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10.12.2014

13:00 Uhr

Ökonom warnt vor Finanzkollaps

Russland taumelt der Pleite entgegen

VonDietmar Neuerer

Russlands Wirtschaft ächzt unter der Last von geopolitischen Spannungen und fallendem Ölpreis. Moskau stellt sich bereits auf eine Rezession ein. Es könnte aber noch schlimmer kommen, warnt die DZ Bank in einer Analyse.

Russische Flagge auf dem Gebäude der russischen Botschaft in Berlin: Westliche Sanktionen treffen russische Firmen hart. dpa

Russische Flagge auf dem Gebäude der russischen Botschaft in Berlin: Westliche Sanktionen treffen russische Firmen hart.

BerlinDie Wirtschaftssanktionen gegen Russland zeigen offenbar schnellere und härtere Wirkungen als von Kreml-Chef Wladimir Putin erwartet. Die DZ Bank hält gar einen „Finanzkollaps“ für möglich und weist dabei auf die Lage der russischen Wirtschaft hin, die die Folgen der Strafmaßnahmen besonders deutlich zu spüren bekommt.

Grund ist der erschwerte Zugang für russische Firmen zum westlichen Kapitalmarkt. Um die Betriebe zu refinanzieren, muss der Staat derzeit zu den Mitteln im nationalen Wohlfahrtsfonds und den Reservefonds greifen. Ein schwieriges, fast unmögliches Unterfangen, wie DZ-Bank-Chefökonom Stefan Bielmeier in einer Analyse erklärt.

Die Gemengelage, die durch die Sanktionen und den niedrigen Ölpreis entstanden ist, ist hochgefährlich. Bielmeier zeichnet ein düsteres Bild. „Der Finanzsektor erleidet hohe Verluste, die Unternehmen kommen nicht mehr ausreichend an Devisen, um benötigte Einfuhrgüter zu kaufen, Technologiegüter können zum Teil überhaupt nicht mehr importiert werden.“ Hinzu kommt, dass inzwischen auch die Regierung einräumt, dass es im nächsten Jahr zu einer Rezession kommen dürfte. Das Wirtschaftsministerium rechnet nun für 2015 mit einem Konjunktureinbruch von 0,8 Prozent.

Das sind die Sanktionen des Westens gegen Russland

Banken

Die EU erschwert den Zugang zu den EU-Finanzmärkten für russische Banken. Gilt für alle Banken mit einem staatlichen Anteil von mindestens 50 Prozent. Sie können auf den EU-Kapitalmärkten keine neuen Wertpapiere oder Aktien von russischen Unternehmen mehr verkaufen.

In den USA fallen drei weitere Banken im russischen Staatsbesitz unter die Strafmaßnahmen, damit sind es nun fünf von sechs: Die Bank von Moskau, die Russische Landwirtschaftsbank und die VTB Bank kamen hinzu. Ihnen wird der Zugang zu mittel- und langfristiger Dollarfinanzierung für Russland erschwert. Sie dürfen aber weiter in den USA operieren.

Waffen

Die EU verbietet künftige Rüstungslieferungen. Betroffen sind alle Güter, die auf einer entsprechenden Liste der EU stehen. Gilt nicht für bereits unterzeichnete Verträge, also auch nicht für die Lieferung von zwei französischen Hubschrauberträgern im Wert von 1,2 Milliarden Euro an Russland.

In den USA wurde die United Shipbuilding Corporation (größtes russisches Schiffsbau-Unternehmen) zu den bislang acht auf der Sanktionsliste stehenden Firmen im Verteidigungssektor ergänzt. Die Unternehmen dürfen nicht mehr das US-Finanzsystem nutzen oder mit amerikanischen Bürgern Geschäfte machen.

Technologie

Die EU verbietet den Export von bestimmten Hochtechnologiegütern an das Militär. Gilt beispielsweise für Verschlüsselungssysteme sowie für Hochleistungscomputer.

Energie

Die EU untersagt die Ausfuhr für Spezialtechnik zur Ölförderung. Zielt auf Geräte, die für Ölbohrung und -förderung beispielsweise in der Arktis gebraucht werden.

Auch in den USA gelten für Unternehmen aus der Ölbranche eingeschränkte Importmöglichkeiten für Technik zur Erschließung von Ölquellen in tiefen Gewässern, vor der arktischen Küste oder in Schiefergestein. Die aktuelle Energieproduktion werde damit aber nicht beeinträchtigt.

Hinter der krisenhaften Zuspitzung der Lage stehen die Kapitalflucht und der rapide Preisverfall für Rohöl und anderer Energieträger – die wichtigsten Exportgüter und Devisenbringer für Russland. Im Ergebnis, so Bielmeier, unterliege der Rubel einem „dramatischen“ Abwertungsdruck. Allein seit Ende Juni habe er die Hälfte seines Wertes zum US-Dollar eingebüßt und Allzeittiefs markiert.

Der Kurs der russischen Währung hängt stark von der Ölpreisentwicklung ab: Sinkt der Preis für die Ressource wie zuletzt, fällt auch der Rubelkurs. Kostete etwa ein Euro Anfang des Jahres noch rund 45 Rubel, so müssen die Russen inzwischen mehr als 60 Rubel für einen Euro auf den Tisch legen.

