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19.04.2011

13:20 Uhr

Ökonom Fuest

Schäuble-Berater erwartet Schuldenschnitt Griechenlands

Griechenlands Schuldenproblem wird wohl nicht ohne einen Forderungsverzicht seiner Gläubiger gelöst werden können, meint ein Berater von Finanzminister Schäuble. Banken sehen diesen Fall gelassen.

Griechenland-Flagge. Quelle: Reuters

Griechenland-Flagge.

"Man muss die Realitäten anerkennen, ich rechne mit einem Schuldenschnitt", sagte das Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, Clemens Fuest, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Berlin. Der Anteil der Steuereinnahmen, den das Land für seinen Schuldendienst ausgeben müsse, sei zu hoch: "Das macht Griechenland kaputt."

Die EU-Kommission dementierte eine bevorstehende Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden. "Wir weisen das entschieden zurück", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel der Nachrichtenagentur Reuters. Die griechische Tageszeitung "Eleftherotypia" zitierte einen ranghohen Vertreter der EU-Kommission damit, dass eine Umschuldung in Griechenland nur noch eine Frage der Zeit sei. Die griechische Regierung habe dies erkannt und akzeptiere eine sanfte Restrukturierung der Staatsschulden.

"Eine solche Äußerung kann nicht korrekt sein angesichts dessen, dass es solche Diskussionen zwischen der EU und der griechischen Regierung überhaupt nicht gibt", ergänzte die Kommissionssprecherin. Auch die griechische Regierung hat Vermutungen über einen Schuldenschnitt bisher stets widersprochen.

Nach Informationen von Reuters rechnen auch maßgebliche Teile der Bundesregierung mittlerweile mit einem baldigen Schuldenschnitt. Die Zeitung "Die Welt" zitierte am Dienstag einen ungenannten griechischen Minister mit den Worten, eine Umschuldung sei nur noch eine Frage der Zeit. Dagegen stemmen sich vor allem EZB-Vertreter, die vor massiven Folgen für die Gläubiger-Banken und einem Dominoeffekt in der EU warnen.

"Wenn ein Land mit Steuereinnahmen von 20 Prozent seiner Wirtschaftskraft die Hälfte davon für Zinsen ausgeben muss, ist das nicht zu machen", warnte Fuest. Die sozialpolitischen Folgen eines solchen Kurses seien ernst. "Niemand kann ausschließen, dass es irgendwann zu politischen Veränderungen kommt und eine neue Regierung sagt: "Wir kürzen nicht mehr'."

Kommentare (10)

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XRay

19.04.2011, 13:33 Uhr

"Genau, dann gibt es nur einen Einzigen , der Griechenland noch Geld leiht,
nämlich Schäuble = Deutscher Steuerzahler.

TimetoCrash

19.04.2011, 13:39 Uhr

Die Banken haben ihren Griechenland-Schrott ja schon lange der EZB übergeben. Die Bevölkerung hat ihr Geld schon in Sicherheit gebracht.
Die "Umschuldung" kann beginnen.....
Dann gehts mit anderen Ländern weiter....
Wenn die USA denen nicht noch zuvorkommt ;-)
Der weltweite Finanzchrash ist bewusst gemacht - geplant !
Wem das immer noch nicht klar sein sollte....

Account gelöscht!

19.04.2011, 13:55 Uhr

Eine Umschuldung Griechendlands muß auch und bei Lichte betrachtet zuerst als ein maßgebliches Versagen der Brüsseler Ideologenbande und der von Junckers geführten "EURO-Gruppe" angesehen werden. Diese "Gemeinschaft" stellt nichts anderes dar, als einen verwahrlosten Haufen sittenloser Halsabschneider, der den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen versucht und ständig und planlos nach neuen Methoden sucht, Dumme und Wehrlose zu finden, die das von ökonomischen Laien und Polit-Hassardeuren in dümmlichem Größenwahn angerichtete Chaos bezahlen sollen. Klug waren die, die sich diesem Sauhaufen in all seinen Schattierungen nicht oder nur teilweise angeschlossen haben - das ist die einzigen richtige politische und historische Lehre, die daraus gezogen werden kann und darf!

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