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12.02.2013

16:22 Uhr

OECD will Steuerschlupflöcher schließen

Kein Entkommen mehr für Amazon & Co

VonDietmar Neuerer

Globale Steuertricksereien sind der Politik ein Dorn im Auge. Vor allem IT-Konzerne wie Facebook, Google, Apple und Amazon fallen mit besonders niedrigen Steuerquoten auf. Die OECD will das nun ändern.

Schluss mit Steuerschlupflöchern für Großkonzerne

Video: Schluss mit Steuerschlupflöchern für Großkonzerne

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BerlinDass global tätige Unternehmen in aggressiver Weise Steuerschlupflöcher nutzen, darauf hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schon vor einiger Zeit hingewiesen. Nur hat sich bislang wenig getan. Es scheint, als sei der Kampf gegen Großkonzerne wie Amazon & Co. mehr als aussichtslos. Und das, obwohl deren Gebaren andere Unternehmen massiv benachteiligt. Das geht aus einer im Auftrag der G20 erstellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor - die sich damit aber nicht abfinden will.

Die sogenannte Steuervermeidung steht auch auf der Agenda des G20-Finanzministertreffens am Wochenende in Moskau. Die OECD-Experten haben analysiert, wie multinationale Konzerne Steuerbemessungsgrundlagen aushöhlen und Gewinne verlagern und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Viele Steuersysteme ermöglichen es demnach international agierenden Unternehmen durch geschickte Kunstgriffe nur fünf Prozent Steuern zu zahlen, wo weniger große Firmen auf 30 Prozent kommen.

Experten-Interview: „Fiskus und Unternehmen spielen Hase und Igel“

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Mit raffinierten Konstruktionen versuchen sich ausländische Firmen vor Steuerzahlungen in Deutschland zu drücken. Steueranwalt Burkhard Binnewies erklärt, was erlaubt ist und warum gesetzliche Regelungen fehlen.

Dabei sind nach Darstellung der OECD viele der heute geltenden Regeln eigentlich dafür gedacht, multinationale Unternehmen vor einer Doppelbesteuerung zu bewahren. Doch, fügen die Experten hinzu: „Allzu oft zahlen diese Unternehmen dann aber gar keine Steuern.“ So blendeten die Gesetze viele Faktoren des modernen Wirtschaftsgeschehens aus, etwa die Verflechtungen über Grenzen hinweg, den Wert geistigen Eigentums oder neue Kommunikationstechnologien.

Die Folge sind Schlupflöcher, die es multinationalen Unternehmen ermöglicht, Steuern zu minimieren oder ganz zu vermeiden. „Darüber hinaus behindern diese Kniffe Investitionen, Wachstum und Beschäftigung und führen dazu, dass der Durchschnittsbürger die Hauptsteuerlast zu tragen hat“, heißt es in einer Mitteilung der OECD von heute.

Amazon ist deswegen bereits in Großbritannien ins Visier der Politik geraten. So setzte der Konzern dort im Jahr 2011 etwa 3,3 Milliarden Pfund (vier Milliarden Euro) um und zahlte  keinerlei Unternehmenssteuer. Detaillierte Stellungnahmen zu seinen deutschen Steuerzahlungen lehnt das Unternehmen ab. „Amazon zahlt alle anwendbaren Steuern in jedem der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist“, teilt eine Sprecherin lediglich mit.

Die Lebensgeschichte von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Biografie

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Darin finden sich auch bemerkenswerte Geschichten über die Person Jeff Bezos.

Die Rinderfarm

Ironischerweise ist eine der wichtigsten Internet-Ikonen auf einem Bauernhof aufgewachsen – um genau zu sein auf einer Rinderfarm in Cotulla, Texas. Dort half der kleine Jeff schon als Vierjähriger tatkräftig mit, auch beim Ställe ausmisten.

Die perfekte Kindheit

Jahre später urteilte Jeff Bezos, dass seine Erfahrungen auf der Ranch zu seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere maßgeblich beigetragen hätten. Das Reparieren von Traktoren und das Kastrieren von Rindern entsprach seiner Vorstellung von einer „idyllischen Kindheit“. Seine Mutter stand ihm stets bei. Jeff habe dort gelernt, dass es keine Probleme ohne Lösungen gebe.

Dem leiblichen Vater nie begegnet

Bezos hat seinen Vater nie kennengelernt. Der Teenager verließ die junge Mutter, als Jeff anderthalb war. Er existierte im Leben des Jungen gar nicht.