Kommentare (90)

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Herr Josef Schmidt

10.12.2014, 12:11 Uhr

Dann können einige deutsche Banken ihre Kredite abschreiben.

(...)
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 
 

Herr Vittorio Queri

10.12.2014, 12:43 Uhr

>> Russland taumelt der Pleite entgegen >>

Offensichtliche Verwechslung von Russland mit der Ukraine !
Für Experten ein unverzeihlicher Dilettantismus, mit propagandistischen Beigeschmack.

>> Der Finanzsektor erleidet hohe Verluste, die Unternehmen kommen nicht mehr ausreichend an Devisen, um benötigte Einfuhrgüter zu kaufen >>

Schlichtweg eine Lüge bei vorhandenen Devisenreserven in Russland !

>> „In spätestens zwei Jahren wären die russischen Handlungsmöglichkeiten bei einem „weiter so wie bisher“ wohl endgültig ausgeschöpft“ >>

Hier versucht sich der (...) als Hellseher : in 2 Jahren kann die Welt zig mal untergehen !

Die Abwertung des Russischen Rubels haben zum Größten Teil Russische Banken, federführend die Zentralbank und die Sperbank durch Spekulationsgeschäfte ( Devisenhandel ) verursacht.

Der Rubel wird in Chicago und London gehandelt. Die Investmentabteilungen der größten ( überwiegend staatlicher ) Russischer Banken, wie die Sperbank, VTB, etc. haben sich die Hände gewärmt und den Rubel abstürzten lassen. Die kontraproduktive Politik der Russischen Zentralbank mit ihrem Zinssatz von 9,5 % hat dem Spekulationsspiel kräftig beigetragen.
Ausserdem hält die Zentralbank über 50 % der Sperbank : ein Zusammenspiel, ausgerichtet auf Gewinn ohne Rücksicht auf Verluste ( negativen Auswirkungen auf die russische Währung ) wird schnell erkennbar.

Demnächst findet wohl eine Bereinigung des Finanzsektors Russlands statt. Die Unabhängigkeit der Zentralbank wird Schnee von gestern sein. Einige Privatbanken werden verschwinden. Der Rubel wird sich stabilisieren.

Ein hausgemachtes Problem kann nur intern gelöst werden.

Von einer Pleite Russlands zu sprechen ist genau so ein Unfug, wie von einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Ukraine zu sprechen.

>> wie DZ-Bank-Chefökonom Stefan Bielmeier in einer Analyse erklärt >>

Bei Experten wie dieser "Bielmeier" besteht die Gefahr der kurzfristigen Pleite der DZ-Bank !


Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

Herr Vittorio Queri

10.12.2014, 12:44 Uhr

>> Russland taumelt der Pleite entgegen >>

Offensichtliche Verwechslung von Russland mit der Ukraine !
Für Experten ein unverzeihlicher Dilettantismus, mit propagandistischen Beigeschmack.

>> Der Finanzsektor erleidet hohe Verluste, die Unternehmen kommen nicht mehr ausreichend an Devisen, um benötigte Einfuhrgüter zu kaufen >>

Schlichtweg eine Lüge bei vorhandenen Devisenreserven in Russland !

>> „In spätestens zwei Jahren wären die russischen Handlungsmöglichkeiten bei einem „weiter so wie bisher“ wohl endgültig ausgeschöpft“ >>

Hier versucht sich der (...) als Hellseher : in 2 Jahren kann die Welt zig mal untergehen !

Die Abwertung des Russischen Rubels haben zum Größten Teil Russische Banken, federführend die Zentralbank und die Sperbank durch Spekulationsgeschäfte ( Devisenhandel ) verursacht.

Der Rubel wird in Chicago und London gehandelt. Die Investmentabteilungen der größten ( überwiegend staatlicher ) Russischer Banken, wie die Sperbank, VTB, etc. haben sich die Hände gewärmt und den Rubel abstürzten lassen. Die kontraproduktive Politik der Russischen Zentralbank mit ihrem Zinssatz von 9,5 % hat dem Spekulationsspiel kräftig beigetragen.
Ausserdem hält die Zentralbank über 50 % der Sperbank : ein Zusammenspiel, ausgerichtet auf Gewinn ohne Rücksicht auf Verluste ( negativen Auswirkungen auf die russische Währung ) wird schnell erkennbar.

Demnächst findet wohl eine Bereinigung des Finanzsektors Russlands statt. Die Unabhängigkeit der Zentralbank wird Schnee von gestern sein. Einige Privatbanken werden verschwinden. Der Rubel wird sich stabilisieren.

Ein hausgemachtes Problem kann nur intern gelöst werden.

Von einer Pleite Russlands zu sprechen ist genau so ein Unfug, wie von einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Ukraine zu sprechen.

>> wie DZ-Bank-Chefökonom Stefan Bielmeier in einer Analyse erklärt >>

Bei Experten wie dieser "Bielmeier" besteht die Gefahr der kurzfristigen Pleite der DZ-Bank !

Avanti Dilettanti !


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