütesiegel für demokratische Strukturen und funktionierende Marktwirtschaft.

Kupferbergbau in Chile: OECD-Beitritt kommt Ritterschlag gleich. Reuters

Kupferbergbau in Chile: OECD-Beitritt kommt Ritterschlag gleich.

HB SANTIAGO DE CHILE. Chile gilt auf dem südamerikanischen Kontinent als Klassenstreber - nicht geliebt, aber beneidet. Das langgestreckte Land hinter den Anden hat vieles erreicht, was in anderen lateinamerikanischen Ländern höchstens in bunten Wahlbroschüren versprochen wird. Jetzt erhält das Land mit 16,5 Millionen Einwohnern mit der Aufnahme am kommenden Montag in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auch offiziell als erstes südamerikanisches Land das Gütesiegel für entwickelte demokratisch und marktwirtschaftlich verfasste Staaten.

Das demokratische System Chiles ist seit dem Ende der düsteren Pinochet-Diktatur vor 20 Jahren äußerst stabil. Zwar könnte bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am 17. Januar das seither ununterbrochen regierende Mitte-Links-Bündnis Concertación die Macht verlieren und die rechte Opposition erstmals seit Jahrzehnten demokratisch wieder an die Regierung kommen. Aber eine Krisenstimmung - wie in anderen Ländern der Region bei solchen Wechseln üblich - ist in Chile nicht zu spüren.

Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik, deren Grundlagen während der brutalen Militär-Diktatur (1973-1990) gelegt wurden, zeichnet sich durch Augenmaß und Kontinuität aus. Im Wahlkampf spielt sie deshalb auch kaum eine Rolle. Auch die Staatsfinanzen sind gesünder als in den meisten europäischen Ländern. Der Staat hat sich gesetzlich dazu verpflichtet, Überschüsse in fetten Jahren in einen Fonds einzuzahlen, aus dem in Krisenjahren geschöpft werden kann. Genau dies hat das Land 2008 und 2009 vor einem schweren wirtschaftlichen Absturz bewahrt. Dabei ist das Land extrem exportabhängig. 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stammen aus dem Außenhandel.

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