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29.10.2012

18:41 Uhr

Öl-Dämpfe

EU-Agentur untersucht Gefahren in Flugzeugen

Nach Fällen von verunreinigter Kabinenluft prüft die Europäische Flugsicherheitsagentur nun die Umstände. Damit reagiert sie auf Forderungen aus Deutschland. Firmen hoffen auch auf neue Regeln zu Fahrtenschreibern.

Draußen ist die Luft in Ordnung - und innerhalb des Fliegers? Bei Germanwings ist es zu Fällen verunreinigter Kabinenluft gekommen. Nun untersucht die EU. dpa

Draußen ist die Luft in Ordnung - und innerhalb des Fliegers? Bei Germanwings ist es zu Fällen verunreinigter Kabinenluft gekommen. Nun untersucht die EU.

LuxemburgDie Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA geht den Vorfällen mit verschmutzter Kabinenluft in Passagierflugzeugen auf den Grund. Das teilte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas beim Treffen der europäischen Verkehrsminister am Montag in Luxemburg mit. Deutschland setzte sich dabei auch für großzügigere Ausnahmeregelungen für kleine Betriebe von der Fahrtenschreiber-Pflicht ein.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte eine europäische Untersuchung der Kabinenluft-Vorfälle gefordert. „Solche Fragen sollte man tunlichst nicht national angehen, sondern international, damit wir auch auf europäischer Ebene die bestmögliche technische Vorkehrung treffen“, sagte Ramsauer.

Laut Bundesverkehrsministerium waren in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle mit Ölgeruch im Passagierraum bekanntgeworden. 2010 hatten giftige Dämpfe im Cockpit einer Germanwings-Maschine zu einer gefährlichen Situation geführt - die Piloten waren beinahe ohnmächtig geworden.

Ramsauer machte sich beim Treffen mit seinen europäischen Kollegen zudem für großzügigere Ausnahme-Regelungen für kleine und mittelständische Unternehmen beim Thema Fahrtenschreiber stark. Die Verkehrsminister diskutierten die Frage, ab welcher Entfernung vom Unternehmenssitz kleine Betriebe Fahrtenschreiber nutzen müssen und ab welcher Gewichtsklasse die Kontrollgeräte vorgeschrieben sein sollen.

Derzeit müssen Transporter mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstet sein. Für Fahrten in einem Umkreis von 50 Kilometern um den Betrieb brauchen zum Beispiel Handwerker keinen Fahrtenschreiber. Die EU-Kommission will die Kilometergrenze anheben, allerdings nicht so weit wie in Deutschland gefordert. Ramsauer will eine Fahrtenschreiber-Pflicht erst ab einem Radius von 150 Kilometern - Handwerker seien schließlich keine Spediteure. Die EU-Kommission fordert hingegen strikte Vorschriften, um die Zahl der Verkehrstoten, etwa durch Unfälle wegen Übermüdung von Fahrern, zu senken.

Gegen den Vorschlag der EU-Kommission, ältere Pkw jährlich zum TÜV zu schicken, wehrte sich der Minister entschieden: „Das ist ein typisches Beispiel für den Versuch einer Überregulierung. Wir haben in Deutschland wirklich hervorragende Vorschriften, was die Sicherheitskontrolle von Fahrzeugen anbelangt.“ Aus Sicht der EU-Kommission könnten häufigere Kontrollen den Straßenverkehr sicherer machen und Todesfälle vermieden werden. Hier sollte am Montag aber noch keine Entscheidung fallen.

Langwierige Diskussionen erwarteten Diplomaten beim Thema Lande- und Starterlaubnis an Flughäfen. Die EU-Kommission will Betreiber und Fluggesellschaften zu mehr Effizienz zwingen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.10.2012, 19:52 Uhr

Himmel noch einmal... und wieder einmal zieht der Brüsseler Moloch sich ein Thema an Land. Öl-Dämpfe in Flugzeugen gehören unter die Aufsicht der Unternehmen oder maximal der nationalen Regierung; Fahrtenschreiber maximal auf nationales Recht. Verkehrstote durch Übermüdung bei einem Handwerker der Fahrten im Umkreis von 150 km macht; ziemlich unwahrscheinlich.

Deutschland unterhält ein Ministerium für Postwertzeichen und Münzen! Und genau an dieser Überregulierung mit viel zu vielen Gehaltsempfängern krankt dieses ganze System.

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