Der „richtige“ Vater

Der Nachname Bezos stammt laut Jeffs eigener Aussage vom „richtigem“ Vater. Und den hätte es ohne Fidel Castro wohl nie gegeben. Denn als er 1959 an die Macht kam, schickten viele kubanische Eltern ihre Kinder in die Staaten. So auch Miguel Bezos (vom spanischen besos: „Küsse“). Miguel setzte sich mit großer Ausdauer durch, machte einen Uni-Abschluss und wurde Erdölingenieur.

Die Sturheit

Jeff Bezos war ein unglaublich stures Kind. Mit drei Jahren quängelte er so lange herum, bis er das Gitterbett endlich verlassen durfte - ungeachtet der Sicherheitsbedenken seiner Mutter. Trotz seiner außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeit wurde Jeff so auch zum Schrecken seiner Lehrer. Sie mussten ihm mal mitsamt Stuhl und Tisch im Klassenraum umsetzen.

Frühes Interesse an Technik

Seine Mutter und vor allem der Großvater erweckten und förderten Jeffs großes Interesse an Technik und Basteln. Sie schenkten ihm entsprechendes Spielzeug und Baukästen. Dennoch war sein erster Karrierewunsch (mit sechs Jahren), Archäologe zu werden.

Hochbegabt

Als die Familie nach Houston umzog, war Jeff im späten Kindergartenalter. Die Eltern schrieben ihn für Fördermaßnahmen für hochbegabte Kinder ein. Dafür musste er zwar 20 Meilen hin und zurück fahren, aber es lohnte sich.

Der Bücherwurm

Dass Amazon mit dem Verkauf von Büchern groß wurde, ist weit mehr als ein Zufall. Jeff Bezos ist seit der Kindheit ein Büchernarr. Er nahm mit Feuereifer an Literatur-Schülerwettbewerben teil und las mit seinen ebenfalls lesebegeisterten Mitschülern um die Wette.

Einsamer Nerd

Bezos war wie viele Nerds des 20. Jahrhunderts eher ein Einzelgänger, der viel las und viel Zeit vor dem Computer verbrachte. Seine Lehrer notierten damals, dass er „nicht besonders führungsbegabt“ sei. Auch rein körperlich wirkte er wie ein Nerd: Jeff brachte nicht einmal das Mindestgewicht für die Football-Mannschaft auf die Waage.

Erster Job bei McDonalds

Als seine Eltern erneut umzogen – diesmal nach Florida – war Jeff 13 Jahre alt. Hier übernahm er seinen ersten Sommerjob. Und das ausgerechnet bei McDonalds. Doch der Teenager gab sich mit dem Burgerwenden nicht zufrieden und entwickelte Verbesserungsvorschläge, mit denen die Abläufe in dem Laden tatsächlich verbessert wurden.

Uschi - die erste Freundin

In seinem ersten Jahr auf der Junior-Highschool lernte Jeff seine langjährige Freundin Ursula „Uschi“ Werner kennen. Sie träumten von einer gemeinsamen Firma und schufen diese tatsächlich auch in frühen Teenagerjahren. Werbeflyer begeisterten junge Schüler für einen sehr besonderen Nachhilfeunterricht. Die Beziehung endete wie so viele andere Highschool-Liebschaften in der Collegezeit.

Der Weltraum als Lebenstraum

Auf dem College setzte Bezos nebenbei seinen Kindheitstraum – übrigens inspiriert vom Großvater – in die Tat um. Seinen Abschluss machte er in Elektrotechnik und Informatik und auch die ersten Berufsschritte unternahm Bezos in anderen Bereichen – allen voran bei IBM. Aber seinen Traum, der heute in Blue Origin mündet, den hatte er, seitdem er fünf Jahre alt war.

Ein weiteres Beispiel das Fragen aufwirft, sind die Einzelhandelsfilialen des Apple-Konzerns in Deutschland. Denn auch wenn die Kunden sich bei der Einführung neuer Produkte oder Eröffnung neuer Filialen in langen Warteschlangen die Beine in den Bauch stehen, schlägt sich das zumindest offiziell nicht in einem Überschuss wieder.

Die Apple Retail GmbH meldet für das Geschäftsjahr bis Ende September 2011 einen Verlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

12.02.2013, 17:18 Uhr

Kennen Sie die Geschichte von Hase und Igel? Das ist kein Märchen!

Rumponadern_spart_Kraft

12.02.2013, 17:39 Uhr

Wenn jemand zu blöd ist Steuergestze zu beschliessen, die lochfrei sind, dann soll er sich nicht darüber beschweren, wenn die vorhandenen Löcher genutzt werden. Machen nicht nur Firmen, sondern auch jeder kleine Steuerzahler.

RalphPAN

12.02.2013, 17:41 Uhr

Die vielen wolkenreichen Worthülsen zeigen:

Die Jungs haben kein Konzept.

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