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04.05.2012

17:29 Uhr

Ökonomen nervös

US-Arbeitslosigkeit sinkt nur langsam

Der Arbeitsmarkt tut US-Präsident Obama keinen Gefallen. Ein halbes Jahr vor der Wahl bleibt die Erwerbslosenquote historisch hoch - und das Jobwachstum ernüchternd schwach.

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA sinkt nur im Schneckentempo. AFP

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA sinkt nur im Schneckentempo.

WashingtonDie Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt verläuft nach Ansicht von Ökonomen bedrohlich langsam. Die Wirtschaft habe im April lediglich 115 000 neue Stellen geschaffen, wie aus Daten des US-Arbeitsministeriums in Washington von Freitag hervorging. Das war der schwächste Zuwachs seit rund einem halben Jahr. Fachleute hatten zuvor eigentlich mit rund 160 000 neuen Jobs gerechnet.

Die Erwerbslosenquote sank von 8,2 Prozent im Vormonat auf 8,1 Prozent, dem niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Allerdings wurde der Rückgang vor allem damit begründet, dass sich viele Amerikaner aus der Gruppe der Arbeitssuchenden abgemeldet hätten. Eine der Ursachen dafür ist in der Regel, dass weniger Menschen noch Zuversicht hatten, eine Beschäftigung zu finden.

Die April-Werte bestätigen die jüngsten Prognosen der US-Notenbank Fed, dass sich der Jobmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt nur schleppend von der stärksten Konjunkturkrise seit dem Zweiten Weltkrieg erholt. Eine Arbeitslosenquote von mehr als 8 Prozent über einen solch langen Zeitraum hatte es zuletzt Ende der 1940er Jahre gegeben.

Bereits im März hatte der Aufschwung auf dem Stellenmarkt deutlich nachgelassen. Nach positiv revidierten Werten waren in dem Monat 154 000 neue Jobs geschaffen worden. „Der Arbeitsmarkt verbessert sich nicht besonders“, zitierte die Fachagentur Bloomberg den Ökonomen Mark Vitner von Wells Fargo Securities in Charlotte (North Carolina). „Die nächsten Monate werden herausfordernd.“

Auch stagnierende Einkommen trüben die Konjunkturaussichten. Rund 70 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts hängen vom privaten Konsum ab. Für ein schlagkräftiges Wachstum müssten daher nach Expertenansicht die Gehaltschecks üppiger werden. Der mittlere Stundenlohn fiel jedoch laut dem Arbeitsministerium im April auf den niedrigsten Stand seit August letzten Jahres.

Der Arbeitslosenquote wird immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben. US-Präsident Barack Obama steht im November zur Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag. Obamas voraussichtlicher Herausforderer Mitt Romney nannte den neuesten Jobbericht am Freitag „schrecklich“ und „enttäuschend“. Der Republikaner hält die Wirtschaftspolitik des demokratischen Amtsinhabers für gescheitert.

Von

dpa

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