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24.11.2015

14:15 Uhr

OECD-Studie

Deutsches Bildungssystem hilft beim Jobeinstieg

In Deutschland haben es junge Leute nach der Schule vergleichsweise leicht, einen Ausbildungs- oder Weiterbildungsplatz zu finden. Das schreibt die OECD in ihrem Bildungsbericht. Doch die Autoren warnen auch.

Durch ein höheren Bildungsabschluss sei man eher in der Lage, sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen. dpa

Fazit der OECD

Durch ein höheren Bildungsabschluss sei man eher in der Lage, sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen.

BerlinDie Job-Chancen junger Menschen sind in Deutschland mit seinem bewährten dualen Bildungssystem viel besser als in den anderen großen Industrienationen. Das geht aus dem Bericht „Bildung auf einen Blick 2015“ hervor, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Berlin vorstellte.

Laut Vergleichsdaten für 2014 lag die Quote der 20- bis 24-Jährigen, die nach ihrer Schulzeit weder in Arbeit noch in Aus- oder Weiterbildung waren, hierzulande bei 10,1 Prozent. Zum Vergleich: der Durchschnitt aller 33 OECD-Staaten lag deutlich höher bei 17,9 Prozent.

Beispielsweise Großbritannien (17,0 Prozent), den USA (17,5), Frankreich (18,3), Spanien (29,0) und Italien (34,8) war die Quote der jungen Leute ohne Integration ins Erwerbsleben deutlich schlechter als in Deutschland. Bessere Werte verzeichneten nur Luxemburg (9,0), Island (9,4) und Norwegen (10,0), etwas schwächer schnitten die Niederlande, Österreich, Tschechien, Dänemark, Schweden und die Schweiz ab.

Laut Jahresbericht trugen „die gute Konjunktur, aber auch die leistungsfähige berufliche Bildung“ dazu bei, jungen Menschen in der Bundesrepublik den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Mit dem dualen System - der Kombination von betrieblicher Lehre und Berufsschule - habe Deutschland „gute Voraussetzungen“, auch die Arbeitsmarktintegration von Migranten zu stemmen, sagte der stellvertretende OECD-Generalsekretär Stefan Kapferer.

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Die Beschäftigungsquoten in Deutschland waren bei allen Bildungsabschluss-Niveaus über dem OECD-Schnitt, hieß es weiter. Der Anteil der Erwerbstätigen unter den Hochqualifizierten - etwa mit Studienabschluss - liege bei herausragenden 88 Prozent. Das bedeutet konkret: Durch ein höheren Bildungsabschluss sei man eher in der Lage, sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen, so das OECD-Fazit. Dem Bericht zufolge geht es bei der höheren Bildung in der Tat aufwärts: Rund 53 Prozent eines Jahrgangs in Deutschland - ohne ausländische Studenten - beginnen ein Studium oder einen anderen sogenannten tertiären Bildungsgang wie Meister oder Techniker.

Allerdings liegt der OECD-Schnitt (60 Prozent) noch ein gutes Stück darüber. Kapferer verband mit diesen Zahlen die Empfehlung, den Weg zu mehr hoher Bildung weiterzugehen: „Demographie bedingt wird in den kommenden Jahren in Deutschland eine vergleichsweise große Zahl an Hochqualifizierten aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Die entstehende Fachkräftelücke kann nur geschlossen werden, wenn sich der Anteil gut ausgebildeter Jugendlicher an den zahlenmäßig schwächeren, nachrückenden Jahrgängen weiter erhöht.“

Bei den Bildungsausgaben pro Schüler war Deutschland 2012 mit umgerechnet 10.062 US-Dollar pro Jahr nur im Mittelfeld. Zum Vergleich: Die Schweiz gibt rund 17.485 US-Dollar aus.

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